Deutsches Hulu steht vor dem Aus

Schlappe für ProSiebenSat.1 und RTL: Das Bundeskartellamt hat sich gegen eine gemeinsame Videoplattform der beiden Sendergruppen ausgesprochen. Die Financial Times Deutschland zitiert Vertreter beider Unternehmen, dass die Behörde derlei Pläne nicht genehmigen werde. So konnten die Sendergruppen den Auflagen des Kartellamts nicht gerecht werden. Die Behörde hatte sich mit der Entscheidung viel Zeit gelassen. Die EU-Kommission hatte bereits im Vorfeld Wettbewerbsverzerrung vermutet.

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Schlussendlich war die Größe der beiden Sendergruppen das Problem. RTL und ProSiebenSat.1 sind in Deutschland die größten Privatsendernetzwerke. Wohl deswegen hatte das Kartellamt strenge Auflagen gefordert, berichtet die FTD.

Offenbar war die Ablehnung der Kartellwächter nur eine Frage der Zeit. Denn der gesamte Entscheidungsprozess zog sich über beinahe zwei Jahre hin. Für 2010 hatten ProSieben Sat.1 und RTL geplant, eine Videoplattform nach dem amerikanischen Vorbild Hulu aufzubauen. Doch schon die EU-Kommission befürchtete im vergangenen Jahr, dass durch ein solches Projekt der Wettbewerb in beiden Ländern verzerrt würde. Als das Gremium dann wiederum an die Bonner Wettbewerbsbehörde verwies, war klar, dass das Projekt unter keinen guten Vorzeichen stand.

Beide Unternehmen wollten eine gemeinsame Plattform für den Vertrieb von eigenen Formaten gründen. Das Angebot sollte sich an private und öffentlich-rechtliche Sender aus Deutschland und Österreich richten. Wie auch Hulu.com könnten die Fernsehunternehmen Serien, Filme und eigene Formate anbieten.

Aus Usersicht ein lobenswertes Unterfangen. Denn derzeit braut jeder Sender sein eigenes Video-on-Demand-Süppchen. RTL stellt mit RTLnow beinahe alle Formate ins Netz, andere Sender wie ProSieben und Sat.1 nur ausgewählte Inhalte. Bei vielen Sendern fehlt eine Mediathek völlig. Noch gibt es keine endgültige Entscheidung darüber, was mit der geplanten Plattform passiert. Doch die Angaben der beiden Sender lassen nichts Gutes vermuten. “Am Ende jedoch waren die Vorstellungen des Amtes für uns nicht akzeptabel", zitiert die FTD einen RTL-Sprecher. Bis zum 10. März hätten die beiden Sender nun Zeit, eine Stellungnahme abzugeben. Die Entscheidung des Kartellamts 

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