ZDF macht Tappert zum schwulen „Derrick“

Ein schwuler Horst Tappert, der sich nichts sehnlicher wünscht, als seinen Sidekick Fritz Wepper zu heiraten? Was für eingeschworene “Derrick”-Fans an Blasphemie grenzen dürfte, ist gewollte Satire. Das ZDF hat bekannte Ausschnitte aus alten TV-Klassikern aus den Archiven genommen, neu geschnitten und vertont. Herausgekommen ist “ZDF Mashups”. Vorab sind drei Folgen verfügbar, darunter Persiflagen von “Derrick”, der “Knoff-Hoff-Show” und der “Schwarzwaldklinik”.

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"Was macht Ihr da? Bockspringen", fragt die Mutter von Kriminalinspektor Harry Klein, gespielt von Fritz Wepper, als Oberinspektor Stephan Derrick, gespielt von Horst Tappert, ihr ein Bild von sich und seiner neuen Flamme beim Liebesspiel zeigt. "Fast", antwortet Tappert. "Wir wollen heiraten." Bei solchen Dialogen dürften die "ZDF Mashups" vor allem ältere Zuschauer und Kenner der Serie auf den ersten Blick verwirren. Denn die Archivmixe wurden nicht nur neu geschnitten, sondern auch komplett neu synchronisiert. Dabei nehmen die Sprecher kein Blatt vor den Mund. Neben dem turtelnden Derrick mutiert die ZDF-Wissenschaftssendung “Knoff-Hoff-Show” zum Teleshoppingkanal, der für den insolventen Sender Geld eintreiben muss. Und aus der “Schwarzwaldklinik” wird eine “Schwarzgeldklinik”, die mit Organen handelt.

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In späteren Folgen werden die Kindersendung “Löwenzahn” oder das "Traumschiff" auf die Schippe genommen. Insgesamt wurden 15 Clips produziert. Mit dem Satireformat beweist der Mainzer Sender eine gehörige Portion Selbstironie. So heißt es auf der Webseite des Senders: “Das ZDF hat sich dieses Genres bedient, weil es durch die Abgrenzung zu den Originalen den richtigen, kreativen Resonanzboden für eine hurmorvolle und satirische Betrachtung darstellt. In den meisten Fällen ist daraus nicht nur eine Verbeugung vor den Originalen geworden, sondern auch eine kunstvolle Neuinterpretation mit manchmal scharfen – und hoffentlich immer witzigen – Ecken und Kanten.”Die kurzweiligen Clips werden auf ZDFneo ausgestrahlt, sind aber außerdem noch in der ZDFMediathek und auf YouTube unter dem Label “ZDFLachbar” abrufbar. Realisiert wurde das Format von der einer ganzen Riege junger Kreativer im Auftrag des ZDF. Darunter die Produktionsfirma Raketenfilm, das Autorenkombinat, der Autor Michael Heinze und das UFA-Lab in Berlin.

Auch wenn die Clips unerwartet locker und frech wirken, schien die Arbeit mit vielen Komplikationen verbunden zu sein. So heißt es auf der ZDF-Mashup-Seite weiter:  “Und weil bei diesem Projekt nicht nur die Produzenten und die Redaktion viel ausprobiert und gearbeitet haben, sondern auch die Kollegen aus der Abteilung Rechteklärung und dem Produktionsmanagement, wollen wir ihnen an dieser Stelle auch besonders danken.”

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