Guttenbergs Ghostwriter-News nur ein Fake

Die Debatte um Plagiatsvorwürfe gegen Karl-Theodor zu Guttenberg schien schon auf dem Höhepunkt, da macht ein Unternehmen auf sich aufmerksam, das behauptet, der Verteidigungsminister hätte einen Ghostwriter engagiert. Doch offenkundig ist die Meldung, genau wie die Firma selbst, ein Fake.

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Die Pressemitteilung im Wortlaut: "Die Stylometris Inc. untersuchte die Doktorarbeit „Verfassung und Verfassungsvertrag: Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU“ von Karl-Theodor zu Guttenberg. Mittels moderner Textanalyse erfolgte ein Abgleich mit Schriften, die bereits Gegenstand von Titelerschleichungen waren.

‚Wir können mit großer Sicherheit sagen, dass zu Guttenberg einen akademischen Ghostwriter nutzte,“ erläutert Torben Klaus, Geschäftsführer der Stylometris Inc. (DACH). „Es liegen deutliche Ähnlichkeitswerte zu einem bekannten Betrugsfall vor. Leider wurde unsere Untersuchung erschwert, da wir zunächst in großem Umfang plagierte Textstellen entfernen mussten. Wir bieten der Universität Bayreuth unsere Unterstützung an.‘

In Zusammenarbeit mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt Stylometris Inc. computergestützte Verfahren für forensische Linguistik. Schwerpunkt bildet die sog. Stilometrie (engl. Stylometry). Diese statistische Methodik eignet sich zur Identifikation anonymer Autoren.

Stylometris Inc. bietet Dienstleitungen für Unternehmen und staatliche Stellen. Die Niederlassung Berlin berät Kunden im deutschprachigen Raum (DACH). Im Auftrag von Hochschulen prüft Stylometris Inc. wissenschaftliche Texte, wie Dissertations- und Habilitationsschriften."

Ein Abfrage der Domain ergab lediglich, dass die Webseite via GoDaddy.com heute registriert wurde. Über die Firma selbst lässt sich absolut nichts herausfinden. Sie scheint bisher nicht existiert zu haben. Selbst die eigentliche Webseite des Unternehmens gibt vor, offline zu sein. Nur die Pressemitteilung ist abrufbar.

Und unter der angegebenen Adresse Friedrichstr.171 findet sich die Deutschen Bureau AG, die‘>, wie Netzpolitik.org berichtet.

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