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P7S1 macht sich hübsch für den Verkauf

Erst gestern hat Springer Rekordzahlen vorgelegt - heute zieht die ProSiebenSat.1 Media nach und liefert ebenfalls eine erfreuliche Bilanz für 2010 ab. Der Konzernumsatz stieg um knapp neun Prozent auf drei Milliarden Euro. Der operative Gewinn (EBITDA) kletterte um knapp 30 Prozent auf 807,6 Mio. Euro. Auch die Aussichten fürs laufende Jahr seien gut. Höchste Zeit für die Besitzer von ProSiebenSat.1, die Senderkette loszuwerden.

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Die Aktie der ProSiebenSat.1 Media AG hat eine Achterbahnfahrt an der Börse hinter sich, die bemerkenswert ist. Von 30 Euro fiel das Papier in knapp zwei Jahren auf einen mickrigen Euro und erholte sich dann wieder. Derzeit steht die Aktie bei etwas über 24 Euro. Dass die Eigner der TV-Gruppe, die Finanzinvestoren Permira und KKR, gerne wieder aussteigen würden, ist kein Geheimnis. Jetzt wäre nach ihrer Logik ein guter Zeitpunkt. Neben Umsatz und operativen Ergebnis stieg 2010 auch der Überschuss unterm Strich, und zwar von 146,6 auf 313,7 Mio. Euro. So lässt sich eine Erfolgsstory wie aus dem im Verkaufsprospekt schneidern.

Auch im vierten Quartal zeigten die Kurven steil nach oben. Der Umsatz kletterte allein im Q4 2010 um 8,4 Prozent auf 954,1 Mio. Euro. Das Netto-Ergebnis im vierten Quartal legte um sagenhafte 60,1 Prozent auf 181,5 Mio. Euro zu. Die Schulden wurden reduziert und die Aussichten fürs laufende Jahr sind blendend. Haupt-Umsatz- und Erlösbringer ist das deutsche Free-TV-Geschäft mit ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins. Hier kletterte der Umsatz 2010 um 9,7 Prozent auf 1,863 Mrd. Euro.

Quotenhits im deutschen Free-TV-Geschäft waren u.a. US-Serien sowie die Stefan-Raab-Event-Shows, das neue Format “Die perfekte Minute”, das Event-Movie “Die Säulen der Erde”, “Danni Lowinski” und “Der letzte Bulle”. “Die perfekte Minute”, “Danni Lowinski” und “Der letzte Bulle” werden im Frühjahr mit neuen Staffeln fortgesetzt, genauso wie die ProSieben-Show “Germany’s next Topmodel” mit Heidi Klum.

Mit den guten Zahlen dürften die P7S1-Eigner nun hausieren gehen. Jüngste Gerüchte, dass erneut die finanziell so potente Axel Springer AG Interesse hätte, wurden von deren Vorstandschef Mathias Döpfner zerschlagen. Da sei nichts dran. Warum sollte Springer auch? Dem Verlag geht es ohne die Sendergruppe derzeit ausgezeichnet.

ProSiebenSat.1 hat im Dezember 2010 mit einer “strategischen Überprüfung der Geschäftsaktivitäten in den nordischen Ländern sowie in den Niederlanden und Belgien” begonnen. Mit anderen Worten: Es wird geprüft, ob es nicht sinnvoller ist, die Gruppe zu zerlegen und in Einzelteilen zu verkaufen. Permira und KKR hatten einst die deutsche ProSiebenSat.1 Media AG mit der paneuropäischen Senderkette SBS zusammengelegt; in der Hoffnung, damit der RTL Group besser Paroli zu bieten und einen europaweiten Senderverbund mit Mehrwert wieder zu verkaufen. Dieses Kalkül ist nicht aufgegangen. Es könnte sein, dass im Falle von ProSiebenSat.1 die einzelnen Teile mehr Wert sind, als die Summe. Eine Entscheidung soll im zweiten Quartal 2011 fallen.

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