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Warum Lena schon gewonnen hat

Die Kritik war groß am Show Konzept von “Unser Song für Deutschland”. Jener Show, in der die ARD zusammen mit Stefan Raab den deutschen Beitrag für den Eurovision Song Contest ermittelte. Bescheidene Quote, langweiliges Konzept, zickige Lena, selbstgefälliger Raab. Löst man die Medien-Diskussion aber vom Produkt Lena, so zeigt sich, dass die Sängerin Lena bereits gewonnen hat. Sowohl ihre Single als auch das Album verkaufen sich prächtig.

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In den Verkaufscharts von Apples iTunes Store stehen sowohl die Sieger-Single “Taken by a Stranger” als auch das dazugehörige Album mit allen zwölf Songs, die auch in den TV-Shows vorgestellt wurden, auf Platz eins. Und die Zahl der größtenteils positiven Bewertungen und Kommentare ist überwältigend. Über 1.500 mal wurde das Album “Good News” bei iTunes  aktuell bewertet. Davon sind fast 1.000 Bewertungen, die die höchste Wertung, fünf Sterne, gegeben haben. Zwar finden sich auch kritische Stimmen, die dem Album Belanglosigkeit attestieren und sich über die XXL-Promotion durch die Fernsehshows erregen, aber der positive Eindruck überwiegt deutlich. Zu den Bewertungen gibt es weit über 400 Nutzer-Rezensionen. Auch das ist eine beachtliche Zahl.

Zum Vergleich:  Die neue Single von Weltstar Lady Gaga (“Born this way”) kommt bei iTunes aktuell “nur” auf 824 Bewertungen und weit weniger Rezensionen als Lena. Ein ganz ähnliches Bild zeigt sich bei Amazon, dem zweiten großen digitalen Vertriebskanal für Musik in Deutschland. Dort wurde Lenas Album zwar gerade von Moby vom Top-Platz der Download-Charts verdrängt – aber auch nur, weil die Moby-EP von Amazon derzeit als Gratis-Download angeboten wird. in den “normalen” Amazon-Musikcharts ist Lenas Album mit derzeit 190 überwiegend positiven Rezensionen auf Platz eins. Auch in den Media-Control-Charts landete das Album von Null auf dem Spitzenplatz.

Sind die ganzen Kritiken an Stefan Raabs Konzept der Titelverteidigung beim Eurovision Song Contest also nur Nörgeleien der ewig miesepetrigen Journaille? Nein. Die Shows waren tatsächlich langweilig und Raab neigt auch offenbar zum Größenwahn (siehe das SZ-Interview). Und die Gefahr, dass Lena Meyer-Landrut verheizt wird, ist nach wie vor gegeben. Aber trotz allem Größenwahn und PR-Hype kam am Ende ein Stück Musik dabei heraus, das vielen Leuten gut genug gefällt, es zu kaufen. Löst man sich von dem Hype um die Person Lena, ihre Macken, die manche sympathisch und andere nervig finden; lässt man Stefan Raabs Ego-Trips beiseite sowie den Erwartungsdruck beim Song Contest und hört sich einfach nur die Musik an, dann hat man netten bis originellen Pop aus Deutschland. Und das ist auch eine Erfolgsstory – noch vor dem eigentlichen Contest.

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