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Die besten Börsen für Autoren und Verlage

Die Zahl der Textbörsen für Journalisten und Verlage im Web nimmt stetig zu. Neben DieRedaktion.de von der Deutschen Post und der Plattform Spredder von Hajo Schumacher will nun Publisherbox Autoren und Verlage zusammenbringen. Wir haben uns mehrere deutsche Angebote genauer angeschaut. Was taugen die Plattformen? Für wen eignen Sie sich? Wir verraten, was sie taugen und wie viel vom ursprünglichen Honorar bei Ihnen ankommt.

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Was folgt, ist keine Bewertung der auf den Portalen eingestellten Werke. In diesem Artikel geht es darum, einen Überblick über die derzeit verfügbaren Artikelportale für Journalisten zu bieten. Mit Fokus auf die Kosten und Provisionen für Käufer und Verkäufer.

Publisherbox.de: Publisherbox sieht sich als preiswertere Alternative zu Nachrichtenagenturen und zielt auf Redaktionen ab, die in ihrer Berichterstattung auf fachspezifisches Wissen im Angesicht immer kleiner werdenden Budgets angewiesen sind. Publisherbox soll die Schnittstelle sein, bei der Fachjournalisten und Ressortverantwortliche aufeinander treffen. Das ließe sich im Auge der Betreiber von Publisherbox auch auf dem üblichen Wege einrichten – mit Telefonaten, der Koordination mit der Buchhaltung etc. Auf Redaktionsebene können Verantwortliche Aufträge inserieren, mit genauer Jobbeschreibung, der gewünschten Länge und einer Deadline. Freie Journalisten wiederum können all ihre Texte einstellen und so gleich auf den Bildschirmen mehrerer Verlagshäuser auftauchen. Zum Angebot lässt sich nach jetzigem Kenntnisstand noch wenig sagen. Nach der Registrierung erhält man folgenden Hinweis: "Aktuell sind wir noch in einer intensiven Testphase. Sie erhalten Ihren Aktivierungslink in Kürze." So lässt sich auch zum Honorar- bzw. Provisionsmodell nichts sagen.

DieRedaktion.de: Einen "effizienten Ein- und Verkauf von hochwertigen journalistischen Inhalten" verspricht das Autorenportal der Deutschen Post. Der DJV spricht sich ausdrücklich für das Angebot aus: "Wir sehen in DieRedaktion.de ein interessantes Geschäftsmodell, um gerade als freier Journalist neue Kontakte und damit neue Einnahmequellen zu erschließen", erläutert der Bundesvorsitzende Michael Konken. Gelungen: Als Anbieter und Verkäufer auftreten können nur Journalisten mit einem Presseausweis amtlich anerkannter Fachverbände (DJV, VDZ, DJU, VDS und Freelens). Auch wenn eine Plattform wie DieRedaktion.de dazu beitragen sollen, den Einkauf und Verkauf von Texten zu vereinfachen, bietet sie dennoch die Möglichkeit, dass Käufer und Verkäufer Einzelheiten zum Vertrag aushandeln können.
Preise und Konditionen: Beim Verkauf eines Artikels entfallen 30 Prozent des Honorars, bei Annahme eines Auftrages 15 Prozent des Honorars. Die Jahresgebühr für eine Mitgliedschaft für Verkäufer liegt bei 72 Euro.

Spredder.de
: Hajo Schumachers Plattform war geplant als “iTunes für Texte”. "Bei Spredder kaufen Sie journalistische Texte, so einfach wie Musik bei iTunes oder Bücher bei Amazon. Ausgesuchte freie Autoren bieten hier ihre Artikel an", erklärte Schumacher 2009. 2010 gestartet, befindet sich Spredder immer noch in der Beta-Phase. Mit an Bord sind rund 360 Autoren. Unter deren Profilen befinden sich aber viele Karteileichen mit Fantasienamen und ohne jegliche Referenzen. Die Überprüfung der eingesandten Texte übernehmen die Betreiber des Portals selbst. Schumacher erklärte 2010: “Wir behalten uns auch vor, Texte abzulehnen. Das ist natürlich auch eine Menge Handarbeit.” Auf den ersten Blick laufen fast täglich neue Texte ein. Die Angebote lassen sich nach Ressorts und Ereignissen, wie beispielsweise Katastrophen und Kriege, filtern. Ein Nachteil: Autoren könne nicht selbst festlegen, wie viel sie für einen Text bekommen. Texte kosten bei Spredder 2 Cent pro Zeichen.
Preise und Konditionen: Der Preis für einen Text setzt sich zu 70 Prozent aus dem Honorar für den Autoren und 30 Prozent Provision für Spredder zusammen. Nach eigenen Angeben, um KSK-Gebühren, Software, Verwaltung, Abrechnung und Betreuung zu bezahlen. Dafür dürfen die Käufer Artikel im üblichen Rahmen kürzen und redigieren.

Opentx.de: Grundsätzlich kann jeder Texte auf Opentx.de anbieten. Der Verdienst hängt letztendlich von der Anzahl der verkauften Texte ab. Hierbei können die Autoren ihr Honorar selber bestimmen und müssen sich nicht an bestimmte Richtlinien halten. Eine Anmeldung bei OpenTX ermöglicht den wiederholten Verkauf bereits veröffentlichter Texte und damit mehr Umsatz.
Preise und Konditionen: Käufer und Verkäufer teilen sich die Provision. Jeder übernimmt jeweils 2,5 Prozent des vereinbartes Honorars. Diese Provision wird zusätzlich noch eingeschränkt. Dem Autor werden nicht mehr als 15 Euro an Provision berechnet und dem Kunden nicht mehr 25 Euro.

Textportal.de: Wie bei allen anderen Diensten, müssen Sie sich beim Angebot des Deutschen Fachjournalistenverbandes als Journalist registrieren, um Texte anbieten zu können, Auftragsangebote und/oder Stellenangebote zu erhalten. Ganz so nahtlos funktioniert der Ein- und Verkauf von Artikeln dann doch nicht. So ist der Dienst zwar für beide Seiten kostenlos, allerdings vermittelt Textportal.de nur die Angebote, regelt aber nicht die Bezahlung. Wenn ein Text verkauft wird, muss der Verlag selbstverständlich den Kaufpreis an den Journalisten zahlen. Laut den Nutzungsregeln von Textportal erwirbt der Verlag nur die einfachen Nutzungsrechte. Sollte er an einer Mehrfachverwertung interessiert sein, muss er sich mit Ihnen in Verbindung setzen, um über den Honoraraufschlag zu verhandeln. Deswegen ist die Angabe korrekter Kontaktdaten umso wichtiger. Bei schlechter Zahlungmoral empfiehlt das Portal: “Wenn der Verlag nicht bezahlt, stehen Ihnen die üblichen rechtlichen Maßnahmen offen, also insbesondere die Veranlassung eines Mahn- und Vollstreckungsbescheids oder die Erhebung einer Zahlungsklage.”

Fazit: Von der Registrierung in einem der Portale ist kein Wunder zu erwarten. Letzten Endes ersetzen Sie auch nicht die Eigeninitiative eines Journalisten, tagesaktuell zu arbeiten und motiviert Texte anzubieten. Doch sie sind fraglos eine sinnvolle Alternative für Autoren, die bereits vorhandene Artikel zweitverwerten wollen. Aus Redaktionssicht ersetzt allerdings keine der Artikelbörsen das Vertrauen in langjährige freie Autoren und Kolumnisten. Denn oft kauft man kein Thema, sondern den Autoren, seine Sicht der Dinge und seine unverwechselbare Schreibe ein. Warum also dafür Provision zahlen?

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