Radio-MA: die Top-Sender der Bundesländer

Auch bei der neuesten Radio-MA darf der inzwischen schon traditionelle MEEDIA-Blick in die 16 Bundesländer nicht fehlen. Welches sind die erfolgreichsten Sender in den Regionen? Wo gibt es Positionswechsel, herbe Verluste oder glänzende Zuwächse? Große Verschiebungen gibt es diesmal auf dem umkämpften Radiomarkt in Berlin, eine neue Nummer 1 in Bremen und einen Triumphator in Hamburg. Und: In den meisten der 16 Länder führen weiter Privatsender das Ranking an.

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Im Gegensatz zur Blitz-Analyse vom Mittwochmorgen kommen in unsere Bundesländer-Auswertung nicht nur Sender, in denen Werbung gebucht werden kann, sondern alle verfügbaren Kanäle. Zudem sind die Zahlen in unseren 16 Tabellen keine Hörer pro Stunde, sondern Tagesreichweiten, also die Gesamtzahl der Menschen, die an einem Werktag den jeweiligen Sender einschalten – egal wie lang.

Beginnen wir unsere Rundreise durch Radio-Deutschland wie immer im Norden. In Schleswig-Holstein musste die Nummer 1, R.SH Federn lassen und verlor als einziger der fünf populärsten Sender. NDR 1 Welle Nord rückt damit näher an R.SH heran, doch noch bleibt der Vorsprung komfortabel. Deutlich verloren hat außerhalb der Top 5 auch delta radio (-38.000), größter Gewinner der aktuellen ma ist NDR 1 Welle Nord mit einem Plus von 46.000 Hörern.

In Hamburg trumphiert Radio Hamburg. Mit einem Plus von 54.000 Hörern pro Tag, bzw. 15,1% setzt sich der Privatsender deutlich von der Konkrurenz ab. Statt 115.000 Hörer beträgt der Vorsprung auf NDR 90,3 nun 168.000 Hörer. Radio Hamburg ist damit natürlich auch der größte Gewinner des Bundeslandes, am meisten verloren hat hingegen Oldie 95 (-11.000), das damit von Platz 5 auf 8 gerutscht ist.

Eine öffentlich-rechtliche Nummer 1 gibt es in Niedersachsen. NDR 1 bleibt dort der Sender mit den meisten Hörern und konnte seine Tagesreichweite sogar noch ausbauen. 1,831 Mio. Niedersachsen schalten täglich den Sender ein. radio ffn verliert als private Nummer 1 hingegen 2,9%. Noch mehr als die 44.000 Hörer hat allerdings NDR Info verloren – der Sender fiel in Niedersachsen von 290.000 auf 243.000 Hörer. Größter Gewinner ist NDR 2 – mit einem Plus von 96.000 Hörern.

Einen Führungswechsel gab es unterdessen in Bremen. Bremen Eins überholte seinen jungen Bruder Bremen Vier. Hörer gewonnen hat dabei aber auch Bremen Eins nicht, die geringeren Verluste führten zum Führungswechsel. Bremen Vier war mit dem Minus von 23.000 auch der größte Absteiger, am deutlichsten hinzugewinnen konnte in Bremen interessanterweise der Deutschlandfunk (+6.000).

In Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsstärksten Land der Republik führt natürlich weiterhin radio NRW. Das Konglomerat aus zahlreichen Lokalsendern verzeichnet diesmal eine Tagesreichweite von 5,092 Mio. und damit ein kleines Minus von 0,6%. Der Vorsprung auf die verschiedenen WDR-Kanäle ist aber weiterhin komfortabel. Am deutlichsten zulegen konnte in NRW der Infosender WDR 5 – er verbesserte sich um 22,6% oder 131.000 Hörer auf eine Tagesreichweite von 711.000. 104.000 Hörer gewonnen hat SWR3, größter Verlierer ist RPR1. aus dem Nachbarland Rheinland-Pfalz, das in NRW 48.000 Hörer einbüßte.

Auch in Hessen liegt das Privatradio vorn: Hit Radio FFH verlor allerdings 101.000 Hörer. Mit der Tagesreichweite von 1,488 Mio. bleibt der Sender aber die klare Nummer 1 vor hr3 und hr4. Während FFH damit auch der größte Verlierer Hessens ist, tat sich der junge FFH-Ableger planet radio als Aufsteiger der ma hervor: Mit einem Plus von 98.000 Hörern macht er zudem einen Satz von Platz 5 auf 4.

Keine Positionswechsel gibt es in der Top 5 von Rheinland-Pfalz. SWR3 führt einer Tagesreichweite von 792.000 nun etwas klarer vor RPR1., das mit dem Minus von 38.000 Hörern gleichauf mit SWR1 RP der größte Verlierer ist. Am deutlichsten hinzugewinnen konnte hingegen das öffentlich-rechtliche Jugendradio Das Ding / Unser Ding 103.7 – 34.000 zusätzliche Hörer gewann der Sender – ein heftiges Plus von 70,8%.

