Dominik Graf erhält neunten Grimme-Preis

Die Privaten gehen 2011 leer aus: Elf der zwölf Grimme-Preise gehen in diesem Jahr allein an Produktionen von ARD-Sendern, einer ans ZDF. Mit der beim Publikum erfolglosen Serie “Im Angesicht des Verbrechens” sicherte sich Dominik Graf seinen neunten Grimme-Preis. Ebenfalls freuen darf sich Comedian Kurt Krömer über einen Preis. Er war bereits sechs Mal nominiert. Entertainer Thomas Gottschalk erhält bei der Preisverleihung am 1. April einen Ehrenpreis.

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„Im Fernsehjahr 2010 gab es eine ganze Reihe von herausragenden Sendungen mit sehr unterschiedlichen Handschriften, beeindruckenden individuellen Leistungen und einer hohen professionellen Qualität“, erklärte Uwe Kammann, Direktor des Grimme-Instituts, bei der Vorstellung der diesjährigen Grimme-Preise auf einer Pressekonferenz am 16. März in Düsseldorf.

In die Annalen der 47-jährigen Geschichte geht Regisseur Dominik Graf ein: mit seinem neunten Grimme-Preis für die Regie der zehnteiligen Krimi-Serie "Im Angesicht des Verbrechens".

Ausgezeichnet wird auch der BR-"Tatort" "Nie wieder frei sein" als packender und bewegender Film im Spannungsfeld von Selbstjustiz, so das Urteil der Jury. Christian Züberts Romanadaption "Neue Vahr Süd", eine Gemeinschaftsproduktion von WDR/RB, beeindruckte neben der herausragenden Regiearbeit von Hermine Huntgeburth auch die schauspielerische Leistung von Frederick Lau, der als Frank Lehmann zwischen der disziplinierten Welt der Bundeswehr und der linken Szene Bremens Anfang der 80er Jahre hin und her pendelt.

Ihren zweiten Grimme-Preis erhält Aelrun Goette für ihr Sozialdrama "Keine Angst" (WDR). Ausgezeichnet wird auch das BR-Drama "In aller Stille". Hier spielt Nina Kunzendorf die Kommissarin Anja Amberger, die einem Fall von häuslicher Gewalt nachgeht, bei der ein Kind von seinem Vater umgebracht wird.

Einziger Grimme-Preis für das ZDF geht im Bereich Unterhaltung an Doris Dörries erste TV-Produktion "Klimawechsel", eine sechsteilige Serie über vier Frauen in den Wechseljahren. Freuen darf sich auch Comedian Kurt Krömer: Der zweite Preis in der Unterhaltungskategorie geht an "Krömer – Die internationale Show" des rbb. Krömer war schon sechs Mal für den Grimme-Preis nominiert.
In der Sparte Information & Kultur vergab die Jury ebenfalls fünf Preise. "Jeder dieser Filme beweist", so Grimme-Direktor Uwe Kammann, "zu welchen Leistungen das Fernsehen imstande ist und mit welcher Intensität Autoren und Regisseure relevante Themen dem Publikum nahebringen können".

In "Aghet – Ein Völkermord" (NDR) dokumentiert Eric Friedler die Geschichte des Genozids an den Armeniern. In "Iran Elections 2009" (WDR/ARTE) vergegenwärtigt Regisseur Ali Samadi Ahadi in multimedialer Kombination die Protestbewegung aus dem Sommer. Die Produktion „Anwälte – Eine deutsche Geschichte“(WDR/NDR/rbb/ARTE) verbindet aufschlussreich deutsche Zeitgeschichte mit der Lebensgeschichte der einstigen Weggefährten Otto Schily, Hans-Christian Ströbele und Horst Mahler, die schließlich sehr unterschiedliche Lebenswege gehen. Andreas Dresen und Johannes Unger erhalten für "20x Brandenburg" (rbb) ebenfalls einen Grimme-Preis.

Die Verleihung findet am 1. April im Theater der Stadt Marl statt. Dann wird unter anderem auch  Thomas Gottschalk die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbands für herausragende Verdienste um das Fernsehen erhalten. Die Moderation übernimmt Helmar Willi Weitzel.

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