Buchhändler heute: Aus nach 64 Jahren

Die Maenken Kommunikation stellt das Traditionsblatt Buchhändler heute ein. Das bestätigte Objektleiter Andreas Borchert gegenüber MEEDIA. „Grund für diese Maßnahme ist die kurzfristige wirtschaftliche Perspektive des Fachmagazins“, heißt es in einer Mail an die Autoren des Magazins. Erst im Herbst 2010 hatte Maenken, deren Kerngeschäft "die Kommunikationsberatung Beratung von Unternehmen, Institutionen und Verbänden" ist, das Blatt von der insolventen VVA Kommunikation GmbH übernommen.

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Der Schritt kommt insofern überraschend, weil Herausgeber Mänken und sein Objektleiter noch im Editorial der Dezemberausgabe schrieben, dass sie fest davon überzeugt sind, „dass die Zeitschrift weiter eine wirtschaftliche Perspektive hat und mit dem Fokus Aus- und Weiterbildung eine Existenzberechtigung innerhalb der Buchbranche besitzt“. 
Wenige Monate später klingt das ganz anders. Borchert schreibt in seiner Mail an die Autoren, dass sich gezeigt habe, dass für die Refinanzierung der Zeitschrift nötigen Anzeigenerlöse "kurzfristig nicht in ausreichendem Maße zu realisieren" wären. „Hintergrund sind die durch die neuen Medien und Umschichtungen in den Vertriebswegen verursachten Umwälzungen in der klassischen Buchbranche, die dazu führen, dass viele der für Buchhändler heute wichtigen Verlage mit Umsatzrückgängen zu kämpfen haben und im Zuge dessen unter anderem ihre Marketingausgaben reduzieren und dies insbesondere bei den Fachzeitschriften.“ 
Das Kölner Unternehmen Maenken Kommunikation verlegt nach eigenen Angaben „rund 50 weitere Zeitschriften“. Buchhändler war für die Rheinländer nie das wichtigste Projekt. Das Fachmagazin war Teil eines Deals mit der insolventen VVA, der den Kauf von rund 20 Titeln beinhaltete.
Auf der Firmen-Homepage heißt es unter dem Punkt „Kernkompetenzen“ bei Maenken: „Wir machen Zeitschriften erfolgreicher. Bei der Konzeption, 
in der Realisierung, durch unsere Beratung. Die von uns betreuten Unternehmen haben sich viel vorgenommen. Unsere Zeitschriften helfen ihnen, diese Ziele zu erreichen.“ Das hat zumindest bei dem Versuch ein Traditionsblatt zu revitalisieren nicht geklappt. 

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