“Top Traveller”: die Reise-App der FR

“Top Traveller” soll das erste multimediale Reisemagazin in deutscher und englischer Sprache exklusiv für das iPad sein. Herausgeber ist DuMont Schauberg, das Tablet-Magazin firmiert als Reise-App der Frankfurter Rundschau. Die App will Reisen und Reisemarketing in neuen Dimensionen erlebbar machen. Inhaltlich gelingt das den Machern auch. Doch die grafische Umsetzung und die Navigation innerhalb der App haben noch Optimierungspotenzial.

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Das iPad mit seinem brillanten Display ist wie geschaffen für opulente Bilderstrecken und videolastige Inhalte. Was liegt da näher, als ein Reisemagazin in Tabletform auf den Markt zu bringen? Das wird sich auch die Mediengruppe M. DuMont Schauberg gedacht haben, als man die App “Top Traveller” entworfen hat. “Erleben sie ferne Länder und Orte in opulenten Bilderstrecken von bester Qualität, hören Sie den Straßenlärm fremder Metropolen oder das lässige Plätschern der Wellen an einem Wellness-Strand”, versprechen die Macher der kostenlosen App.
“Top Traveller” soll monatlich erscheinen, kann aber in der zweiten Ausgabe nicht vollends überzeugen. Das verwundert, denn immerhin erntete die App der Frankfurter Rundschau, ebenfalls aus dem Hause DuMont Schauberg großes Lob in der Branche. Bei der FR-App nutzen die Frankfurter alle Spielarten aus, die das iPad bietet. Hält man das Gerät quer, schaltet die App in einen Multimedia-Modus und bindet zusätzliche Elemente wie Bilder-Galerien oder interaktive Grafiken direkt in eine Story ein. Hält man das iPad hochkant, wird die Geschichte in einem Modus präsentiert, der ablenkungsfreies Lesen ermöglicht. Die Zusatzelemente befinden sich dann unten, am Ende des Textes.
Anders bei “Top Traveller”: Das Navigation ist teilweise nicht nachvollziehbar. Mal müssen Bilder im Text vertikal gescrollt werden, mal horizontal, mal versteckt sich links eine scrollbare Inhaltsübersicht, mal rechts, mal bekommt der User über den Klick auf einen Stern mehr Infos, mal bringt er ihn in einen neuen Artikel, mal verstecken sich nützliche Infos hinter einem Pop-up, mal hinter einem Textleiste. Über die schön gestaltete Weltkarte mit den im Magazin besprochenen Hotspots hingegen kommt man nicht in die jeweilige Story. So bekommt man als Leser das Gefühl, jede Seite neu erlernen zu müssen, anstatt sie intuitiv zu bedienen. Das führt dann auch dazu, dass gelungene Features wie die “Top Shots” mit schönen Aufnahmen von den schönsten Flecken des Planeten im Navigationswust untergehen. Auch die vielen unterschiedlichen Schrifttypen sorgen für einen uneinheitlichen Look. Die Videos laufen nicht in optimaler Qualität, sondern noch recht pixelig.

Wohingegen die journalistischen Inhalte der App voll überzeugen können. “Top Traveller” ist vollgestopft mit kurzweiligen Reiseberichten, jeder Menge Reise- und Shoppingtipps und Insider-Wissen. Die gut ausgewählten Bilder machen unwahrscheinlich viel Lust aufs Reisen. Aber trotzdem fehlt einem internetaffinen User dann doch die Möglichkeit, sich Restauranttipps und Wegbeschreibungen per Mail zu schicken oder auf Facebook zu posten. Denn wer will schon mit dem iPad ins Outback?

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