EA-Managerspiel: der rätselhafte Fifa-Fluch

Wer es aufs Cover von Electronic Arts' Kult-Spiel "Fußball Manager" schafft, hat etwas Großes erreicht. Er wurde Meister oder Pokal-Sieger – und kurze Zeit später gefeuert. Aktuelles Beispiel: Felix Magath. Der Schalke-Trainer ziert das Titelbild der aktuellen Ausgabe des virtuellen "Fußball Manager" und steht offenbar kurz vor dem Rauswurf. Schon seit dem Start der Computerspielserie im Jahr 2001 scheint ein Fluch auf ihr zu liegen. Opfer sind u.a. Reiner Calmund, Thomas Doll und Hans Meyer.

Anzeige

Wer es aufs Cover von Electronic Arts‘ Kult-Spiel "Fußball Manager" schafft, hat etwas Großes erreicht. Er wurde Meister oder Pokal-Sieger – und kurze Zeit später gefeuert. Aktuelles Beispiel: Felix Magath. Der Schalke-Trainer ziert das Titelbild der aktuellen Ausgabe des virtuellen "Fußball Manager" und steht offenbar kurz vor dem Rauswurf. Schon seit dem Start der Computerspielserie im Jahr 2001 scheint ein Fluch auf ihr zu liegen. Opfer sind u.a. Reiner Calmund, Thomas Doll und Hans Meyer.
Magath ist kurz davor, sich in die Liste der geschassten Trainer einzureihen, die auf dem Titel der "Fußball Manager"-Serie des amerikanischen Spiele-Publishers abgebildet waren. Seinen Anfang nahm der EA-Cover-Fluch schon vor zehn Jahren. Für die erste "FM"-Version, die im Herbst 2001 erschien, war Ex-Schalke-04-Manager Rudi Assauer auf dem Titelbild zu sehen. Während sein Club in den Vorsaisons noch Vizemeister und Pokalsieger wurde, reichte es in der Spielzeit 2002/2003 nur für den siebten Tabellenplatz. Kurz darauf wurde bekannt, dass der Verein einen beträchtlichen Schuldenberg angehäuft hatte.
Im Folgejahr setzte sich die Verdammnis mit Lothar Matthäus fort. Der Ex-Nationalspieler hatte den SK Rapid Wien als Trainer zur Meisterschaft und in die Champions League geführt. Dann verließ er den österreichischen Club und blieb bei keinem Verein länger als ein Jahr.
Noch schwerwiegendere Folgen hatte der Fluch für Reiner Calmund, der in der Saison 2003/2004 das Cover des "Fußball Manager" bedeckte. Das Spiel kam Ende 2003 auf den Markt. Am 8. Juni 2004 gab "Calli" nach eigenen Angaben aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt vom Amt des Geschäftsführers bei Bayer 04 Leverkusen bekannt. Etwas später wurde publik, dass der heute 62-Jährige nicht selbst zurückgetreten, sondern vom Verein entlassen worden war.
2005 verlor das böse Omen seine Wirkung – oder konnte  Felix Magath nichts anhaben. Auch 2006, als das Werder-Bremen-Duo Klaus Allofs und Thomas Schaaf das Titelbild zierte, passierte nichts.
Dafür kam der Fluch mit dem "Fußball Manager 2007" umso heftiger zurück. Der damalige Trainer des Hamburger SV, Thomas Doll, war bis dahin noch erfolgreich mit seinem Verein. In der Spielzeit 2006/2007 folgte dann der Absturz. Am 1. Februar 2007 zog der HSV nach nur 15 Punkten aus 19 Bundesliga-Partien die Konsequenzen und entließ den Trainer.
Ähnlich lief es im Folgejahr mit Hans Meyer ab. Der 68-Jährige war Trainer beim 1. FC Nürnberg und gewann 2006/2007 den DFB-Pokal. Daraufhin hievte Electronic Arts ihn aufs Cover für den "Fußball Manager 2008". Nicht einmal ein halbes Jahr später, im Februar 2008, wurde er entlassen. Am Ende der Saison stieg der Club ab.
2009 kam Bundestrainer Jogi Löw aufs Cover. Bei ihm schlug der Fluch zwar nicht ganz so intensiv zu. Aber nachdem die Nationalmannschaft das Europameisterschafts-Finale erreicht hatte, folgten Niederlagen gegen England und Norwegen sowie Unentschieden gegen Fußballwinzlinge wie China, Finnland und die Elfenbeinküste.
Bei Ralf Rangnick, der auf dem 2010er-Titel des Spiels abgebildet war, dauerte es etwas länger, bis er die Folgen seiner Werbeträgerschaft zu spüren bekam. Mit der TSG Hoffenheim hatte er eine gute Saison in der 1. Bundesliga abgeliefert, rutschte dann aber ins Mittelfeld ab und verkrachte sich Ende 2010 mit Club-Chef Dietmar Hopp. Anfang 2011 trennten sich Verein und Trainer.
Aktuell setzt sich der Fluch mit Felix Magath fort. Medienberichten zufolge denkt Schalke 04 über eine Trennung nach. "Wir müssen die Reißleine ziehen. Völlig unabhängig von der Champions League. Im ganzen Verein brennt es lichterloh", sagte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies gegenüber dem Kicker.
Der Cover-Fluch zieht sich fast durch die gesamte Geschichte des "Fußball Manager". Und er ist nicht einmal der einzige Grund für abergläubische Sportler, auf den einen oder anderen Werbevertrag zu verzichten. Seit Jahren kursiert der "Madden-Fluch" durch die Spielergemeinde, der besagt, dass American-Football-Stars, die für EAs Sportsimulation "Madden NFL" werben, sich in der folgenden Saison schwer verletzten oder einen unerklärlichen Leistungseinbruch erlebten.
Ähnlich bergab ging es für die "Nutella-Boys". Testimonials und ehemalige Fußball-Nationalspieler wie Benny Lauth, Kevin Kuranyi oder Tim Borowski, die in Werbespots für die Schokoladencreme auftraten, lieferten schwache Leistungen ab und flogen aus dem Kreis der DFB-Auswahl.
Letztendlich bleibt zu hoffen, dass sich die aktuellen Nutella-Boys um Manuel Neuer und Mesut Özil nicht von dem Fluch anstecken lassen. Und auch BVB-Trainer Jügen Klopp dürfte in großer Gefahr schweben. Denn so erfolgreich wie er mit Borussia Dortmund derzeit ist, ist er einer der heißen Kandidaten für das "Fußball Manager"-Cover 2012.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige