Das beste Equipment für Journalisten

Es ist die ewige Frage unter Journalisten: Welches Equipment ist das richtige für mich? In Zeiten, in denen Journalisten zunehmend multimedialer arbeiten, hat die Bedeutung der richtigen Ausstattung an Relevanz gewonnen. Wir haben uns die Mühe gemacht, ganze Sets für den den modernen Journalisten zusammenzustellen, gestaffelt in vier Preiskategorien. Vom kleinen Gedeck bis zur professionellen Vollausstattung ist alles dabei.

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Die im Folgenden vorgestellten Geräte und Apps sind Empfehlungen. Die Auflistung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Alle Geräte und Apps wurden vom Redakteur getestet. Das Equipment wurde unter der Prämisse ausgewählt, dass es sich in erster Linie gut transportieren lässt.

Die preiswerte Variante: Sie haben nicht viel Geld auf der hohen Kante, wollen aber das Equipment, mit dem Sie momentan arbeiten, optimieren? Dann gibt es das kleine Gedeck: Nutzen Sie Ihr Smartphone als journalistische Schaltzentrale. Es kann mehr, als Sie vielleicht denken. Mit unserer Auswahl an Apps können Sie künftig nicht nur Notizen festhalten, sondern das Smartphone als redaktionelles Multifunktionsgerät nutzen. Zum Drehen und Schneiden von Videos über das Bearbeiten von Bildern bis hin zur Produktion ganzer Radiobeiträge.

Texten auf dem iPhone
Wer auf einem so kleinen Bildschirm schreiben muss, der will nicht von unnötigen Buttons abgelenkt werden. Eine schlichte Schreib-App ist WriteRoom. Die verfügt über nicht mehr als ein simples Eingabefeld. Texte werden automatisch zwischengespeichert und auf Wunsch im Wlan zum Sync mit dem Computer bereitgestellt. Preis: 3,99 Euro

Fotografieren und Bildbearbeitung mit dem iPhone
Natürlich verfügt das iPhone standardmäßig über eine Foto-App. Aber da lässt sich noch einiges optimieren. Die wohl beste Kamera-App im Appstore: CameraPlus Pro. Ein großer Pluspunkt: das integrierte Fotostudio. Direkt in der App lassen sich Bilder optimieren, freistellen und verschicken. Die geschossenen Bilder lassen sich mit einer Menge Effekte nachbearbeiten und via Mail verschicken. Preis: 1,59 Euro
                                                    
Videos drehen und schneiden mit dem iPhone
Zum Videodreh reicht die hauseigene App vollkommen aus. Das iPhone 4 nimmt Videos im “kleinen” HD-Format 720p auf. Per Fingertipp können Sie festlegen, wo im Bild die Schärfe liegen soll. Als Schnitt-App empfiehlt sich iMovie, der iPhone-Ableger der Mac-Software. Einmal gestartet, müssen Sie nur eine Design-Vorlage auswählen. Die gedrehten Clips können Sie daraufhin in einer Timeline zusammenfügen. Wie bei der Mac-Software lassen sich persönliche Titel hinzufügen. Ist der Film fertig, lässt er sich in drei verschiedenen Auflösungen per Mail versenden. Preis: 3,99 Euro
                                                    
Radiomachen mit dem iPhone
Apps, um Töne mit dem iPhone aufzunehmen, gibt es zu Genüge. Aber nur eine taugt, um damit O-Töne aufzunehmen und direkt auf dem iPhone zu bearbeiten: VC Audio Pro. Die Aufnahmen lassen sich direkt in der App trimmen, pegeln und in mehreren Tonspuren zu einem Track zusammenlegen. Ist das Projekt fertig bearbeitet, können Sie es per Mail versenden. Preis: 4,99 Euro

Mittlere Preisklasse: Darf’s ein bisschen mehr sein? Dann empfehlen wir für den mobilen Videodreh die Kodak Zi8 (UVP: 89 Euro), einen sogenannten Ultrakompaktcamcorder. Der nimmt Videos mit 720p auf, lässt sich leicht bedienen und passt locker in die Hosentasche. Das ist neben dem geringen Preis sein großes Plus. Denn das Gerät nimmt nur verdammt wenig Platz weg. Der Ton lässt sich zudem manuell aussteuern, ein externes Mikro kann man auch anschließen.
Irgendwie müssen Sie Ihre Filme ja auch sichten, O-Töne schneiden und Artikel schreiben können. Weil Mobilität für Journalisten oberste Priorität hat, sollten Sie in dieser Preisklasse auf ein Netbook zugreifen. Hier empfiehlt sich der EeePC von Asus. Günstig zu haben ist der ASUS Eee PC 1005PX (UVP: 274, 89 Euro). Das Mini-Notebook bietet gute Preis-Leistung: ein 1,66 GHz starker Intel Atom N450-Prozessor, 1 GB DDR2-RAM, eine SATA-Festplatte mit 250 GB und Windows 7 in der Starter Edition vorinstalliert. Für rund 270 Euro ausreichend Leistung.   

