Die 50 umsatzstärksten Zeitschriften 2010

Der Spiegel war im Jahr 2010 unangefochten Deutschlands umsatzstärkste Zeitschrift. Das zeigt eine neue MEEDIA-Analyse auf Basis der Brutto-Vertriebsumsätze und der Brutto-Werbeumsätze. Mit Kiosk-Verkäufen. Abogebühren und dem Verkauf von Anzeigen kam das Hamburger Magazin demnach auf 298,887 Mio. Euro und verbesserte sich um 4,8% gegenüber 2009. Auf den weiteren Plätzen folgen der stern und der Focus, insgesamt lagen 28 der 50 Top-Titel über den Zahlen des Vorjahres.

Anzeige

Für unsere Analyse haben wir wie angedeutet die Brutto-Vertriebsumsätze und die Brutto-Werbeumsätze herangezogen. Die Brutto-Werbeumsätze stammen dabei aus den Nielsen-Daten, die der VDZ seit Beginn des Jahres anstelle der ZAS-Zahlen auf PZ Online veröffentlicht. Für die Brutto-Vertriebsumsätze haben wir die Zahlen der Fachzeitschrift der neue vertrieb verwendet. Das Magazin veröffentlicht regelmäßig – für das Jahr 2010 in der soeben erschienenen Ausgabe 3/2011 – Brutto-Umsatz-Rankings für die Vertriebssparten Einzelverkauf und Abonnement. Dabei wird für den Einzelverkauf beispielsweise aus Copypreis, Erscheinungsfrequenz und IVW-Auflage ein Brutto-Umsatz errechnet.

MEEDIA hat schließlich die einzelnen Einzelverkauf- und Abo-Tabellen mit den Nielsen-Daten verbunden und das Ranking der 50 umsatzstärksten Publikumszeitschriften Deutschlands erstellt. Für einzelne Titel, deren Zahlen nicht für die Abo- oder Einzelverkaufs-Top-100 reichten, hat MEEDIA nach dnv-Modell selbst die fehlenden Zahlen errechnet. Andere Auflagenbestandteile wie Bordexemplare und sonstige Verkäufe spielten bei unserer Rechnung aber keine Rolle, da hier niemand außer den Verlagen selbst abschätzen kann, wie viel Geld fließt.

Beginnen wir also an der Spitze des Rankings: Der Spiegel verbesserte sich um 4,8% und damit um mehr als alle anderen Top-10-Titel. Über den Zahlen des Vorjahres blieben in der Top 10 aber auch der stern, die Hörzu, die Bunte, die Brigitte und TV 14. Verloren haben hingegen Focus, TV Movie, TV Digital und Bild der Frau. Als Beispiel zur Verdeutlichung unserer Methodik das Beispiel Spiegel: Das Magazin verlor bei den Brutto-Umsätzen im Einzelverkauf laut dnv 0,7% und landete 2010 bei 69,638 Mio. Euro. Nach oben ging es hingegen bei den Abo-Umsätzen (+3,2% auf 88,835 Mio. Euro) und vor allem bei der Werbung (+8,9% auf 140,414 Mio. Euro.). Heraus kam ein Gesamtergebnis von 298,887 Mio. Euro, das sich also zu 53% aus Vertriebsumsätzen und zu 47% aus Werbeumsätzen zusammensetzt.

Der Blick auf die Top 25 zeigt, dass es insbesondere unter den großen Programmzeitschriften viele Verlierer gibt. So landeten neben TV Movie und TV Digital auch TV Spielfilm, TV Hören und Sehen und Auf einen Blick unter den Zahlen des Vorjahres. Nach oben ging es nur für den Dino Hörzu (+0,1%) und TV 14 (+3,6%), sowie für das Supplement rtv (+12,8%). Bei Supplements und Mitgliederzeitschriften wie der ADAC Motorwelt kamen im Übrigen nur die Brutto-Werbeumsätze in unsere Wertung, da hier keine Gelder für den reinen Kauf der Zeitschriften durch den Leser fließen.

Prozentual gesehen noch mehr als Der Spiegel hinzu gewinnen konnten auf den ersten 25 Plätzen u.a. rtv (+12,8%), die ADAC Motorwelt (+11,9%) und die Wirtschaftswoche (+10,6%). Größte Verlierer waren Computer Bild und TV Movie. Die Computer Bild verlor dabei vor allem im Einzelverkauf, TV Movie gleichermaßen im Einzelverkauf und in der Werbung.

Auf den Rängen 26 bis 50 unserer Tabelle finden sich mehr Gewinner als Verlierer. Besonders kräftig nach oben hing es hier für G+Js Schöner Wohnen. Das ausführlich gefeierte Jubiläumsjahr bescherte dem Magazin besonders im Einzelverkauf (+58,4%) und bei der Werbung (+58,0%) einen kräftigen Umsatzsprung. Bei den Abos ging es hingegen mit einem Minus von 0,1% sogar leicht nach unten. Ebenfalls zu den großen Gewinnern des Jahres gehören die Apotheken Umschau A (+27,9% bei der Werbung), sowie Glamour (+19,1%) und Myself (+16,9%). Glamour gewann vor allem bei der Werbung, aber auch im Einzelverkauf, Myself ebenfalls vor allem bei der Reklame.

Die größten prozentualen Verlierer auf den Rängen 26 bis 50 heißen Bravo (-8,0%), TV Today (-8,0%), Für Sie (-7,6%) und Vogue (-6,8%).

Anmerkung: Natürlich dürfen unsere Brutto-Umsatz-Zahlen nicht mit tatsächlichen Umsätzen der Verlage verwechselt werden, da beispielsweise bei den Nielsen-Zahlen keine Rabatte, etc. beachtet werden. Auch Abos werden des Öfteren nicht zum vollen Preis an den Kunden vermarktet. Dennoch: Ein gutes Indiz dafür, wie sich der Markt entwickelt und wie die Machtverhältnisse zwischen den einzelnen Magazinen aussehen, sind unsere Zahlen durchaus.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige