Medienaktien: Folgt der Absturz am Gipfel?

Eigentlich ist der zweite Jahrestag des Krisenendes ein Grund zur Freude für Besitzer von Medienaktien – eigentlich. Doch an der Börse ziehen in den ersten Märztagen Wolken auf. Die jüngst erfreulichen Jahresbilanzen sind Geschichte und wurden zum willkommenen Anlass genommen, Gewinne mitzunehmen. Blickt man 24 Monate zurück, ist das Plus fraglos noch groß genug. Axel Springer und ProSiebenSat.1 mussten in den vergangenen Handelstagen jedoch zweistellige Abschläge hinnehmen. Droht der Aufwärtstrend nun zu drehen?

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Eigentlich ist der zweite Jahrestag des Krisenendes ein Grund zur Freude für Besitzer von Medienaktien – eigentlich. Doch an der Börse ziehen in den ersten Märztagen Wolken auf. Die jüngst erfreulichen Jahresbilanzen sind Geschichte und wurden zum willkommenen Anlass genommen, Gewinne mitzunehmen. Blickt man 24 Monate zurück, ist das Plus fraglos noch groß genug. Axel Springer und ProSiebenSat.1 mussten in den vergangenen  Handelstagen jedoch zweistellige Abschläge hinnehmen. Droht der Aufwärtstrend nun zu drehen?

5. Sky: + 126 Prozent

Es sah lange nach einem hoffnungslosen Fall aus – dann kam die Kursexplosion. Nach Jahren der fallenden Kurse, die die Sky-Aktie zeitweise zum Pennystock degradierte, sprangen die Anteilsscheine des Münchner Pay-TV-Senders in 2011 wieder an. Und wie! Unglaubliche 75 Prozent hat Sky im Januar zugelegt und dabei sogar wieder die Marke von 3 Euro zurückerobert. Damit wurde der Löwenanteil der 2-Jahresgewinne eingefahren.
Allerdings: Seit Anfang März sind Aktionäre vorsichtiger geworden – die Anteilsscheine korrigieren von 3 Euro auf 2,50 Euro, ein Minus von fast 20 Prozent in sieben Handelstagen.  

4. Axel Springer: + 130 Prozent

Es waren 24 Monate nach dem Geschmack des Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner, der stolz verkünden konnte: "Von der Krise haben wir kaum etwas gepürt." Aktionäre allerdings schon: Von in der Spitze 140 Euro auf nur noch rund 45 Euro krachte die Springer-Aktie in der großen Finanzkrise zusammen, um sich dann wieder deutlich zu erholen. Bei 105 Euro notierte das Papier gestern – ein Plus von 130 Prozent in zwei Jahren.
Allerdings: Mitte Januar notierte die Springer-Aktie schon bei 125 Euro im Wochenverlauf waren es nur noch 100. Wie auch bei anderen Medienaktien fragen sich Aktionäre in diesen Tagen, wie hart die Korrektur ausfällt…

3. Tomorrow Focus: + 135 Prozent

Es ist ein kaum mehr für möglich gehaltener Ausbruch nach oben: Nach zehn Jahren der zähen Dümpelei zwischen Pennystock und der 4-Euro-Marke gelangen der Münchener Tomorrow Focus AG vor wenigen Tagen endlich neue Hochs. Bei fast 5 Euro notierte die ToFu-Aktie Mitte Februar – das ist so stark wie seit Mai 2001 nicht mehr. In der Hausse der vergangenen zwei Jahre konnten sich Aktionäre über ein Kursplus von 135 Prozent freuen.
2. RTL Group: + 197 Prozent
Auch wenn Europas größter TV-Konzern als Firmensitz das Steuerparadies Luxemburg gewählt hat – der Löwenanteil der erzielten Umsätze und Gewinne fließt aus Deutschland in die Kassen der Bertelsmann-Tochter, entsprechend sinnvoll erscheint eine Mitberücksichtigung unter den deutschen Medienaktien. Und RTL Group-Anteilseigner konnten sich in den vergangenen 24 Monaten wahrlich nicht beklagen: Der Nettogewinn wurde seit 2009 fast verdreifacht – und ebenso synchron entwickelte sich die Aktie mit einem Plus von fast 200 Prozent.
1. ProSiebenSat.1 : + 2020 Prozent
Es ist fraglos die beeindruckendste Börsen-Erfolgsgeschichte der vergangenen 24 Monate: Bei weniger als einem Euro notierte die ProSiebenSat.1-Aktie am 9. März 2009 – mehr als 20 Euro waren es gestern. Mit einem Kursplus von mehr als 2000 Prozent spielt das Münchner Senderkonglomerat damit in einer ganz eigenen Liga.
Allerdings schrillen die ersten Alarmsignale: Vor drei Wochen noch notierte P7S1 bei fast 25 Euro – knapp 20 Prozent gingen seit Mitte Februar verloren. Keine Frage: Investoren, die irgendwann im Aufschwung der vergangenen zwei Jahre eingestiegen waren, haben viel zu verlieren. Die immer wieder kolportierte Verkaufsbereitschaft der Private Equity-Investoren KKR und Permira machen das Papier zudem nicht unbedingt attraktiver. 

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