Doktorspiele: Das Web lacht über Guttenberg

Wer den Schaden hat...: Während Karl-Theodor zu Guttenberg soeben verkündet hat, dass er vorerst auf seinen Doktortitel verzichtet, macht sich wegen der Plagiats-Affäre weiter die schlichte Schadenfreude im Netz breit. Im Minutentakt jagen spöttische #guttenberg-Tweets durch den Twitter-Stream. Ebenso groß ist die Häme in den Facebook-Timelines. MEEDIA hat die lustigsten Fundstücke zusammengetragen: mit dabei eine Tastatur mit Guttenberg-Layout, ein gefaktes Stern-Cover und der "Copy Paste"-Song.

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Die Guttenberg Tastatur
Eine Tastatur perfekt für den faulen Akademiker: Beim Online-Auktionshaus Ebay steht ein Guttenberg-Keyboard zum Verkauf. Angepriesen wird es als "Ergonomisch optimierte Tastatur mit speziellem Guttenberg Tastaturlayout". Im Angebotstext heißt es: "Sie bieten auf eine, unter arbeitsergonomischen Gesichtspunkten optimierte, Tastatur mit dem sogenannten "Guttenberg Tastaturlayout". So ist ein angenehmes und entspanntes Arbeiten an z.B. Dissertationen mit nur zwei Fingern möglich – geübte Autoren meistern hiermit sogar einhändiges plagiieren. Treiber für die Tastatur sollten in allen, im akademischen Umfeld genutzten, Plattformen (Windows/MAC/Linux) integriert sind." Wer zugreifen will, hat noch bis zum 24. Februar Zeit. Momentanes Höchstgebot: 2,50 Euro.

Der Google Übersetzer
"Google ist Schuld", twitterte Markus_Fuchs. Den Tweet versah er mit einem Screenshot des Google-Übersetzers für Lateinisch-Englisch: "Summa Cum Laude" bedeutet demnach "Copy and Paste".
 
Das ironische Inserat der NZZ
Die Neue Zürcher Zeitung, von der der Verteidigungsminister auch Passagen in seiner Doktorarbeit übernommen haben soll, revanchiert sich mit einem ironischen Inserat. Die Schweizer Zeitung wirbt jetzt ganz einfach mit der Guttenberg-Note "Summa cum laude". Laut blick.ch hatte Peter Hogenkamp, Leiter Digitale Medien, die Idee zu dem Banner, der auch auf verschiedenen deutschen Webseiten thematisch passend eingebunden ist.

Der Opa hat’s geahnt
Blick.ch reagierte auch selbst lustig auf die Plagiats-Affäre und zeigt ein Bild des Buches "Fußnoten" vom Opa des Verteidigungsministers, versehen mit dem Kommentar: "Guttenbergs Großvater verfasste dieses Buch – als hätte er es geahnt."

Hilfe gesucht 
Auf twago.de, einer Plattform zur Vermittlung von professionellen Dienstleistungen, hat ein gewisser Kar*** das Projekt "Überarbeitung meiner Doktorarbeit" ausgeschrieben. Für einen Budgetrahmen von 3000 – 6000 Euro sollen demnach innerhalb der nächsten 14 Tage "folgende Aufgaben professionell ausgeführt werden: Korrekturlesen von 1200 Fußnoten, Recherche von Quellen und hinzufügen weiterer Fußnoten, Überprüfung von Literaturverweisen, Umschreiben von etwa 80 kleineren und größeren Textpassagen, Überarbeitung von Grafiken, Abschließende Recherche um Plagiatsvorwürfen vorzubeugen."

 

Der Song zum Plagiat
Der deutsche Musiker Rainer von Vielen hat über Nacht einen Song zum Plagiat aufgenommen und bei Youtube veröffentlicht. Auf der Website des Kempteners gibt es das Lied zudem kostenlos zum Download.
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"Wir haben abgeschrieben"
"Wir haben abgetrieben!", lautete ein legendärer Stern-Titel aus dem Jahr 1971. Auf einem gefakten Cover, das im Netz kursiert, bekennen Prominente nun in Anlehnung an die Schlagzeile des Hamburger Magazins: "Wir haben abgeschrieben!"
 

Die gefakte Ghostwriter-News 
Die Firma Stylometris Inc. behauptet, der Verteidigungsminister hätte einen Ghostwriter engagiert. Doch offenkundig war die Meldung, genau wie die Firma selbst, ein Fake. In der Pressemitteilung hieß es im Wortlaut: "Die Stylometris Inc. untersuchte die Doktorarbeit ‚Verfassung und Verfassungsvertrag: Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU‘ von Karl-Theodor zu Guttenberg. Mittels moderner Textanalyse erfolgte ein Abgleich mit Schriften, die bereits Gegenstand von Titelerschleichungen waren. ‚Wir können mit großer Sicherheit sagen, dass zu Guttenberg einen akademischen Ghostwriter nutzte‘, erläutert Torben Klaus, Geschäftsführer der Stylometris Inc. (DACH). Es liegen deutliche Ähnlichkeitswerte zu einem bekannten Betrugsfall vor. Leider wurde unsere Untersuchung erschwert, da wir zunächst in großem Umfang plagierte Textstellen entfernen mussten. Wir bieten der Universität Bayreuth unsere Unterstützung an." Das Unternehmen schient allerdings bisher nicht existiert zu haben. Selbst die eigentliche Webseite des Unternehmens gibt vor, offline zu sein. Nur die Pressemitteilung ist abrufbar. Und unter der angegebenen Adresse Friedrichstr.171 findet sich die Deutschen Bureau AG, die offenbar für Weitersendungen genutzt würde, wie Netzpolitik.org berichtet.

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