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iPhone 4: Für wen sich der Kauf lohnt

Zugegeben: Wirklich begeistert vom neuen iPhone 4 ist die Technikwelt nicht. Immerhin kannten wir es ja schon. Gizmodo sei Dank. Doch die vierte Generation des Kulthandys ist das beste Smartphone weit und breit. Ab den 24. Juni ist es im Handel. MEEDIA erklärt die wichtigsten Neuerungen und sagt, für wen es sich der Kauf des neuen Apple-Telefons lohnt. Aber Achtung: Kaufen sie erst, wenn das Smartphone auch in Deutschland zu haben ist. Web-Händler verlangen aktuell für die 16 GB-Version stolze 1049,95 Euro.

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Überrascht hat es niemanden: das neue iPhone. Schade eigentlich. Immerhin ist es ein brillantes Stück Technik. "Dies ist der größte Sprung seit dem ursprünglichen iPhone", lobpreiste Jobs auf der Entwicklerkonferenz von Apple in San Francisco. Recht hat er. Und natürlich wird das neue iPhone ein Verkaufserfolg. Und das, obwohl der Kurs der Apple-Aktie nach der Keynote gesunken ist. Aber das macht er bei jeder iPhone-Neuvorstellung, um sich dann zu neuen Höhen aufzuschwingen. Auch die Fotokamera bietet mit fünf Megapixeln eine höhere Auflösung als die bisherigen Modelle, blitzt auf Wunsch und dreht Videoclips in HD. Ganz nebenbei ist das iPhone 4 mit 9,3 Millimetern knapp ein Viertel dünner als das bisherige Modell und verfügt über einen stärkeren Akku, der eine um 40 Prozent längere Sprechzeit ermöglichen soll. Die Auflösung des neuen Displays sei so hoch, dass sie die "optischen Fähigkeiten des menschlichen Auges" übertreffe, sagte Jobs: "Noch nie hat es auf einem Telefon ein derartiges Display gegeben."

Aber der Reihe nach. Was hat Onkel Steve verbessert?
Keine Frage: das neue Retina-Display ist konkurrenzlos gut. Eine viermal so hohe Auflösung wie die des iPhone 3Gs (960 mal 640 Pixel). Da müssen HTC und Co. erst einmal nachziehen. Apple preist das iPhone 4 als das dünnste Smartphone überhaupt an. Auf jeden Fall ist es mit seinen Maßen von 115,2 mal 58,6 mal 9,3 Millimeter wirklich schlank, mit einem Gewicht von 137 Gramm jedoch ein wenig schwerer als das iPhone 3GS. Die Antennen sind in den neuen Metallrahmen integriert, der einmal um das komplette Gehäuse umläuft. Dadurch dürfte die Empfangsqualität deutlich verbessert werden. Womit im Inneren auch mehr Platz für andere Bauteile wie den großen Akku bleibt. Auch Gamer dürfen sich freuen. Neben Bewegungssensor, Annährungsensor, GPS-Modul und digitalem Kompass hat das iPhone 4 jetzt ein Gyroskop zu bieten. Die Technik kommt eigentlich in Helikoptern zum Einsatz. Dabei handelt es sich um einen Kreiselsensor mit drei Achsen, der vor allem die Bewegungssteuerung bei Spielen verbessern soll. Damit wird Apple den Herstellern von mobilen Spielkonsolen wie Sony und Nintendo das Leben einmal mehr schwer machen. Der Akku im iPhone 4 soll eine um 40 Prozent längere Laufzeit ermöglichen.

Die maximale Gesprächszeit mit einer Akkuladung soll sich so auf 7 Stunden erhöhen. Internetnutzung über WLAN soll 10 Stunden lang möglich sein, immerhin 6 Stunden bei Mobilfunkverbindungen. Beim Musikhören reicht eine Akkuladung angeblich sogar für 40 Stunden. Unter der Haube surrt ein Apple A4-Chip mit einer Taktrate von 1 GHz zum Einsatz, wie er schon ins iPad eingebaut wurde. Apps werden schneller gestartet, Multi-Tasking läuft flüssig und Schnappschüsse mit der Kamera lassen sich damit schneller realisieren. Die wichtigste Neuerung auf Softwareebene dürfte allerdings FaceTime sein.

Was ist FaceTime?
Die Videotelefonie hat Apple nicht erfunden. Aber immerhin neu erfunden. FaceTime heißt der neue Apple-Standard. Es funktioniert mit der Front- und der Rückkamera. Wer jetzt aber davon träumt, seine Arbeitskollegen mit einem Videocall aus der Karibik neidisch zu machen, dürfte enttäuscht sein. Denn FaceTime funktioniert vorerst nur über ein Wlan und vorerst nur zwischen den neuen iPhones. Man arbeite daran, Netzbetreiber zu höheren Bandbreiten zu überreden. Gerade in den USA dürfte das ein schwieriges Unterfangen werden. Der Vertragspartner AT&T ist derzeit überfordert mit dem Surfaufkommen der Amerikaner und drosselt regelmäßig Bandbreiten.

