CeBit 2011: mehr Besucher, weniger Relevanz

Eine bunte Mischung aus Cloud-Computing und Massagekissen, aus schnauzbärtigen Anzugträgern und emsigen asiatischen Ausstellern, denen russische Plagiatsjäger auf den Fersen sind. So lässt sich die CeBit 2011, Deutschlands größte IT-Messe, vermutlich am besten beschreiben. Was gefühlt mau startete, endete mit einem starken letzten Ausstellungstag. Doch trotz eines Besucherzuwachses stellt sich einmal mehr die Frage: Wie wichtig ist die CeBit noch?

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Eine bunte Mischung aus Cloud-Computing und Massagekissen, aus schnauzbärtigen Anzugträgern und emsigen asiatischen Ausstellern, denen russische Plagiatsjäger auf den Fersen sind. So lässt sich die CeBit 2011, Deutschlands größte IT-Messe, vermutlich am besten beschreiben. Was gefühlt mau startete, endete mit einem starken letzten Ausstellungstag. Doch trotz eines Besucherzuwachses stellt sich einmal mehr die Frage: Wie wichtig ist die CeBit noch?

5.000 Besucher mehr als im vergangenen Jahr konnte die CeBit für sich verbuchen. Für eine Messe, die pro Jahr mindestens eine Halle aufgeben musste, ein durchaus erfreuliches Ergebnis. Insgesamt reisten rund 339.000 Gäste aus 90 Ländern auf das Hannoveraner Messegelände, 4.200 Unternehmen stellten aus. Auch das war eine erfreuliche Zahl für den Veranstalter.

Aber was sagt das schon aus? Viel wichtiger als Ausstellergrößen ist doch die Frage: Wie relevant ist die CeBit? Wird auf einer Technikmesse auch wirklich die brandheiße, neue Technik vorgestellt? “Das große Thema dieser Messe ist Cloud”, erklärte Thomas de Maizière zu einem Zeitpunkt, als er noch Innenminister war. Gleichzeitig forderte er die Industrie auf, ihr Versprechen einzulösen und Anwendungen für den neuen Personalausweis zu schaffen. Gesagt, getan: In Zusammenarbeit mit mehreren Partnern schuf man auf der CeBit 2011 eine Anwendung für den neuen Personalausweis.

Ansonsten beherrschten die Techniktrends des Jahres die Messe: Tablets und Cloud Computing. Asus stellte eine ganze Armada neuer Tablets vor, unter anderem das Eee Slate EP121, ein Tablet-Computer für den High-End-Betrieb. Mit einem Intel i5 Dual-Core-Prozessor, 4 GB DDR3-Ram, wahlweise 32 oder 64 GB SSD-Speicher und einem 12,1-Zoll-LED-Display. Bei so viel Rechenleistung ist auch der Preis High-End: rund 1.000 Euro soll das Tablet kosten.

Trotzdem blickte die Welt nicht nach Hannover, sondern hing Steve Jobs an den Lippen, als er am Dienstag, einen Tag nach Messeeröffnung, im Yerba Center im kalifornischen San Francisco sein iPad 2 vorstellte. Exemplarisch für die in den letzten Jahren von Besucherrückgängen und Ausstellerschwund geplagte CeBit. Denn längst spielt die Musik ganz woanders. Smartphones präsentieren die Hersteller lieber auf dem Mobile World Congress in Barcelona. US-Firmen zeigen ihre neueste Technik auf der Consumer Electronics Show (CES). Knapp 80 neue Tablets präsentierten die Aussteller in Las Vegas. Kurzum: die Zeiten, in denen man sich technikverrückt zur CeBit aufmachte, um Gadgets zu bewundern, die man sonst nicht zu sehen bekam, sind vorbei. 

Vorbei sind auch die Zeiten, in denen die Messeleitung es als nicht nötig empfand, Redakteure von Online-Magazinen zu akkreditieren und private Besucher nicht gern gesehen waren. Jetzt werden schon minimal steigende Besucherzahlen als Erfolg verbucht. Eine der ehemals wichtigsten IT-Messen weltweit schlittert in die Bedeutungslosigkeit. Hinzu kommt, dass der diesjährige Trend “Cloud Computing” für Besucher nur schwer fassbar ist.

So bleibt bei einem Gang durch die Messehallen der Eindruck eines Technikflohmarktes. Opulente Messestände der Telekom und Microsoft reihen sich an rasch zusammengewürfelte Pappstände, in denen Massagekissen und Geldzählmaschinen angepriesen werden. Der CeBit fehlt der rote Faden.

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