Enge Guttenberg-Berater gehen auf Distanz

Zwei Mitglieder des Beirats für Fragen der Inneren Führung der Bundeswehr haben Verteidigungsminister zu Guttenberg in journalistischen Veröffentlichungen im Zusammenhang mit dem Plagiatsvorwurf kritisiert. Der Beirat für Innere Führung der Bundeswehr hat die Aufgabe, den Verteidigungsminister unabhängig und persönlich zu beraten. Umso mehr überrascht, dass Guttenberg nun der Wind aus seinem eigenen Umfeld seiner engsten Berater in Angelegenheiten des Ministeriums entgegenweht.

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Dem Beirat für Innere Führung gehört unter anderem Rolf Clement, ausweislich der Beiratsseite im Internet Mitglied der Chefredaktion beim Deutschlandfunk und Fachmann für Sicherheits- und Verteidigungspolitik des Senders, an. In einem aktuellen Kommentar für seinen Sender greift Clement den Minister Guttenberg indirekt an: „Zu Guttenberg ist bei vielen Entscheidungen sehr fix, auch jetzt, wenn es um ihn geht?“, heißt es auf der Homepage des Deutschlandfunks aus der Feder des Guttenberg-Beraters. „Viele fragen, ob er weiter rund 200.000 Soldaten und 90.000 zivile Mitarbeiter führen kann. Die Frage zu stellen, heißt, sie zu beantworten“, so Clement weiter.

Auch das Beiratsmitglied Paul Elmar Jöris, verteidigungspolitischer Korrespondent beim Westdeutschen Rundfunk (WDR), geht offenbar auf Distanz zu dem, den er beraten soll. Jöris beruft sich in einem Kommentar der WDR 2-Sendung Klartext darauf, dass zu Guttenbergs Verantwortungsbereich auch „zwei anerkannte wissenschaftliche Hochschulen – die Bundeswehruniversitäten in Hamburg und München“ gehören. Jeder der dort studierenden Offiziere, „der dabei erwischt wird, dass er sich so freigiebig wie sein Vorgesetzter beim geistigen Eigentum anderer bedient, fällt durch. Die weitere Karriere bei der Bundeswehr ist dann überschaubar“, so Jöris‘ Urteil.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, der Oberstudiendirektor Josef Kraus, der dem Beirat für Innere Führung ebenfalls angehört, hatte sich in einem Artikel im Tagesspiegel über die Vorwürfe gegen zu Guttenberg zu Plagiaten geäußert. Auf Anfrage wollte sich Kraus nun jedoch nicht öffentlich äußern. „Über Guttenberg sag ich nichts, über seine Dissertation sag ich nichts“, so Kraus. Er warte ab, „was die Überprüfung durch die Universität ergibt.“

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