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„Atom-Schock“: Focus aktualisiert Ausgabe

Am Samstag hielt der Spiegel seine Druckmaschinen an, um einen neuen Aufmacher über die Atom-Katastrophe von Fukushima einzubauen. Der Focus konnte seinen Titel ("Das Tsunami-Drama") offenbar nicht mehr ändern. Jetzt ziehen die Münchener nach und bringen am Mittwoch eine überarbeitete Ausgabe mit 50 Sonderseiten. Insgesamt werden 120.000 Exemplare gedruckt. Nebeneffekt: Mit dem überarbeiteten Blatt konkurriert der Focus auf einmal mit dem Stern, der sicherlich auch mit einem Atom-Titel aufmachen wird.

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Das überarbeitete Heft wird ab Mittwoch ausschließlich über den Einzelverkauf vertrieben. Wie die erweiterte Ausgabe im Detail aussehen wird, ist zur Stunde noch unklar, weil die Redaktion noch mitten in der Produktion steckt. Der Redaktionsschluss ist erst am heutigen Montag um 24.00 Uhr. "Im Mittelpunkt der zweiten Heftauflage stehen die nukleare Bedrohung Japans und seiner Bürger, das Gefahrenpotenzial für die ganze Welt und die zu erwartenden Konsequenzen für Deutschland wie für die globale Wirtschaft", erklärt der Verlag.

Der Spiegel konnte am Wochenende nur mit Hilfe seiner Korrespondenten und den Hamburger Redakteuren Hans Hoyng, Cordula Meyer und Olaf Stampf die neue Titelgeschichte stemmen. Zumindest für Meyer waren Atom-Themen nicht fremd. Die 39-Jährige hatte zuletzt über die Renaissance der Kernenergie und Pannen beim Bau des AKWs im finnischen Olkiluoto berichtet. Sie glaubt, dass jetzt sämtliche Pläne für den Bau neuer Meiler in Europa und den USA hinfällig würden.

Genau in diese Richtung zielt auch die neue Titelgeschichte. Im Heft trägt sie die Headline: „Fukushima ist überall“. Die Autoren vergleichen die Kernschmelze in Japan mit dem Super-GAU von Tschernobyl. Sie kommen zu dem Schluss: "Die Havarie kann das Schicksal der Nuklearindustrie besiegeln."

Interessant wird es sein zu beobachten, ob der eher konservativ Argumentierende Focus eine ähnliche Stoßrichtung wählt. Immerhin hat Kanzlerin Angela Merkel bereits eine Aussetzung der Laufzeitverlängerung der deutschen AKWs zugestimmt.

Zudem wird es spannend, wie der Stern mit der neuen Konkurrenz umgeht. Das G+J-Nachrichten-Magazin ist es schließlich nicht gewohnt, am Kiosk mit einem direkten Rivalen konkurrieren zu müssen. Die Themen von Montag sind sonst Donnerstag immer schon alt, so dass der Stern alleine ein neues Thema setzen kann.

Die neue Ausgabe wird die Focus-Auflage sicherlich beflügeln. In den vergangen zwölf Monaten verlor das Nachrichten-Magazin im Gesamtverkauf fünf Prozent. Im Fünf-Jahres-Trend ging die Auflage gar um ein Viertel zurück und beträgt zurzeit 550.811 Exemplare.

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