Last-Minute-Geschenke: eReader im Vergleich

Zu Weihnachten ein Buch verschenken? Warum nicht gleich ein paar tausend Bücher? Endlich mausern sich eBook-Reader zur ernstzunehmenden Alternative zum Schmökern im Papier. Ins Rennen um die Gunst der Weihnachtseinkäufer gehen der Marktführer Kindle von Amazon, Thalias deutsche Alternative Oyo, Sonys PRS-650B, der Acer LumiRead von Libri und der Aluratek Libre aus dem Hause Weltbild. Wir haben uns die Geräte etwas genauer angeschaut und verraten Ihnen, was Sie können. Und was nicht.

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Zu Weihnachten ein Buch verschenken? Warum nicht gleich ein paar tausend Bücher? Endlich mausern sich eBook-Reader zur ernstzunehmenden Alternative zum Schmökern im Papier. Ins Rennen um die Gunst der Weihnachtseinkäufer gehen der Marktführer Kindle von Amazon, Thalias deutsche Alternative Oyo, Sonys PRS-650B, der Acer LumiRead von Libri und der Aluratek Libre aus dem Hause Weltbild. Wir haben uns die Geräte etwas genauer angeschaut und verraten Ihnen, was Sie können. Und was nicht.

Eigentlich haben die digitalen Bücherflundern nur Vorteile: Sie sind klein, leicht, bieten Platz für tausende Bücher und der Akku hält dank stromsparender E-Ink-Technik mehrere Wochen. Dennoch hat sich in Deutschland bisher kaum jemand für eBook-Reader interessiert. Gründe dafür gab es genug: zu hohe Preise für die Geräte, zu teure eBooks und zu wenig deutschsprachiger Lesestoff.

Gibt es überhaupt genug eBooks?
“Echte” Bücher gibt es en masse. Aber wie steht es um eBooks? Genauer: um deutschen Lesestoff. Diese Frage dürften sich vor allem die Besitzer des Kindle aus dem Hause Amazon stellen. Amazon setzt bei seinen eBooks auf das eigene AZW-Format, das kaum deutsche Titel bietet und auf keinem anderen E-Reader funktioniert. Als wär das noch nicht genug, lassen sich auf dem Kindle keine Bücher im epub-Format lesen. Das unterstützen wiederum alle anderen Anbieter. Mit 40.000 deutschen E-Books ist epub zwar keine Großbibliothek. Immerhin sind rund 60 Prozent aller Bestseller verfügbar. Apple hat für sein iPad den eigenen iBooks-Store. Der führt zwar auch schon viele deutsche E-Books, aber nur rund ein Fünftel der Bücher aus der Spiegel-Bestseller-Liste. Die eReader im Überblick

Amazon Kindle 3
Touchscreen: nein, Anzahl Schriftgrößen: 8, Formate: AZW, mobi, PDF, Gewicht: 225 Gramm, Gerätespeicher/Speicherkartenplatz: 4 GB/nein, Zusatzfunktionen: MP3, Internet, Buchkauf: per UMTS, USB oder WLAN, Preis laut Hersteller: 189 Euro

Wie beinahe alle eReader funktioniert der Kindle mittels E-Ink-Technologie. Dabei werden Farbemoleküle magnetisch angeordnet. Das bedeutet: Das Gerät verbraucht nur Strom, wenn Sie eine Seite weiterblättern. Das iPad beispielsweise verfügt über einen LCD, der dauerhaft beleuchtet ist. Der Nachteil der elektronischen Tinte: Das Display leuchtet nicht. Wenn Sie in dunklen Räumen lesen wollen, müssen Sie also zur Lampe greifen. Allerdings vertreibt Amazon als Zubehör eine Lederhülle mit eingebautem Leselicht. Wer den schlanken Reader sein Eigen nennen möchte, muss ihn allerdings derzeit noch aus den USA importieren. Der große Nachteil des ansonsten gelungenen Gerätes ist die Auswahl an deutschen eBooks. Derzeit ist der Reader nur etwas für Leseratten, die Bücher lieber im englischen Original schmökern will.

Thalia Oyo
Touchscreen: ja, Anzahl Schriftgrößen: 6, Formate: epub, PDF, Gewicht: 226 Gramm, Gerätespeicher/Speicherkartenplatz: 1,5 Gigabyte/ja, Zusatzfunktionen: MP3, Internet, Buchkauf: per WLAN, USB, Preis laut Hersteller: 139 Euro

Der Oyo ist die deutsche Antwort auf den Kindle. Die Titelauswahl ist riesig und umfasst Klassiker, Sachbücher sowie aktuelle Bestseller. Wer sich einen Überblick verschaffen will, besucht www.buch.ch oder www.bol.ch. Alle E-Books aus diesen Shops kann man problemlos auf dem Oyo lesen. Im Gegensatz zum Kindle wird das Gerät über den Touchscreen gesteuert. Allerdings bescheinigten etliche Tests dem Reader nur sehr langsame Reaktionszeiten. Medion verwendet ein ePaper von SiPix, das etwas anders funktioniert als die konkurrierende E-Ink-Technik: Weiße Kügelchen schweben in winzigen, mit schwarzer Tinte gefüllten Tintenfässern. Das sorgt aber dafür, dass der Kontrast etwas schwächer ist als der des Kindle.

