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Assange und die Juden-Verschwörung

In letzter Zeit wurde es abseits der Gerichtsverhandlungen still um den Wikileaks-Chef Julian Assange. Nun macht er mit einer kruden Verschwörungstheorie auf sich aufmerksam. Und zwar antisemitischer Natur. Die New York Times berichtet, dass er eine Konspiration von Juden gegen sich vermutet. Dabei geht es um einen Artikel in der Zeitschrift Private Eye und den Guardian - früher Partner von Wikileaks. Assange weist die Vorwürfe zurück.

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Es sind schon abenteuerliche Vorwürfe, die Julian Assange da zugeschrieben werden. Die englische Zeitschrift Private Eye hat berichtet, dass der russische Wikileaks-Partner Israel Shamir ein Holocaust-Leugner sei. Das britische Satire-Magazin Private Eye, das aber auch durchaus unsatirische Artikel veröffentlicht, beruft sich in einem weiteren Artikel nun auf ein Telefonat mit Assange, in dem dieser gesagt haben soll, der erste Artikel sei Teil einer von Juden angeführten Verschwörung, um Wikileaks in den Schmutz zu ziehen. Angeführt würde diese Verschwörung von der britischen Zeitung Guardian und deren Chefredakteur Alan Rusbridger. Auf die Entgegnung, Rusbridger sei aber gar kein Jude, soll Assange gesagt haben, sein Schwager David Leigh sei aber Jude. Leigh leitet das Investigativ-Ressort des Guardian.

In einer Twitter-Mitteilung erklärte Assange, der Private-Eye-Chefredakteur Ian Hislop habe aus dem Telefonat mit ihm jede Behauptung und jeden Satz entstellt, erfunden oder falsch erinnert. Der Private-Eye-Bericht, dass er an eine jüdische Verschwörung glaube, sei falsch, so Assange weiter. Der Private-Eye-Chefredakteur Hislop versuche, eine Schmierkampagne mit einer weiteren zu überdecken.

Assange weiter: “Wikileaks fördert das Ideal des ‘Scientific Journalism”, dabei werden Beweise für alle Artikel den Lesern exakt zugänglich gemacht, um genau solche Formen der Verzerrung zu vermeiden. Wir schätzen die jüdische Unterstützung und unsere jüdischen Mitarbeiter genauso, wie die Unterstützung von panarabischen Demokratie-Aktivisten und anderen, die unsere Hoffnung für eine gerechte Welt teilen.”

Als Assange in Schweden wegen des Verdachts der Vergewaltigung und sexueller Nötigung angezeigt wurde, hatte er eine Schmierkampagne und Verschwörung des US-Verteidigungsministeriums gewittert. Das Verhältnis zwischen Assange und seinen bisherigen Medienpartnern New York Times und Guardian ist seit einiger Zeit nachhaltig zerrüttet. Die aktuellen Veröffentlichungen beiderseits sind offenbar ein Ausdruck der Entfremdung der ehemaligen Medien-Partner.

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