Das Ende von Murdochs Ein-Mann-Redaktion

Der einstige Gamingsender Giga hat eine bewegte Geschichte hinter sich – zuerst als Jugendprogrammfenster bei NBC Europe, später als eigener Spartenkanal unter der Herrschaft von Rupert Murdoch und seit April 2009 als Ein-Mann-Internetportal. Heute verkaufte der Medienmogul die Seite an den Berliner Web-Investor Econa AG. Die betreibt mit Macnews, Winload und Funload bereits eine ganze Reihe an Special-Interest-Angeboten und kündigt große Ziele an. Veränderungen hat Giga auch bitter nötig.

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Der einstige Gamingsender Giga hat eine bewegte Geschichte hinter sich – zuerst als Jugendprogrammfenster bei NBC Europe, später als eigener Spartenkanal unter der Herrschaft von Rupert Murdoch und seit April 2009 als Ein-Mann-Internetportal. Heute verkaufte der Medienmogul die Seite an den Berliner Web-Investor Econa AG. Die betreibt mit Macnews, Winload und Funload bereits eine ganze Reihe an Special-Interest-Angeboten und kündigt große Ziele an. Veränderungen hat Giga auch bitter nötig.
Neuer Chef von Giga wird David Hain, der zuvor bei Funload arbeitete. Mit seinen acht Funload-Kollegen, die ab sofort beide Online-Magazine mit Inhalten versorgen, will er dem Portal neues Leben einhauchen. Die Seite wurde zuletzt fast nur noch mit User-Content bestückt. Ex-Chefredakteur Carsten Groll schrieb zwar ein bis zwei Hintergrundartikel pro Tag und führte den Videocast "Daily G" ein. Doch er konnte nicht verhindern, dass es mit dem Portal steil bergab ging. Seit diesem Januar ist die Seite nicht mehr IVW-gelistet. Zuvor sanken ihre Visits innerhalb von zwei Jahren von 2,3 Millionen auf 650.000.
Hain sagte in der vorerst letzten Ausgabe von "Daily G", die User könnten sich "auf Tests, Previews und Videos freuen. Giga soll das werden, was es mal war, und vielleicht sogar darüber hinauswachsen." Dazu zieht die Redaktion von Köln nach Berlin. Fabian Kröll, der bei Econa nun die beiden Projekte Giga.de und Funload.de betreut, meint dazu: "Wir freuen uns, mit Giga eine starke Marke gewonnen zu haben und möchten in Zukunft mit aller Kraft daran arbeiten, diese zu stärken und auszubauen." Die Redaktion brenne darauf, neue Konzepte zu realisieren. Der Fokus bleibe jedoch klar auf den bisherigen Kernstücken des Portals: Gaming, Technik und Kino. "Wir möchten zudem die starke Community – Gigas Alleinstellungsmerkmal Nr. 1 – weiter ausbauen. www.giga.de bleibt also auch in Zukunft eine Plattform für Userinhalte", betont der Projektleiter.
Giga gehörte zuletzt zum Gaming-Netzwerk von IGN.com, das Teil des Medienimperiums von Rupert Murdoch ist. Anfang 2011 wurde bekannt, dass die Fox Interactive Media Germany GmbH, die ebenfalls zur News Corporation gehört und bei der die Giga-Mitarbeiter rechtlich angestellt waren, zum 28. Februar ihren Geschäftsbetrieb vollständig einstellt. In der Folge wurden auch die letzten verbliebenen Angestellten entlassen. Econa rettet mit der Übernahme also die Plattform für ihre Fans. Besonders teuer dürfte der Deal nicht gewesen sein.
Die Econa Internet AG hat ihr Portfolio in der Vergangenheit deutlich ausgebaut. Mit Macnews betreibt sie unter anderem eine der bekanntesten deutschen Apple-Seiten. Funload, das ab sofort mit verantwortlich für Giga.de ist, wandelte sich von einer Download-Plattform zu einem redaktionellen Online-Spielemagazin und hat mit Sebastian Baehr einen erfahrenen Chefredakteur. Die Reichweite des Portals ist aber noch überschaubar: Mit 500.000 Visits (laut Google Analytics) gehört es zu den Kleinsten in seiner Branche. Die Übernahme von Giga könnte den Machern also in die Karten spielen. Als Prestige-Objekt dient es dazu, eine größere Zielgruppe zu erreichen und für Werbetreibende interessanter zu werden. Ob es wieder mehr als ein Prestige-Objekt werden kann, muss sich aber erst noch zeigen.

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