TV-Ausraster: Klopp und der „Seuchenvogel“

War alles nur ein Spaß oder hat sich Jürgen Klopp wirklich so aufgeregt? Für Bild.de und andere Web-Portale ist der Fall eindeutig. So titelt die Boulevard-Site: "Der Zoff vor laufender Kamera: Klopp nennt Reporter 'Seuchenvogel'". Nach dem 1:1 des 1. FC Kaiserslautern gegen Dortmund kanzelt der BVB-Coach den SWR-Reporter Stephan Mai – "leck mich am Arsch! " – richtig ab. Ein scheinbar perfekter TV-Skandal. Doch es gibt Zweifel: Klopps schelmischen Gesichtsausdruck und die Sprachlosigkeit des SWR.

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Die Interview-Sequenz ist höchst unterhaltsam. So antwortet Klopp auf die Frage des Reporters, ob er ihm ein kurzes Interview nach dem Spiel geben könne: "Och, leck mich am Arsch! Du wirklich, ohne Witz! Dir ein Interview zu geben, da hab’ ich Bock wie auf Zahnweh." Dann scheint Klopp bereit zu einem Gespräch zu sein, überlegt es sich aber doch noch einmal anders, weil ihm einfällt, dass Mai ihn vor dem Spiel ausgelacht hatte. 
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Hintergrund: Mai ist Reporter bei der SWR-Fußball-Sendung "Flutlicht". Seit 1993 begleitet der Sportjournalist den Werdegang des ehemaligen Mainzer und derzeitig Dortmunder Trainers. Laut Bild.de soll Klopp noch nie – genau seit 50 Spielen – ein Match gewonnen haben, wenn Mai mit dem Mikro in der Hand am Spielfeldrand stand. Sollte das stimmen, müsste Bayern-Präsident Uli Hoeneß den TV-Reporter sofort kaufen und zu jeder BVB-Partie schicken. Dann hätten die Bayern wieder ernsthafte Meisterschafts-Chancen.
Dass der Trainer der Dortmunder kurz nach dem Spiel tatsächlich richtig sauer wegen des späten Ausgleichstreffer der Lauterer war, konnten die ZDF-Zuschauer des "aktuellen Sportstudios" in einem galligen TV-Interview selbst sehen. Auf MEEDIA-Anfrage wollte die SWR-Sportredaktion bislang nicht sagen, ob es sich um einen Spaß oder ein ernsthaftes Interview handelte.
Erstaunlich ist allerdings, dass man bei Klopp nie so richtig weiß, woran man ist. Denn der Trainer hat bei seiner Tirade noch immer einen Gesichtsausdruck, als ob er es doch nicht ganz ernst meinen würde. Da werden unweigerlich Erinnerungen an das gestellte Wut-Gespräch mit Arnd Zeigler wach.
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