Samwer-Brüder versilbern Facebook-Anteile

Der nächste große Zahltag für Marc, Oliver und Alexander Samwer: Die drei deutschen Star-Investoren haben ihren Anteil am US-Network Facebook verkauft. Entsprechende Gerüchte bestätigte Oliver Samwer dem Manager Magazin. Wie hoch der Anteil der Münchener an dem Überflieger-Start-up war, ist nicht bekannt. Klar ist jedoch: Als die drei Web-Unternehmer Partner von Gründer Mark Zuckerberg wurden, lag die Bewertung von Facebook bei 15 Milliarden Dollar. Jetzt sind es rund 50 Milliarden Dollar.

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Ob beim Verkauf von Alando an Ebay, StudiVZ an Holtzbrinck oder Jamba an Rupert Murdochs News Corp.:Bei allen Deals zeichnete die drei Brüder die Fähigkeit aus, sich im richtigen Moment von ihren Anteilen zu trennen. Kurz nach den Verkäufen verloren die Unternehmen meist schon an Wert. Setzt sich diese Logik fort, dann würde das bedeuten, dass die Samwers auf dem Höhepunkt der Facebook-Bewertung ihre Anteile abgestoßen haben.

"Wir haben unsere Beteiligung an Facebook verkauft, weil wir uns auf Finanzierungen in der Frühphase und im Wachstumsbereich konzentrieren wollen", sagte Oliver Samwer dem Manager Magazin. "Facebook ist ein hervorragendes Unternehmen und von seiner Bewertung her fast schon ein börsennotiertes Unternehmen." Diese Aussagen bestätigen die Vermutung, dass die drei Investoren keine spektakulären Wertsteigerungen mehr erwarten.

Künftig wollen Marc, Oliver und Alexander jedoch weniger auf den schnellen Euro schielen und stärker differenzieren zwischen Firmen, die fix aufgebaut und verkauft werden – wie Citydeal an Groupon – und Unternehmen, an denen die Investoren länger beteiligt bleiben wollen.

Die Blaupause für diese neue Strategie soll dabei der Schuhversender Zalando sein. Längst gehört der Web-Shop zu den absoluten Überfliegern im deutschen E-Commerce-Markt, der wahrscheinlich schon lange Begehrlichkeiten bei den großen Handelsketten und Web-Großmächten wie Amazon geweckt haben dürfte. Aber noch haben die Samwer-Brüder nicht verkauft.
Wie schnell es aber gehen kann, zeigt das Beispiel Citydeal. Innerhalb weniger Monate ließen die drei von ihrem Start-up-Inkubator Rocket Internet das US-Erfolgskonzept von Groupon klonen. Schnell hatte der europäische Konkurrent sogar mehr Angestellte als das US-Vorbild. Kaum dass das Start-up lief, tauschten sie den vermeintlichen Rivalen gegen Firmen-Anteile an dem US-Vorbild. Die meisten deutschen Mitarbeiter arbeiten schon nicht mehr bei Groupon. Dafür halten die Münchner nun geschätzte zehn Prozent an dem nächsten US-Überflieger-Unternehmen. Die aktuelle Bewertung von Groupon soll schon bei bis zu zehn Milliarden Dollar liegen.

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