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Zu Guttenberg bittet um Entschuldigung

Nur wenige Tage nach seinem Rückzug aus der Politik hat sich Karl-Theodor zu Guttenberg bei den Autoren der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags entschuldigt. In einem Schreiben, das Focus und Spiegel vorliegt, gestand der Ex-Verteidigungsminister, "Teile" aus "den von Ihnen geschriebenen" Texten für seine Dissertation "wörtlich übernommen, ohne Ihre Autorenschaft in wissenschaftlich redlicher Weise" gekennzeichnet zu haben.

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Dafür will er in den Schreiben “aufrichtig um Entschuldigung bitten”. Eine Erklärung für seine Vorgehensweise lieferte zu Guttenberg in den Entschuldigungsschreiben offenbar nicht. Die Schreiben sind jeweils persönlich adressiert, die Anrede handschriftlich, so der Focus.

Der Spiegel zitiert aus den Schreiben: "Beim Verfassen meiner Dissertation habe ich Ihren Text … genutzt und daraus Teile wörtlich übernommen, ohne Ihre Autorenschaft in wissenschaftlich redlicher Weise zu kennzeichnen." Weiter heißt es: "Ich möchte mich hierfür aufrichtig bei Ihnen entschuldigen." Gezeichnet: "Ihr sehr ergebener KT Guttenberg".

Noch hätten aber längst nicht alle Wissenschaftler einen Brief erhalten. Und offenbar sind zu Guttenberg auch beim Verfassen der Entschuldigungen Fehler unterlaufen. So hätte er den Göttinger Rechtswissenschaftler Thomas Schmitz als Privatdozent tituliert. Seit sechs Jahren sei Schmitz aber Professor, so der Spiegel.

Ohne dass sie davon gewusst haben könnten, haben‘>. Damit nicht genug: der Ex-Verteidigungsminister hat sogar an Zustimmung hinzugewonnen. 73 Prozent der Befragten sind zufrieden mit seiner Arbeit. Das ist ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vormonat.
Auf Platz 2 folgt Innenminister Thomas de Maizière mit 55 Prozent. Platz 3 teilen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Oppositionsführer Frank-Walter Steinmeier.

En detail finden 75 Prozent, Guttenberg “hatte gegen Regeln und Gesetze verstoßen und deshalb keine andere Wahl als zurückzutreten”. Immerhin 60 Prozent denken außerdem, er sei letztlich von "Neidern in anderen Parteien gestürzt worden". 82 Prozent attestieren ihm aber nach wie vor “ein Gespür, was Menschen von der Politik erwarten”. Dieser Wert ist nach Angaben der ARD im vergangenen Monat ebenfalls um 13 Punkte gestiegen. Und sie scheinen nicht die Einzigen zu sein, die zu Guttenberg zurück haben wollen.

CSU-Chef Horst Seehofer wies am Freitag Berichte als falsch zurück, dass der Rücktritt Guttenbergs in seinen Augen auch positive Seiten hätte.
Seehofer fügte hinzu, er stehe weiter zu Guttenberg. Der müsse zwar erst einmal versuchen, die Ereignisse der letzten Wochen zu verarbeiten. Die CSU werde aber alles unternehmen, damit er eine zweite Chance bekomme und in die Politik zurückkehren könne.

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