Kachelmann-Anwalt fordert erneut Razzia

Neue Presseattacke im Prozess gegen Jörg Kachelmann: Der Anwalt des Moderators, Johann Schwenn, ist davon überzeugt, dass Focus und Bild am Sonntag die Schweizer Zeugin bezahlt haben, die ausgesagt haben soll, Jörg Kachelmann habe ihr Gewalt angetan. Laut Spiegel Online fordert Schwenn, die Chefredakteure beider Printmedien sollten die Vereinbarung vorlegen. Andernfalls müssten die Redaktionsräume durchsucht werden. Die betroffenen Verlage scheinen indes gelassen zu reagieren.

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Beide Blätter hatten Anfang März Berichte über die angebliche Aussage der Schweizer Zeugin veröffentlicht. Von "brutalen Übergriffen" habe sie demnach gesprochen. Der Wettermoderator sollte sie laut Focus und Bild am Sonntag bei einem Treffen in ihrer Wohnung geschlagen, am Hals gepackt und an den Haaren gezogen haben. Wie Schwenn vermutet, ist die Aussage aber nur entstanden, weil die Medien dafür bezahlt hätten.
Die Schweizer Zeugin wurde im Rechtshilfeverfahren vernommen, weil sie nicht vor einem deutschen Gericht erscheinen wollte. Von der Verlesung ihres Aussageprotokolls in Mannheim war die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Die Frau hatte einen Antrag auf Schutz ihrer Privatsphäre gestellt. Dass trotzdem kurze Zeit später Berichte über ihre Aussagen in den Medien erschienen sind, habe mit dem "wirtschaftlichen Interesse" der Zeugin zu tun, glaubt Schwenn. Sie habe den Ausschluss der Öffentlichkeit nicht zum Schutz ihrer Intimsphäre beantragt, sondern weil sie "in Wahrheit nur ein Geschäft machen will", sagte der Kachelmann-Anwalt laut Spiegel Online. Bisher ist nicht klar, ob die Frau tatsächlich die Informationsquelle für die Berichte war.
Johann Schwenn hatte im Laufe des Prozesses schon einmal eine Durchsuchung der Redaktionsräume des Focus und der Bunten gefordert. Dabei sollten Schriftstücke und Datenträger sichergestellt werden, die geeignet sein sollten, Kachelmann zu entlasten. Dieser Antrag wurde vom Gericht abgelehnt. Dementsprechend gelassen reagieren die Medienhäuser in diesem Fall. Sie können sich auf den Informantenschutz berufen und – vorausgesetzt es gibt eine solche Vereinbarung überhaupt – damit verhindern, dass Schwenn ihre Redaktionen durchsuchen darf.

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