In Europa sieht die Netzsituation schon wieder ganz anders aus. Denn mit dem Long Term Evolution (LTE) ist nach UMTS schon der nächste, bessere Mobilfunkstandard in der Erprobungsphase. Bereits in diesem Jahr soll er in Skandinavien starten. LTE verspricht Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde; die werden derzeit selbst im Festnetz kaum erreicht. Was mich wirklich überrascht: FaceTime ist ein offener Standard. Andere Hersteller können die Spezifikationen an ihr Device anpassen. Sehr untypisch für ein Unternehmen, dass dafür bekannt ist, digitale Grenzzäune um seine Erfindungen zu ziehen.

FaceTime ist also vielmehr ein Video-over-IP-Netzwerk als nur ein Programm. Falls es von der Industrie tatsächlich angenommen wird und entsprechend viele Geräte über die Möglichkeit der Videotelefonie verfügen, könnte das tatsächlich unsere Art, miteinander mobil zu kommunizieren, verändern. Ich selbst war bislang nie ein Fan von Videocalls. Vielleicht bin ich aber einfach nur zu eitel, verschlafen und in Freizeitklamotten auf der Couch lungernd mein Gesicht in die Kamera zu halten.

Für wen lohnt sich das neue iPhone?
Abgesehen von den Hardcore-iPhone-Fans in erster Linie für Menschen, die viel darauf lesen. Durch die höhere Auflösung werden Texte noch schärfer dargestellt. Durch die Größe taugt es beinahe als Ersatz zum iPad, was seine eReader-Qualitäten angeht. Wer außerdem überlegt hat, sich eine dieser feschen Mini-Kameras zu kaufen, die Videos aufnehmen und direkt auf dem Datenträger abspeichern und damit hadert, sich ein Smartphone anschaffen, dürfte im iPhone einen guten Kompromiss finden.

Zusammen mit einem geschrumpften iMovie (Kostenpunkt: 5 US-Dollar) hat man einen passablen Camcorder für Facebook- oder YouTube-Videos immer griffbereit. Obwohl ich selbst im Video-Sektor arbeite, hab ich mit dem 3GS bisher maximal zwei Videos gedreht. Ob sich mein Verhalten mit dem neuen iPhone ändern würde, bleibt außer Frage. Drittes Argument: Es ist das beste iPhone auf dem Markt. Kein Wunder, wo es auch das neueste ist. Aber die verbesserte Akkulaufzeit und die angeblich verbesserte Empfangsqualität durch die in den Rahmen verlegte Antenne sprechen durchaus für das neue iPhone.

Wer kann darauf verzichten?

Wenn Sie keine bessere Handykamera mit Blitz brauchen und auch keinen Wert auf Videotelefonie legen, das iPhone nicht auch in den knalligen Farben Pink und Orange in der Tasche haben wollen und mit der Arbeitsgeschwindigkeit ihres 3G oder 3GS zufrieden sind, brauchen Sie das neue iPhone 4 nicht.

Wann kommt es?
Zunächst wird Apple das iPhone 4 in fünf Ländern verkaufen: USA, Frankreich, Großbritannien, Japan und Deutschland. Exklusiver Vertriebspartner für den deutschen Markt ist wieder die Telekom. Vorbestellungen sind ab dem 15. Juni möglich, der Verkauf selbst startet am 24. Juni.

Was kostet es?
Angeboten wird das neue iPhone schon ab dem 24. Juni von T-Mobile, vorbestellt werden kann es ab dem 15. Juni. Preise und Tarife nannte T-Mobile bisher nicht. In den USA wird Besitzern eines 3Gs der schnelle Umstieg auf das Vierermodell mit einer Einmalzahlung leicht gemacht. Dies könnte auch in Deutschland der Fall sein. Wie immer vor dem Verkaufsstart eines neuen iPhone-Modells müssen Fans jedoch tief in die Tasche greifen, wenn sie zu den ersten Käufern gehören wollen. So verkauft die Phones & More Ltd. mit Sitz in London das iPhone 4 über ihre Homepage iPhoneohneVertrag.com in der Version mit 16 GB Speicherplatz für stolze 1049,95 Euro. Die Variante mit 32 GB schlägt sogar mit 1149,95 Euro ein Loch ins Portemonnaie.
Die 3Gstore GmbH, die neben ihrem Online-Shop auch Ladenlokale in Berlin und Bochum unterhält, verlangt für die 16-GB-Variante des iPhone 4 stolze 1099 Euro. Das 32-GB-Modell ist gegen einen Aufpreis von 100 Euro erhältlich und auch dieser Händler bietet das Multimedia-Smartphone sowohl in schwarz, als auch in weiß an.

Jetzt mal ehrlich: 1200 Euro für ein Smartphone? Dafür bekomme ich zwei iPads!
Interessenten, die nicht unbedingt bereits im Juli ein iPhone ohne Vertrag und ohne SIM-Lock erwerben wollen, sollten einfach abwarten. Erfahrungsgemäß sinken die Verkaufspreise innerhalb weniger Monate um einige hundert Euro.

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