Steve Jobs präsentiert Musiknetzwerk Ping

Steve Jobs hatte geladen. Und sie strömten herbei. Zum dritten Mal in diesem Jahr rief Apple zur Keynote im Moscone-West-Center im kalifornischen San Francisco. Erstmalig streamte der Konzern das Event weltweit live. Die größte Überraschung des Abends: Ping, ein soziales Netzwerk für Musik. Die gesamte iPod-Familie bekommt ein Facelift. iOS 4 bekommt seine Fehler ausgemerzt und interessante neue Features. Der Apple-Boss gestand Misserfolge ein und verbessert Apple TV. Mit HD-Fähigkeit und zum Kampfpreis.

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Steve Jobs hatte geladen. Und sie strömten herbei. Zum dritten Mal in diesem Jahr rief Apple zur Keynote im Moscone-West-Center im kalifornischen San Francisco. Erstmalig streamte der Konzern das Event weltweit live. Die größte Überraschung des Abends: Ping, ein soziales Netzwerk für Musik. Die gesamte iPod-Familie bekommt ein Facelift. iOS 4 bekommt seine Fehler ausgemerzt und interessante neue Features. Der Apple-Boss gestand Misserfolge ein und verbessert Apple TV. Mit HD-Fähigkeit und zum Kampfpreis.

Für die erste Überraschung sorgte Apple schon vor der Keynote. Im Gegensatz zu den Apple-Präsentationen der letzten Jahre übertrug Apple live per Stream – offiziell nur für Besitzer eines Macs mit OS X 10.6 oder eines iOS-Gerätes. Apple-Boss Steve Jobs gab sich dann zu Beginn der Vorstellung sichtlich stolz: neuer Apple-Store in China, neuer Apple-Store in China, der 300. Apple-Store weltweit, 200 App-Downloads pro Sekunde und mittlerweile 25.000 verfügbare iPad-Apps. Aber was gibt es neues an der Apple-Front?

iOS4: HDR-Bilder und ein GameCenter
Viele Bugs (Näherungssensor, Bluetooth, 3G) wurden behoben. Eine große Neuerung ist die Möglichkeit, mit der Kamera sogenannte HDR-Bilder zu erstellen. Damit werden einige Schwachstellen der Kamera durch die Software ausgemerzt. Wird die Funktion aktiviert, schießt das Gerät schnell hintereinander drei Bilder. Ein unterbelichtetes, ein überbelichtetes und ein normal belichtetes Bild. Aus den drei Bildern wird ein Foto erstellt. Hintergründe sollen dann nicht mehr ausgebrannt sein, Schatten nicht mehr große Teile des Bildes verdunkeln. Eine weitere Neuerung ist das Game Center. Vergleichbar mit Xbox Live wird GameCenter eine Sammelstelle für Spielstände, Bestenlisten und Multiplayer-Matches. User können sehen, wer dasselbe Spiel spielt, Freunde einladen und Multiplayerspiele starten.

Steve Jobs ließ es sich außerdem nicht nehmen, eine kleine Vorschau auf das im November erscheinende iOS 4.2 zu liefern. Die neue Version soll kostenlos für das iPad, das iPhone und den iPod touch erscheinen. Neben der Möglichkeit, via Airplay Videos, Fotos und Musik zu streamen, ermöglicht das Update kabelloses Drucken.

iPod touch 4
275 Millionen iPods hat Apple bisher verkauft. Ein gigantischer Erfolg. Dass neue iPods vorgestellt würden, ließ schon das Keynote-Logo vermuten. Der neue iPod touch ist noch dünner als sein Vorgänger und verfügt, genau wie das iPhone 4, über zwei Kameras, das hochauflösende Retina-Display und den optimierten Bewegungssensor.

Durch die eingebaute Frontkamera ist die Verwendung von FaceTime möglich. Weil der iPod touch zur erfolgreichsten mobilen Spieleplattform vor Sony und Nintendo gewachsen ist, bekommt auch er das neue iOS und das Game Center. Die 8GB-Version wird für 229 Dollar schon kommende Woche in den USA erhältlich sein.

Meine Meinung: Wenn Apple den iPod touch weiterhin so konsequent optimiert, werden sich vielleicht viele User bald fragen, ob sie überhaupt noch ein iPhone brauchen.

iPod Shuffle: das Beste aus zwei Generationen
Der Winzling der iPod-Familie bekommt ein Facelift. Er verbindet das quadratische Design seines Vorgängers mit den Bedienbarkeit des Vorvorgängers. Für das kleine Gerät muss der Kunde nur noch 49 Dollar zahlen.

