Plagiatsaffäre: zu Guttenberg tritt zurück

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat laut Bild.de ein Rücktrittsgesuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel eingereicht. Auch das Bundespräsidialamt sei über das Rücktrittsgesuch zu Guttenbergs bereits informiert. Guttenberg beugt sich damit dem Druck, der durch die Plagiatsaffäre entstanden ist. Der Verteidigungsminister hat seine Doktorarbeit in großen Teilen abgeschrieben, ohne Quellen zu benennen.

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Der mediale Druck auf Karl-Theodor zu Guttenberg riss in den vergangenen Tagen nicht ab. Statt dass sich die Wogen glätteten, gab es ständig neue Rücktrittsforderungen und Enthüllungen. Erst gestern kam heraus, dass zu Guttenberg nur mit einer Ausnahmegenehmigung überhaupt in Jura promovieren konnte, weil er in seinem Examen nur die Note "befriedigend" erreicht hatte.
Die notwendige Sondergenehmigung für die Promotion wurde zu Guttenberg dann pikanterweise auch noch von einem Professor genehmigt, der der CSU nahesteht. Auch die Gerüchte und Spekulationen, dass zu Guttenberg die ganze Doktorarbeit womöglich gar nicht selbst geschrieben habe, dass es womöglich einen "Ghostwriter" gegeben habe, wollten nicht abreißen.
Die Uni Bayreuth hatte sich vom Verteidigungsminister distanziert, der Nachfolger von zu Guttenbergs Doktorvater nannte ihn offen einen Betrüger. Auch in den allermeisten Medien verstummten die Forderungen nach einem Rücktritt nicht. Dass zu Guttenberg darum gebeten hatte, dass ihm sein Doktortitel aberkannt wird, reichte nicht aus. Lediglich die Bild stand in Treue fest hinter ihm und hielt in Kommentaren am Verteidigungsminister fest. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und die CDU und CSU stellten sich hinter zu Guttenberg. In Meinungsumfragen war er trotz der immer weiter ausufernden Plagiatsaffäre immer noch außerordentlich beliebt.
Letztlich musste zu Guttenberg aber offenbar doch einsehen, dass die Affäre zu groß geworden war, als dass er sie im Amt überstehen kann. Eine späte und erzwungene Einsicht.

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