Uschi-Streit: ffn geht gegen Barth vor

In der Affäre um den Spruch "Nichts reimt sich auf Uschi" geht der niedersächsische Sender Radio ffn nun gegen Comedian Mario Barth vor. Der Sender hat beim Marken- und Patentamt einen Löschungsantrag gegen die von Barth angemeldete Marke "Nichts reimt sich auf Uschi" gestellt. Der Radiosender will erreichen, dass der Spruch als freies Gedankengut anerkannt wird. Bereits 1992 waren ffn-Comedians mit dem Spruch auf Tour gegangen.

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Im Sommer 1991 trug der damalige ffn-Mann Dietmar Wischmeyer in seiner Rolle als Günther, der Treckerfahrer erstmals auf einer Bühne ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Nichts reimt sich auf Uschi". Mit seinen Kollegen der ffn-Comedysendung Frühstyxradio Oliver Kalkofe, Oliver Welke und Sabine Bulthaup ging er 1992 mit dem Spruch auf Tour und verkaufte sogar entsprechende "Nichts reimt sich auf Uschi"-T-Shirts. 17 Jahre später trug Barth dann ein Shirt mit dem gleichen Spruch und ließ ihn sich im Dezember 2010 als Marke schützen. In der Folge ließ er einen T-Shirt-Verkäufer abmahnen, da die Verwendung des Spruches eine "unlautere Nachahmung und Herkunftstäuschung bezüglich der Produkte von Mario Barth gemäß § 4 Nr. 9 UWG darstelle". Der Abgemahnte solle zudem 1.780,20 Euro zahlen.

Ina Tenz, ffn-Programmdirektorin, begründet den Schritt des Senders gegenüber dem Fachmagazin Radioszene: "Es ist schon dreist, dass ein Spruch als Marke angemeldet wird, der bereits vor Ewigkeiten im Programm von radio ffn lief und nahezu auf jedem Schulklo steht." Und weiter: "Wir wollen erreichen, dass der Satz als freies Gedankengut anerkannt wird und nicht mehr patentierbar ist, vergleichbar mit Sprüchen wie ‚Keine Macht den Drogen‘ oder ‚Atomkraft? Nein Danke!‘."

Kalkofe und Wischmeyer hatten sich schon vor einigen Wochen zu dem Fall geäußert. Kalkofe: "Wir haben noch kistenweise alte Witze, die wir bedürftigen Komikern gern für ihre Vermarktung zur Verfügung stellen". Und Wischmeyer: "Es stört zwar nicht die Eiche, wenn die Sau sich daran reibt. Lässt sich das Schwein allerdings die Rinde urheberrechtlich schützen, geht das doch zu weit."

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