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Freie Presse druckt 100 Leserinnen-Fotos

Frauen ganz groß: Am heutigen Dienstag wird der Weltfrauentag 100 Jahre alt und die Medien feiern mit. Während überregionale Zeitungen wie Bild, Frankfurter Rundschau und taz das Thema auf Seite eins bringen und verraten, was Frauen besser können oder was weibliche Promis sich wünschen, hat die Freie Presse ein Experiment zur Leser-Blatt-Bindung gewagt: Die Tageszeitung aus Chemnitz hat mittels Cloud-Computing einhundert Fotos ihrer Leserinnen im Alter von 100 Jahren bis zu einem Jahr gesammelt.

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Der Startschuss fiel am vergangenen Donnerstag in der Redaktionssitzung. Innerhalb von zwei Produktionstagen organisierte das Regionalblatt mit seinen 19 Außenstellen (von Annaberg bis Zwickau) und ebenso vielen Fotografen eine Panoramaseite mit einhundert Fotos von Frauen ausschließlich aus dem Verbreitungsgebiet. "Aufgrund der 19 beteiligten Fotografen stammen viele Damen aus dem Tagesgeschäft. Das heißt, zu Beteiligten an Fototerminen, die man in den letzten zwei Wochen besucht hatte, wurde nochmal Kontakt aufgenommen", erklärt die stellvertretende Chefredakteurin Jana Klameth. Außerdem habe man in der näheren Nachbarschaft der Lokalredaktionen und in Altersheimen gesucht. "Zuletzt fehlte noch eine 34-Jährige. Der Fotograf ist in einem Einkaufscenter so lange durch die Geschäfte gelaufen und hat gezielt nach einer 34-Jährigen gefragt, bis dies schließlich zum Erfolg geführt hat", sagt Klameth. Maßgeblich wurde die Aktion von Foto-Ressortleiter Ronny Rozum organisiert und realisiert.

Die Seite mit den 100 Frauen im Alter von 1-100
Bei dem Experiment arbeiteten die freien Mitarbeiter von ihren unterschiedlichen Arbeitsorten zum ersten Mal mit Hilfe einer Cloud. Alle Daten wurden in einem Google-Docs-Dokument zusammengetragen. Was hätte die Redaktion gemacht, wenn das Experiment gescheitert wäre? "Es war schon Herzklopfen dabei, aber wir hatten volles Vertrauen in alle Beteiligten. Die Panorama-Seite war bestellt und es gab im Mantel auch keine anderen  (ersatzweisen) Überlegungen", sagt Klameth. 70 Prozent der Redakteure hätten vorher an dem Vorhaben gezweifelt. Neben den einhundert Porträts sind in den heutigen Regionalausgaben Leitartikel und kurze Infos rund um den Frauentag enthalten. "Im Erzgebirge haben die Kollegen zum Beispiel recherchiert, welchen Frauen bisher ein Denkmal gesetzt wurde bzw. nach welchen eine Straße benannt ist. Und da es eher wenige Frauen sind, hat die Redaktion Vorschläge gemacht, welche Frauen es verdient hätten, auf Straßennamen zu erscheinen. Die Freiberger Kollegen haben drei Frauen vorgestellt, die seit Jahren um die Einführung eines sogenannten Schichtbusses kämpfen – und  die Idee jetzt realisiert haben", so Klameth.
Auch in überregionalen Zeitungen ist der Frauentag Thema. Die Bild-Zeitung verriet anlässlich des Weltfrauentags 100 Dinge, die Frauen besser können, darunter Chef sein, Fußball spielen, Telefonieren aber auch "Auf dem Beifahrersitz sitzen, ohne Fahrtipps zu geben". In der Frankfurter Rundschau erzählen neun Frauen im Alter zwischen 19 und 93 ihre Wut und ihre Wünsche. Auch die taz fragte Frauen nach ihren Wünschen, allerdings 100 an der Zahl mit prominenten Vertreterinnen wie Angela Merkel, Uschi Glas oder Sibylle Berg.  
Im vierten Quartal 2010 verkaufte die Freie Presse laut IVW 282.744 Exemplare, davon 272.703 Zeitungen an Abonnenten. Im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht dies einem Minus von drei Prozent beim Gesamtverkauf. Im 5-Jahres-Trend sind es sogar minus 14 Prozent.

Hier sehen Sie die Cover der heutigen Zeitungen im Überblick

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