Tsunami in Japan: das Web als Infomedium

Mit grauenhaften Bildern begann der Morgen für diejenigen, bei denen zum Frühstück der Fernseher lief. Ein schlimmes Erdbeben suchte Japan heim. Auf der Richterskala erreichte es die Stärke 8,8 und löste Tsunamis aus, die den Nordosten des Landes mit meterhohen Wellen trafen. Viele Medien, allen voran Al Jazeera und CNN, berichteten sofort mit Live-Bildern. Nur die deutschen Öffentlich-Rechtlichen reagierten erneut träge. Jetzt gibt es viele Streams, Ticker, Videos und eine Vermisstensuche.

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Livestreams sind mittlerweile viele im Netz abrufbar. Eine eigene Übertragung bieten unter anderem der arabische Sender Al Jazeera, MSNBC und CNN. Die meisten anderen wie die ARD, N24 und Phoenix greifen auf Bilder des japanischen Senders NHK zurück. Ohne bewegte Bilder, aber dafür informative und mit Einschätzungen gespickte Beiträge bieten unter anderem die Live-Ticker von Spiegel Online, der FAZ, der Financial Times Deutschland und des Focus.
Wer die Folgen des Bebens nicht nur aus der Ferne sehen will, geht zu Youtube. Auf der Videoplattform existiert der Kanal Citizentube, in dem dutzende User ihre Erlebnisse hochgeladen haben. So lässt sich beispielsweise beobachten, wie es in einer Wohnung anfängt zu wackeln, Kassetten sowie Fotos auf den Boden krachen und eine Frau auf die Straße flüchtet.
Daten und Fakten zum Erdbeben zeigen unter anderem die japanische Wetter-Agentur sowie das Tsunami-Warnzentrum. Deren Grafiken machen deutlich, dass das Beben die Ostküste Japans am schwersten getroffen hat. Das Epizentrum lag demnach wenige Kilometer von der Küste entfernt.
Eine weitere Funktion bietet Google. Mit einer speziellen Suche können Nutzer nach Menschen fahnden, die in Japan leben und von dem Beben betroffen sein könnten. Genau so können sie eintragen, wenn sie Informationen über jemanden haben, der möglicherweise vermisst wird. Der so genannte Google Person-Finder kommt aktuell auf rund 1.100 Einträge zu der Katastrophe. Er kam auch schon nach den Erdbeben Anfang 2010 in Haiti, im Januar dieses Jahres in Chile und im Februar in Neuseeland zum Einsatz.

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