taz macht Gewinn und steigert Abos

Die taz ist links und alternativ, aber trotzdem mächtig stolz, wenn der Laden auch wirtschaftlich brummt. So verkündet Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch im Hausblog: "Das Jahr 2010 war für die taz ein gutes Jahr, die taz-Gruppe wird 2010, wie im Vorjahr, wieder einen Gewinn ausweisen können." Wie hoch das Plus – trotz Auflagen-Minus – ausfällt, verrät der Manager jedoch nicht. Dafür verkündet er, dass im vergangenen Jahr über eine Million Euro neues Genossenschaftskapital gezeichnet wurde.

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Der wirtschaftliche Erfolg und die verbreiterte Kapitalbasis sollen den Berlinern den "notwendigen Rückhalt für die enormen Herausforderungen" geben, "die mit der digitalen Revolution der Medien auch für die taz zu bewältigen sein werden".

Verantwortlich für den Gewinn ist vor allen ein Plus bei den Abonnentenzahlen. Dem Vertrieb gelang es, die besonders rentablen Vollabos im Vergleich zum Vorjahr von 45.791 auf 45.965 Exemplare zu steigern. Damit fällt auch der eigentliche Auflagenverlust nicht so stark ins Gewicht. Das Minus in der Gesamtauflage vom vierten Quartal 2010 im Vergleich zu Q4 2009 liegt bei vier Prozent. Demnach sank die Auflage auf 54.433 Exemplare.

Trotz steigender Seitengriffe auf über fünf Millionen Visits und mittlerweile rund 2.800 E-Paper-Abonnements, hat auch die linke Zeitung keine befriedigende Antwort auf die digitalen Herausforderungen. Ambivalent schreibt Ruch: "Auch in Zukunft soll das Lesen von taz-Artikeln auf taz.de ohne Bezahlschranken frei und kostenlos möglich sein. Aber natürlich kann es nicht so sein, dass die Leser der gedruckten Zeitung dafür bezahlen, was andere im Netz umsonst lesen." Eine Befragung der Onlineleser hat offenbar ergeben, dass 60 Prozent bereit wären, für taz.de "auch in geeigneter Form zu zahlen, sei es für einen Artikel, der ihnen gefallen hat, oder für ein bestimmtes Thema, das die taz recherchiert. Aber immer nur freiwillig." Deshalb setzten die Berliner noch immer gewisse Hoffnungen in das Bezahlsystem Flattr.

Der Geschäftsführer glaubt, dass die digitale Revolution in den nächsten Jahren "von uns immer neue Antworten auf neue Fragen verlangen. Im Vergleich zu vielen anderen Verlagen kann die taz aber mit gut begründetem Optimismus nach vorn schauen." Für die Tageszeitung soll die digitale Zukunft allerdings mehr Chancen als Risiken beinhalten. Warum das so ist und wie die Chancen aussehen, verrät Ruch jedoch nicht.

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