Jauch erzielt Teilerfolg gegen neue woche

Erst die aktuelle, nun die neue woche: Günther Jauch hat wieder gegen eine Yellow geklagt. Diesmal erzielte der Moderator vor dem Oberlandesgericht einen Teilerfolg gegen die Burda-Illustrierte. Diese hatte mit dem TV-Star und seiner Frau aufgemacht und in einem Artikel behauptet: "Sicherlich war er auch zu Tränen gerührt, als er vom Schicksal sozial benachteiligter Kinder in seinem Wohnort Potsdam hörte." Hierzu konnte Jauch eine Gegendarstellung durchsetzen, bei der Titelseite blieb er aber erfolglos.

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Die Ausgabe erschien am 15. Oktober 2010. Das Titelblatt zeigte Günther Jauch und seine Frau Thea vor einem aus grünen Blättern zusammengesetzten Hintergrund. Darunter wurde in großer Schrift die Titelstory angekündigt:  "Günther Jauch & seine Thea ‑ Triumph & Tränen! ‑ Alles über sein geheimes Privatleben".
Zuvor hatte Jauch in einem einstweiligen Verfügungsverfahren gegen die Burda-Tochter M.I.G. Medien Innovation GmbH vor dem Landgericht Offenburg den Abdruck einer Gegendarstellung begehrt, mit der der Moderator klarstellen wollte, dass es sich bei der Abbildung um eine ohne sein Einvernehmen hergestellte Fotomontage handle. Sie würde seiner Meinung nachsuggerieren, dass das Paar sich im Freien gemeinsam habe privat fotografieren lassen. Im Fall des oben genannten Satzes wollte Jauch eine weitere einstweilige Verfügung durchsetzen. Der Grund: Er handle nämlich nicht aus reiner Rührung heraus als gewissermaßen Herzschmerzgeschichte für den Boulevard, sondern überlege sich genau, bei welchen Projekten er spende und bei welchen nicht, heißt es in einer Mitteilung des OLG. Doch das Landgericht Offenburg wies in beiden Verfahren die Anträge auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zurück – und Jauch ging in Berufung.
Die Karlsruher Richter entschieden am heutigen Montag, dass ihm im Falle des Titelblattes kein Gegendarstellungsanspruch zustehe, weil es sich um "keine gegendarstellungsfähige Tatsachenbehauptung" handle. Im Falle der genannten Passage sahen sie es aber anders:  Sie sei als Behauptung einer (äußerlich wahrnehmbaren Tatsache) einzuordnen. Wenn jemand "zu Tränen gerührt" sei, besage dies mehr als eine tiefgreifende emotionale Affektion, die ganz im Innern des Betroffenen bleibe. Ein sicher beträchtlicher Teil des Publikums verbinde mit dieser Formulierung das Bild eines Menschen, der nicht nur beinahe, sondern der auch tatsächlich geweint habe, so das Gericht. Der Umstand, dass die strittige Äußerung mit dem Wort "sicherlich" eingeleitet werde, stehe der Annahme einer Tatsachenbehauptung nicht entgegen.
Jauchs Anwalt Christian Schertz gab sich mit der Entscheidung nicht zufrieden. Laut Sat + Kabel kritisierte er, "dass in Boulevardblättern häufig Fotomontagen verwendet werden, ohne dass dies für die Leser erkennbar ist. Dem wollen wir entgegentreten."
Im Mai 2010 hatte Jauch gegen die aktuelle eine Gegendarstellung erzielt, die das Blatt sogar auf die Titelseite hob. Die Illustrierte aus dem Gong-Verlag hatte zuvor behauptet, dass sie mit den Kindern des Fernsehjournalisten geredet habe. Doch die Jauchs hatten nie Besuch von der Redaktion.

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