In Baden-Württemberg dominiert der SWR unterdessen das Geschehen weiterhin nach Belieben. Mit einer Tagesreichweite von 2,315 Mio. bleibt SWR3 das Maß der Dinge im Ländle, SWR4 BW und SWR3 BW folgen dahinter vor dem größten Privatradio Hit-Radio Antenne 1. Dort wurde dafür aber ein Plus von 125.000 verzeichnet. SWR3 gewann aber 133.000 Hörer hinzu. Größter Verlierer ist diesmal SWR4 BW (-81.000), auch Radio 7 verlor mit 42.000 Hörern recht deutlich.

Der größte Verlierer aller Bundesländer findet sich in Bayern: Antenne Bayern büßte im Vergleich zur ma 2010 II satte 217.000 Hörer pro Tag ein. Dennoch bleibt man die Nummer 1 in Bayern, auch weil das öffentlich-rechtliche Bayern 1 mit dem Minus von 93.000 ebenfalls kräftig verlor. Der größte Gewinner kommt allerdings auch vom BR: Bayern 3 gewann 100.000 Hörer hinzu.

Im Saarland bleibt Radio Salu der meistgehörte Sender, dahinter schob sich aber der eine öffentlich-rechtliche Sender, SR 3 Saarlandwelle, am anderen, SR 1 Europawelle, vorbei. Der Grund: SR 3 ist mit dem Plus von 28.000 Hörern der größte Gewinner der neuen ma, SR 1 mit dem Minus von 31.000 Hörern der größte Verlierer.

Kräftige Verwerfungen gibt es im wohl umkämpftesten Radiomarkt der Republik, dem in Berlin. Zwar bleibt 104.6 RTL mit der Tagesreichweite von 411.000 die klare Nummer 1, doch dahinter ist viel los. So gewann die bisherige Nummer 4, 94,3 rs2, deutliche 62.000 Hörer hinzu und sprang damit auf Rang 2, die bisherige Nummer 3, 105’5 Spreeradio verlor hingegen 25.000 Hörer und rutschte auf Platz 5. Neben rs2 größter Gewinner der neuesten ma ist 98.8 Kiss FM, das dank 47.000 hinzu gewonnen Hörern einen Satz von Rang 8 auf 5 machte. Noch deutlicher als 105’5 Spreeradio haben drei andere Sender verloren, die sich nicht in der Top 5 finden: radioeins büßte 51.000 Hörer oder 22,0% ein, Antenne Brandenburg 45.000 bzw. 19,7% und Klassik Radio 36.000 bzw. 23,2%.

Auch in Brandenburg gehört rs2 zu den Aufsteigern, bleibt dank des Zuwachses von 32.000 Hörern in der Top 5 des Landes. Größter Aufsteiger ist aber der Berliner Rundfunk 91.4, der in Brandenburg 49.000 zusätzliche Menschen überzeugt hat, einzuschalten. Auch Antenne Brandenburg gewann deutlich: 41.000 Hörer. Die Nummer 1 des Landes, BB Radio, verlor zwar leicht, aber nicht so stark wie der Absteiger der aktuellen ma: Jugendradio Fritz gingen 45.000 Hörer bzw. 25,7% abhanden. Folge: Ein Sturz von Platz 4 auf 6.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist ein Jugendsender der größte Verlierer: N-Joy vom NDR verlor 24.000 Hörer. Damit führt der Kanal gemeinsam mit Antenne MV das Verlierer-Ranking an. Größte Gewinner sind hingegen NDR 1 Radio MV mit einem Tagesreichweiten-Plus von 41.000, sowie Radio Paloma mit 15.000. NDR 1 Radio MV baut damit seinen Vorsprung als Nummer 1 im Nordosten aus: Ostseewelle Hit-Radio MV verfügt nun über einen Rückstand von 78.000 Hörern.

Der größte Aufsteiger Sachsens hat den Sprung in die Top 5 knapp verpasst. Trotz eines fulminanten Tagesreichweitenzuwachses von 134.000 bzw. 40,6% musste sich der Sender wie beim letzten Mal mit Platz 6 zufrieden geben. Der Rückstand auf die Nummer 5, Jump, ist aber auf 23.000 Hörer zusammengeschrumpft. Auch deswegen, weil Jump zu den Verlierern gehört. Größter Absteiger des Landes ist aber der Deutschlandfunk, dem in Sachsen 51.000 Hörer abhanden gingen. Nummer 1 bleibt MDR 1 Radio Sachsen, auch wenn Radio PSR aufholt.

Im Nachbarland Sachsen-Anhalt führt radio SAW weiterhin deutlich das Ranking an. Mit einem Plus von 9,9% auf 853.000 Hörer hat der Sender einen Vorsprung von 387.000 Hörern auf das zweitplatzierte Radio Brocken. Die Nummer 2 vom letzten Mal, MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt, rutschte als größter Verlierer (-93.000) auf Rang 3. Gewinner der neuen ma ist radio SAW mit einem Plus von 77.000.

Deutlicher als bei der ma 2010 Radio II sieht es in Thüringen aus. Damals betrug der Vorsprung von Antenne Thüringen auf MDR 1 Radio Thüringen 55.000 Hörer, nun sind es 101.000. Grund dafür ist das 12,1%-Plus von Antenne Thüringen, das den Sender mit dem 69.000 hinzugewonnen Hörern auch zum größten Aufsteiger macht. Verlierer Nummer 1 ist hingegen Jump, das 26.000 Hörer verlor, aber auf der Nummer 4 des Thüringen-Rankings bleibt.

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