Ein-Mann-TV-Sender berichtet aus Japan

Mit einem Livestream und einem halben Dutzend Social-Media-Accounts berichtet Katz Ueno über das Erdbeben in Japan. Der japanische Journalist sieht sich als unabhängiges Korrektiv zur trägen Kommunikation der Regierung. Gemeinsam mit Freiwilligen wertet er japanische Informationen auf Englisch aus, ordnet sie ins Gesamtbild ein und korrigiert sie nötigenfalls. Neben Ueno gibt es noch weitere Social Media-Projekte, die über das Beben, die Atom-Katastrophe und die aktuelle Situation in Nippon informieren.

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Wie der Journalist Wolfgang Messer in seinem Blog schreibt, ist Katz Ueno seit wenigen Stunden nach dem Erdbeben mit seinem Livestream online. Dieser kann auf seiner Homepage oder via Ustream empfangen werden. Mehr als 1.500 Zuschauer beobachten Ueno dabei, wie er mit seinen Kopfhörern und seinem Mikrofon vor dem Bildschirm sitzt. Außerdem können sich Betroffene bei ihm per Twitter melden, wo den Yokoso News fast 4.000 Leuten folgen. Auf Facebook und MySpace sind rund 2.000 Nutzer an seinen Beiträgen interessiert. Und via Skype können sich Augenzeugen direkt in die Sendung schalten lassen. So verbreiten sich Warnungen vor Nachbeben und anderen akuten Bedrohungen schnell und ungefiltert.
Über das Erdbeben und die Explosionen in den Atomkraftwerken in Fukushima informierte die japanische Regierung meist nur das, was anderweitig bereits zu hören war und sich nicht mehr geheim halten ließ. Diese träge und teilweise sogar widersprüchliche Kommunikationspolitik hat RP-Online unter der Überschrift "Warum Japan die Welt im Dunklen lässt" zusammengefasst. Ueno will ungefiltert die Wahrheit berichten, auch wenn sich seine Informationen nicht immer überprüfen lassen.

Videos von der Katastrophe in Japan gibt es auch auf Youtube im Kanal "Citizentube". Dort laden Betroffene ihre Clips hoch und zeigen ihre Erlebnisse direkt, unmittelbar und ungeschönt. Auch der Filmemacher Radley Silla, der in Japan lebt, berichtet in einem Video von den Folgen des Erdbebens. Er zeigt Bilder von leer gekauften Supermärkten und twittert ausführlich über die Ereignisse aus dem Land.

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