Sony Reader PRS-650B
Touchscreen: ja, Anzahl Schriftgrößen: 6, Formate: epub, PDF, BBeB, Gewicht: 215 Gramm, Gerätespeicher/Speicherkartenplatz: 2 Gigabyte/ja, Zusatzfunktionen: MP3, Buchkauf: per USB, Preis laut Hersteller: 229 Euro
Rund 230 Euro sind wahrlich ein stolzer Preis für einen eReader, der über keinerlei Wireless-Möglichkeiten verfügt. Bücher kommen nur kabelgebunden über den Rechner auf das sechs Zoll große Gerät. Zum Einsatz kommt ein sogenannter optischer Touchscreen. Dabei erkennen seitlich angebrachte Infrarotsensoren die Eingabeposition und errechnen die gewünschte Aktion. Lesen.net schreibt zur Usability: “Durch den Verzicht auf einen zusätzlichen Touch-Layer ist die Anzeigequalität der neuen Touch Edition auf einem Niveau mit ‘konventionellen’ Lesegeräten – das größte Kompliment, welches man einem Touchscreen Reader machen kann. Zudem ist der optische Touchscreen deutlich ‘ansprechender’ als resistive Modelle – zur Eingabe reicht bereits eine flüchtige Berührung, was beispielsweise das Umblättern zum Kinderspiel macht.” Vorinstalliert sind außerdem zwölf Nachschlagewerke. Sony hat mit dem 650B auch die Anzeige von Pdf-Dokumenten optimiert.
Acer LumiRead
Touchscreen
: nein, Anzahl Schriftgrößen: 5, Formate: epub, mobi, PDF, Gewicht: 270 Gramm, Gerätespeicher/Speicherkartenplatz: 1 Gigabyte/ja, Zusatzfunktionen: MP3, ISBN-Scanner, Internet, Buchkauf: per UMTS, WLAN oder USB, Preis laut Hersteller: 229 Euro

Libri verfolgt mit dem LumiRead einen Plan. Der Buch-Großhändler will die Kleinen ins Boot holen. Wie das funktioniert? Man kauft den eReader direkt im Buchladen. Dafür kommt das Gerät dann mit einem ngepasstem Libri.de-E-Book-Store. Als Gimmick bietet der Reader einen integrierten ISBN-Barcode-Scanner. Damit soll man den Strichcode eines echten Buches abscannen und nach dem passenden eBook suchen können. Die digitalen Bücher kommen dann über das Wlan oder per USB auf das Gerät. Eine UMTS-Variante ist für Anfang nächsten Jahres geplant. Reicht der interne Speicher einmal nicht mehr aus, kann man ihn mit einerm microSD-Karte erweitern.

Aluratek Libre
Touchscreen
: nein, Anzahl Schriftgrößen: 7, Formate: epub, FB2, PDF, Gewicht: 205 Gramm, Gerätespeicher/Speicherkartenplatz: 0,1 Gigabyte/ja, Zusatzfunktionen: MP3, Buchkauf: per USB, Preis laut Hersteller: 100 Euro

Der Aluratek Libre vom Weltbild-Verlag ist der billigste eReader.  Dafür ist er aber technisch auch nicht auf dem aktuellsten Stand. Der niedrige Preis hat seinen Ursprung in der veralteten Bildschirmtechnik. Zum Einsatz kommt ein refklektives LC-Display. Im Vergleich zu E-Ink- oder SiPix-Bildschirmen, die nur beim Umblättern Strom verbrauchen, bedeutet das eine reduzierte Akkulaufzeit. Die niedrige Auflösung von 600×480 Pixeln (anonsten 600×800 Pixel) sorgt für eine unscharfes Schriftbild. Auch der Kontrast ist nicht so gut wie bei reinen E-Ink-Displays.

Fazit: Wer heiß auf englische Neuerscheinungen ist und international unterwegs ist, greift zum Kindle. Fans deutscher Literatur sollten sich den Oyo kaufen. Im Vergleich zum LumiRead punktet der Thalia-Reader mit dem niedrigeren Preis. Der Libre von Aluratek gehört ins Altpapier.

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