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100.000 Facebook-Fans für 4.947 Dollar

Ein Nebeneffekt der heißen Web-Diskussionen um Karl-Theodor zu Guttenberg ist die Frage, ob es möglich ist, schnell und unkompliziert in Social Networks wie Fracebook & Co. eine gewisse Anzahl von Fans zu kaufen. Die Antwort lautet: ja. Dienstleister wie das USocial.net bieten genau diesen Service an. 5000 Twitter-Follower sind aktuell für 229,60 Dollar zu haben. 1000 Facebook-Fans gibt es bereits für 197 Dollar. Für 100.000 Fans berechnet die Web-Company gerade den Aktionspreis von 4947,30 Dollar.

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Hauptauslöser der Netz-Diskussion, auch in den Kommentaren einiger MEEDIA-Artikel, ist das rasante Wachstum der Facebook-Seite "Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg". Am Freitag erst hatte der Mainzer Medienunternehmer Tobias Huch die Fanpage angelegt. Am Montagmorgen waren bereits rund 120.000 Nutzer beigetreten. Am heutigen Mittwoch sind es bereits über 241.000.
Der Vorwurf, dass der Traffic gekauft wurde, lässt sich nicht belegen und ist zudem – zumindest bei einem Dienstleister wie USocial – praktisch wohl nicht haltbar. In den FAQs weist die Web-Company daraufhin, dass sie zwar problemlos 100.000 Fans auf ein Facebook-Profil leiten kann, es aber meistens ein paar Tage dauert, bis der Traffic-Zufluss beginnt. Zudem entwickelt sich das Wachstum derart, dass pro Woche jeweils rund 1000 Nutzer dazukommen. Auf Anfrage lässt sich an der Geschwindigkeit sicherlich Einiges drehen. Doch eine hohe fünfstellige Nutzersteigerung innerhalb weniger Tage werden auch die Social-Media-Experten kaum liefern können.
Dabei sind die Versprechen der Firma, die lediglich via E-Mail oder über ein Postfach in der australischen Spring Hill (Queensland) zu erreichen ist, durchaus weitreichend. So garantiert USocial, dass es sich bei den Fans zu hundert Prozent um echte Menschen handelt, dass die Anhänger dauerhaft sind und dass der Traffic sich nach Land, Geschäftsfeld und Nische buchen lässt. 
Das Angebot richtet sich vor allem an Unternehmen und Prominente, die sich möglichst schnell eine breite Basis im Social Web aufbauen wollen. Die Webseite von USocial erweckt allerdings nur einen bedingt seriösen Eindruck. So ist das aktuelle Sonderangebot bereits seit Mitte Februar abgelaufen, aber noch immer buchbar.
Ein erster Versuch von Facebook, gegen den Service vorzugehen, scheiterte teilweise. Denn dem US-Network gelang es im November 2009 nur, den Handel mit Freunden einzuschränken. Der Handel mit den Fan-Paketen floriert noch immer. Das Social Network hatte den Australiern vorgeworfen, mehrere Gesetze zu übertreten und illegal auf die Site zuzugreifen. Laut Zdnet vertrat USocial-CEO Leon Hill allerdings die Ansicht, dass sich seine Firma im Rahmen des gesetzlich Erlaubten bewegen würde. 
Zudem verspricht USocial großmäulig: "keine Lieferung, keine Zahlung." Unabhängig von der Funktionsweise solcher Dienste bleibt jedoch die Frage: Was fängt ein Unternehmen oder ein Promi mit hunderttausend gekauften Fans an, die nichts anderes machen, als einfach da zu sein? Die eigentlich entscheidende Funktion von Facebook-Kontakten liegt doch vor allem darin, die eigenen Inhalte, via Kommentare oder Likes viral weiter zuverbreiten. In diesem Bereich ist USocial dann wohl keine große Hilfe – zumindest noch nicht. Wahrscheinlich arbeitet CEO Hill längst an einem entsprechenden Angebot.
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