Meine Meinung: Das Update war nötig. Aber die größten Anteile dürften auf den iPod nano und den iPod touch entfallen.

iPod nano: der Mini-iPod-touch
Seit einigen Tagen machten Bilder von einem geschrumpften iPod nano die Runde, dessen Vorderseite aus einem berührungsempfindlichen Display besteht und der vom Design an den älteren iPod shuffle erinnert. Schuld daran waren voreilige Onlinehändler, die den Verkauf von passendem Zubehör schon vor Bekanntgabe fördern wollten. Die Gerüchte haben sich als wahr herausgestellt. Der neue Winzling wird über ein 1,7 Zoll großes Display gesteuert. Die wichtigsten Features: Clip, Lautstärkeknöpfe, VoiceOver, FM-Radio, Nike+, nutzbar in 29 Sprachen und dazu 24 Stunden Akkulaufzeit. 149 Dollar kostet die 8GB-Variante.

Meine Meinung: Für Multitouch ist natürlich kein Platz auf dem kleinen Display. Das Design wirkt trotzdem gelungen und wird seine Abnehmer finden.

iTunes 10: Apple startet sein eigenes soziales Netzwerk
Beinahe zwölf Milliarden Songs wurden bisher über iTunes heruntergeladen. Zeit für ein neues Logo: ohne CD im Hintergrund. Außerdem wird iTunes “sozialer”. “Ping” heißt der neue Service für iTunes und versteht sich als soziales Netzwerk für Musik. Über Ping soll der User mitbekommen, was sein Lieblingskünstler plant, wo er auftritt, was Freunde hören, welche Konzerte sie besuchen etc. Auf den ersten Blick wirkt es wie eine Mixtur aus MySpace, Facebook und Twitter. Der große Unterschied zu Twitter: Der User kann entscheiden, wer ihm folgen soll. Ping wird für die Mac-Familie, das iPhone und den iPod touch ab sofort erhältlich sein.

Meine Meinung: Der Dienst startet mit einer riesigen Basis von 160 Millionen iTunes-Usern, die lediglich noch auf die Profile Ihrer Lieblingskünstler klicken müssen. Der Erfolg ist vorprogrammiert, aber keine wirkliche Bedrohung für Facebook und Co.. Eher ein mächtiges Zusatzfeature für iTunes.

iTV: High Definition für 99 Dollar
Steve gestand: Apple TV war nie ein Erfolg, die Konkurrenz aber ebenfalls nicht. Man hätte mit Usern gesprochen, was sie wollten. Und was sie wollten war HD. Und Hollywood-Filme sowie -serien. Nutzer wollen sich nicht mit Datenspeichern abgeben, sie möchten keinen Computer an ihrem Fernseher. Außerdem möchten sie niedrige Preise für Inhalte.

Das Ergebnis: die zweite Generation des Apple TV. Das neue Gerät ist winzig. Nur ein Viertel so groß wie sein Vorgänger. Trotzdem verfügt es über einen HDMI-Anschluss sowie die Möglichkeit, es kabellos oder kabelgebunden mit dem Internet zu verbinden. Inhalte werden nicht mehr mit dem Computer synchronisiert, sondern gestreamt.
Neue HD-Filme kosten in den USA 4,99 Dollar, HD-Fernsehserien nur 99 Cents. ABC und Fox sind als erste Sender in den USA dabei, weitere sollen folgen. Das Interface ähnelt sehr dem vom Mac bekannten FrontRow-Mediaplayer. Die typische Apple-Remote wird beigelegt. Ein wirklich netter Bonus: AirPlay kommt im November auf iOS 4.2. Damit kann der User dann seine Fotos, Videos und Musik direkt auf sein Apple TV streamen. Das neue “iTV” kommt zum Kampfpreis von 99 US-Dollar in vier Wochen in den Handel. Auch in Deutschland.

Meine Meinung: Für die Funktionen und HD-Kapazität ein absoluter Niedrigpreis. Der Erfolg im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft ist eigentlich schon vorprogrammiert. Verdienen wird Apple über das reine Gerät aber dennoch nicht viel. Das Geld soll mit dem Verleih von TV-Inhalten gemacht werden. Auswirkungen auf deutsche Angebote hat der Deal mit den US-Sendern und Hollywoodstudios erst einmal nicht. Doch das Gerät kommt zum richtigen Zeitpunkt. Auf der parallel gestarteten IFA in Berlin dreht sich dieser Tage auch alles um die Vernetzung von Internet und Fernsehen.

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