Gehobenes Segment: Wer es noch professioneller mag, hat im Videobereich mittlerweile mit den aktuellen DSLRs die Möglichkeit, gute Aufnahmen im Filmoptik mit platzsparendem Design zu realisieren. Wer nicht gleich mehrere tausend Euro für eine Profi-DSLR ausgeben will, ist beispielsweise mit der GH1 von Panasonic (UVP: 699 Euro mit 14-42mm-Objektiv) mehr als gut beraten. Zwar gibt es schon eine GH2, allerdings lassen sich bei dem Vorgänger durch kleine Anpassungen in der Gerätesoftware die Bildrate etc. anpassen. Da die Kamera sich aber des Micro-Four-Third-Standards bedient, können Sie über Adapter auch Objektive von Fremdanbietern nutzen. Das schwenkbare Display erlaubt es, Videos aus ungewöhnlichen Perspektiven aufzunehmen, ohne den Überblick zu verlieren. Durch die Arbeit mit vielseitigen Objektiv-Blenden können Sie brillante Aufnahmen mit geringer Tiefenschärfe und Unschärfe-Effekten realisieren. Die Zeiten, in denen man man den Amateuerfilmer an seiner Kamera erkannte, sind damit endgültig vorbei.
Wenn Sie ab und an auch fürs Radio arbeiten, sollten Sie etwas mehr Geld in ein Aufnahmegerät investieren. Wem das H1 zu “billig” ist, der ist mit dem H4n vom Zoom (UVP: 349 Euro) gut beraten. Das Gerät verfügt über eine gut funktionierende Auto-record und Pre-record-Funktion, die zwei Sekunden "vorher" aufnimmt. So fehlt Ihnen später nicht der halbe O-Ton. Wirklichen Mehrwert bringt die Tatsache, dass das Gerät vier separate Kanäle simultan aufnehmen kann. Das macht dann Sinn, wenn Sie beispielsweise eine Band interviewen wollen.

Premium-Klasse: Ok, Sie wollen also wirklich große Geschütze auffahren? Dann greifen Sie zur Sony Handycam NEX VG10E (UVP: 1848,90 Euro). Der professionelle HD-Camcorder lässt sich nämlich mit Wechselobjektiven nutzen. Je nachdem, was Sie gerade aufnehmen wollen. Ab Werk kommt der HD-Camcorder mit einem 14,2 Megapixel Exmor-Sensor und einem Zeiss-Zoom-Objektiv. Weil in diesem Segment auch der Ton stimmen muss, ist ein Ansteckmikro Pflicht. Wenn Sie nicht nur Porträts oder Interviews drehen wollen, lohnt die Anschaffung einer Funkstrecke. Damit kann sich Ihr Protagonist ungezwungen vor der Kamera bewegen.
Hier fällt die Wahl auf das bewährte System von Sennheiser: die EW 100-ENG G3 (UVP: 799 Euro). Für Interviews in Radioqualität greifen Sie weiterhin zu H4n. Da sie über einen hervorragenden Camcorder verfügen, brauchen Sie kein DSLR mit Videofunktion. Über die Jahre hat sich die Nikon D60 als guter Allrounder bewährt. Canon bietet vergleichbare Modelle an. Mit einem Kit-Objektiv ist die D60 momentan für rund 369 Euro zu haben. Ein Netbook reicht allerdings nicht aus, um mit den enormen Datenmengen des HDV-Camcorders vernünftig arbeiten zu können. Wer neben seiner Arbeit als schreibender Redakteur auch vernünftig Filme schneiden will, der kommt eigentlich nicht umhin, einen Mac bzw. ein Macbook und die Schnittsoftware Final Cut zu benutzen. Natürlich gibt es auf Windows-Seite das sehr mächtige Schnittsystem Avid. Das taugt allerdings eher für den schnellen Nachrichtenbetrieb. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass für den Schnitt auch das "normale" Macbook (UVP: ab 999 Euro) ausreicht. Die Betonung liegt hierbei aber auf "ausreicht". Vor allem das Herausrendern der Filme kostet enorm viel Zeit, wenn es an Arbeitsspeicher und Prozessorpower mangelt. Das stärkere Macbook Pro gibt es ab 1149 Euro in der kleinsten Ausstattung erhältlich.

Der Autor dieses Textes arbeitet unter anderem als VJ für Zeit Online.

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