Warum Axel Springer kaufDA kauft

Im Zuge der aktuellen Bilanz-Vorstellung hat die Axel Springer AG angekündigt, den Online-Prospekte-Vertreiber kaufDA zu übernehmen. Springer kauft 74,9 Prozent an kaufDA, die Gründer bleiben beteiligt und als Geschäftsführer an Bord. Für Springer ist die kaufDA-Übernahme ein kluger Schritt. Das Unternehmen dürfte zwar noch keine gigantischen Umsätze erwirtschaften, aber Firmen wie kaufDA gehört möglicherweise die Zukunft der Prospektwerbung.

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Was bietet kaufDA eigentlich an und was macht die Firma für den Konzern Axel Springer so wertvoll? kaufDa digitalisiert Prospekte und stellt diese online zur Verfügung: im Web, auf Smartphones mit Android-Betriebssystem, dem iPhone und dem iPad. Dabei verknüpft kaufDA die Prospekte mit Google Maps. Das klingt alles zunächst banal, entfaltet für den Konsumenten in der Praxis aber einen unwiderstehlichen Mehrwert. So kann man sich alle Filialen einer bevorzugten Handelskette in der Umgebung anzeigen lassen und auch gleich digital durch die dortigen Sonderangebote blättern. Man kann Favoriten anlegen, Prospekte nach Branchen sortieren und vieles mehr.

Gerade der Discounter-Marktführer Aldi hat in der Vergangenheit immer mal wieder damit experimentiert, seine Prospektbeilagen bei Tageszeitungen wegzulassen und alternative Vertriebswege zu testen. Für Discounter und Händler ist das kaufDA-Konzept sehr vorteilhaft. Die Firma verlangt nur eine Provision, wenn Nutzer das jeweilige Prospekt der Firma tatsächlich öffnen und anschauen. Zudem gibt es reichlich Daten, wer welche Prospekte wie lange angeschaut hat. Für Handelsfirmen ist das ein gewaltiger Datenschatz.

Wenn man diese digitale Prospekt-Vertriebstechnik nun mit der Marketing-Maschine Bild und ihren Volks-Produkten kombiniert, ergeben sich ungeahnte neue Kombinationsmöglichkeiten. Die eigentliche Kraft wird das kaufDA-Konzept ohnehin erst entfalten, wenn Tablet-Computer wie das iPad oder entsprechende Android-Geräte noch weiter verbreitet sind. Denn gerade auf den Tablets lassen sich die Prospekte sehr bequem und ansprechend durchblättern. Die kaufDA-Gründer Christian Gaiser, Tim Marbach und Thomas Frieling bleiben als “Unternehmer im Unternehmen” (Springer-Chef Mathias Döpfner) weiter an Bord.

Es gibt übrigens auch eine alte personelle Verbindung zwischen Springer und kaufDA. Der Leiter der kaufDA-Unternehmenskommunikation, Joachim Guentert, war früher Kommunikator für eBay Deutschland und eBay Europa. Sein Chef bei eBay hieß damals Philipp Justus. Und der führt mittlerweile die Geschäfte beim Online-Vermarkter Zanox, der ein Kernstück von Springers Digital-Geschäften ist.

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