VW und Telekom unter Korruptionsverdacht

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung gegen Manager von VW und der Deutschen Telekom. Der Vorwurf: Die Telekom-Tochter T-Systems soll einen Sponsoringvertrag mit dem Werksverein VfL Wolfsburg verlängert haben, um Aufträge im Wert von mehreren hundert Millionen Euro von VW zu erhalten. Die Staatsanwaltschaft hat vergangene Woche bundesweit Wohnungen und Geschäftsräume bei VW, der Telekom und des Bundesligisten durchsucht.

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Geplant war offenbar, einen ausgelaufenen Sponsorenvertrag der Telekom beim VfL Wolfsburg zu verlängern. Allerdings mit der Prämisse, dass Volkswagen wiederum Großaufträge an die Telekom vergibt. Möglich wurde das, weil der VfL komplett in der Hand von VW ist.

Interessant ist, dass die Telekom selbst die Ermittlung initiiert haben soll. So waren dem Management bei einer internen Überprüfung Unregelmäßigkeiten bei ihrer Tochterfirma T-Systems aufgefallen, wie die Süddeutsche berichtet. T-Systems fungiert als spezieller Anbieter für Großkunden der Telekom und hat gleichzeitig die Aufgabe, Großaufträge an Land zu ziehen. Gerade um solche Vorfälle zu vermeiden, trennt der Telefonkonzern normalerweise streng zwischen der Kundenwerbung und dem Sponsoring.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Korruption im geschäftlichen Verkehr. Davon ist dann die Rede, wenn ein Unternehmen durch das Versprechen von Vorteilen in “unlauterer Weise” bei der Vergabe von Verträgen bevorzugt wird. Offenbar handelt es sich hier um Absprachen einiger Manager bei der Telekom-Tochterfirma und dem zwei Einkäufer des Wolfsburger Autobauers. Ein Sprecher von VW gab an, die Ermittlung in vollem Umfang zu unterstützen.

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