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Japan: Strahlenmessung via Crowdsourcing

In Katastrophenzeiten sind Informationen überlebensnotwendig. Und wenn sich die japanische Regierung darauf konzentriert, den Super-GAU zu verhindern, müssen die Menschen sich selbst helfen. Genau das geschieht gerade auf RDTN.org, einer Webseite, auf der mittels Crowdsourcing Strahlungswerte aus unterschiedlichen Regionen zusammengetragen werden. Die Zahl der privaten Messstationen wächst stetig, vor allem in der Krisenregion rund um das AKW Fukushima I.

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Die Betreiber der Seite fordern dazu auf, sich einen Geigerzähler zuzulegen und die gemessenen Werte mitsamt GPS-Daten auf der Seite zu posten. Die erhobenen Zahlen werden dann auf einer Google-Maps-Karte für alle sichtbar gemacht.

RDTN.org versteht sich dabei nicht als Korrektor zu den Verlautbarungen der japanischen Regierung, sondern vielmehr als Ergänzung. Geplant ist, in naher Zukunft die Daten der User mit Regierungsmitteilungen abzugleichen. Um einen zuverlässigen Datensatz zu gewährleisten, gleicht die Webseite die Daten der User außerdem mit denen von Pachube und Geigercrowd.net ab.

Mashable stellt zurecht die Frage, ob in solchen Krisenzeiten nicht die eigene Gesundheit und die Sorge um Familie und Freunde überwiegen. Und nicht der Wunsch, Strahlenwerte zu messen und sie im Web zu posten. Zumal gutes Equipment einige hundert Dollar kostet. Auf der Webseite verlinken die Betreiber auf Onlineshops, die Geigerzähler führen. So kostet ein brauchbares Gerät 300 Dollar und aufwärts.

Doch ein Blick auf die stetig wachsende Anzahl von Messpunkten zeichnet ein anderes Bild. Das Bild einer hochtechnisierten Gesellschaft, die auch in Erwartung einer neuen Katastrophe über das Web kommuniziert.

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