Apple sorgt für Unmut bei Entwicklern

Readability ist durchweg ein nützliches Webtool. Mit nur einer Aufgabe: durch gezieles Ausblenden von Werbung sollen Texte lesbarer werden. Der Dienst kostet 5 Dollar im Monat. 70 Prozent davon schüttet das Unternehmen wiederum an die Verlage aus, die mit Werbung ihr Geld verdienen wollen. Doch das bisweilen faire Geschäftsmodell droht zu kippen. Denn weil der Dienst auch auf dem iPad nutzbar sein soll, will Apple nun die obligatorische 30 Prozent.

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Arc90 hat seinen Lese-Service Readability lange Zeit kostenlos angeboten. Doch um die “geschädigten” Verlage, die sie zwangsweise um ihre Werbeeinnahmen bringen, zu entschädigen, bietet das Unternehmen seit einiger Zeit einen Bezahlservice an. Natürlich sieht man sich dann nach neuen Geschäftsfeldern um. Welche Plattform taugt für das Lesen von Webinhalten besser, als das iPad und andere Tablets? Deswegen wollte Arc90 den Dienst auch auf im Appstore anbieten.

Doch Apple will Geld sehen. Die sonst nur von Abo-Modellen bekannten 30 Prozent sollen auch für diese App fällig werden. Denn die User zahlen ihre Monatspauschale bisher direkt an das kleine Software-Unternehmen. Außerdem könne die App so nicht aufgenommen werden. Programme, die Vertriebsmechanismen für "Inhalte, Funktionalität oder Dienste" enthielten, die nicht die Apple-Schnittstelle nutzten, würden nicht zugelassen, erklärte Apple. Readability hatte offenbar in seiner geplanten App nur den Zugriff auf bestehende Kundenkonten bei dem Lesedienst erlaubt.

Die Firma erklärte daraufhin, dass ein Realisierung via In-App-Verkauf völlig unrealistisch sei. Der 30-Prozent-Anteil würde das zentrale Geschäftsmodell unmöglich machen. Was ist neu an dem Streit? Die Tatsache, dass eine solche Provisionsregelung bisher nicht auf Dienste angewendet wurde, die nur lesend auf bezahlte Angebote zugegriffen hat.

Was sich nur wie ein weiterer Aufreger im Kapitel “Apple und die Medienwelt” anhört, könnte aber zum Präzedenzfall werden. In der Branche spekuliert man jetzt darüber, dass diese Entscheidung bald für alle "Software-as-a-Service"-Angebote (SaaS) gelten könnte.

Das Appstore-Verbot für den Service verwirrt umso mehr, wenn man sich Apples Safari-Browser einmal genauer anschaut. Der verfügt nämlich über den Safari Reader: Ein Addon, dass alle Webseiteninhalte bis auf den eigentlichen Fließtext ausblendet. Die Software basiert auf der Arc90-Technik.

Vermutlich gerade deswegen gibt das Unternehmen jetzt nicht klein bei. In einem offenen Brief prangert der Entwickler Rich Ziade Apples Entscheidung an: "Diese Forderung gegen jeden Onlinedienst und jede Onlineanwendung durchzusetzen, die einen Nutzen außerhalb von IOS bietet, wird kleine Unternehmen wie unseres von Investitionen in iOS-Entwicklung abhalten."

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