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Meinungs-TV: Promis kritisieren den „Tatort“

Argumentationshilfe für die montägliche "Tatort"-Kritik im Büro: Seit Sonntag befragt das neue WebTV-Format "Das Wort zum Mord" jeweils drei Experten oder Promis, wie ihnen der aktuelle Fall gefallen hat. Zu sehen ist die Folge immer ab 21.45 Uhr, also direkt nach der TV-Ausstrahlung. Im ersten Teil fallen auch angenehm kritische Töne. So lästert "Tatort"-Erfinder Gunther Witte über den Krimi aus Bremen. Großer Nachteil des Angebots: Die Nutzer können nicht mitdiskutieren.

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Witte kommt neben "Tatort"-Darsteller Oliver Mommsen und "Super Nanny" Katharina Saalfrank zu Wort. Er mäkelt, "Stille Wasser" mit Sabine Postel und Oliver Mommsen sei "nicht schlecht, aber auch nicht originell. So was hat man schon X-mal gehabt." Als Dramaturg hätte er sich eine geschickter erzählte Geschichte vorstellen können.

Weniger kritisch kommentieren Mommsen und Saalfrank die Ausstrahlung. Aber genau diese Bandbreite der Äußerungen macht "Das Wort zum Mord" sehenswert. Auch als Nicht-"Tatort"-Fan bekommen Zuschauer einen Einblick in die Produktion, selbst Kommentare schreiben können sie aber nicht. Die Entwickler der WebTV-Serie um Tobias Goltz wollen die bestehende Berichterstattung zum "Tatort" mit dem Format ergänzen, "das einerseits der Zuschauerperspektive – repräsentiert durch Prominente – einen Raum gibt. Andererseits bildet es immer wieder auch die Ansichten von Tatort-Machern ab und versucht, aktuelle Entwicklungen am ‚Tatort‘ aufzugreifen und zu analysieren."

Goltz und seine Kollegen bezeichnen sich als "junge Medienmacher aus Berlin, die den ‚Tatort‘ mögen, ihn aber nicht vergöttern, sondern ihn kritisch begleiten". Die journalistische Unabhängigkeit bleibe gewahrt, schreiben die Macher auf ihrer Webseite. Um das Format in dieser Form produzieren zu können, stellen ihnen die Pressestellen der ARD-Sender Rezensions-DVDs zur Verfügung.

Veröffentlicht wird die WebTV-Serie immer sonntagabends um 21.45 Uhr direkt im Anschluss an eine "Tatort"-Erstausstrahlung. Zu den Rezensenten gehören in der nächsten Zeit unter anderem die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), der Vorsitzende des Innenausschusses des Deutschen Bundestags, Wolfgang Bosbach (CDU), die Rechtsanwältin Seyran Ates, Publizist Hajo Schumacher und Bestseller-Autor Frank Schätzing.

Im Laufe der Woche werden in drei weiteren Extras aus den für das Format geführten Interviews längere Auszüge zu bestimmten Einzelaspekten veröffentlicht. "Tatort"-Kommissar Mommsen äußert sich beispielsweise zum Thema Produktionsbedingungen und teilweise fehlendem Budget. Heute soll Katharina Saalfrank über die Frage diskutieren, ab wann Kinder den "Tatort" gucken sollten.

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