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‚Wetten, dass..?‘ ohne TV-Bilder von Samuel

Lange hatte Thomas Gottschalk offen gelassen, ob er weiterhin als "Wetten, dass..?"-Moderator zur Verfügung steht - und dies anfangs auch vom Genesungsprozess des verunglückten Kandidaten abhängig gemacht. Inzwischen steht fest, dass der Entertainer weiter macht und am Samstag die Jubiläums-Show aus Halle moderiert. Ganz sicher wird er dabei auch über Samuel Koch sprechen. Aber: TV-Aufnahmen eines Besuchs des Reha-Patienten wird es nicht geben, so das ZDF.

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In der morgigen "Wetten, dass..?"-Ausgabe werde es keinen Einspieler zum Unfall von Samuel Koch geben, machte ZDF-Sprecher Gruhne im Gespräch mit MEEDIA klar. "Ein Besuch von Thomas Gottschalk im Krankenhaus ist seine Privatangelegenheit. Das ZDF wird diesen nicht medial verbreiten", sagt Gruhne. Wie die Familie Koch ansonsten mit dem Medien umgehe, müsse sie selbst entscheiden, so der Sprecher. Der Moderator werde sich lediglich in einer Ansprache an sein Publikum wenden und sich noch einmal zu dem tragischen Unglück der vergangenen Live-Show äußern.
Die Entscheidung des Sender ist wohl nachvollziehbar und richtig: Ein ausführlicher Besuch scheint bei dem nach wie vor schlechten Gesundheitszustand des 23-Jährigen unmöglich und ein kurzes "Hallo sagen" von Gottschalk wäre erst recht fehl am Platz.
Zudem hat die einst größte Unterhaltungsshow des deutschen Fernsehens morgen 30. Geburtstag. 192 Shows, 1.030 Wettpaten, 884 Wetten gäben eigentlich einen Grund zum feiern. Und eigentlich wäre alles wie immer: "Tatort"-Kommissarin Maria Furtwängler darf ihren neuen ZDF-Zweiteiler bewerben, Annette Frier für ein paar zotige Sprüche sorgen und Anna Loos und Jan Josef Liefers das glückliche Schauspieler-Ehepaar geben. Mit Top-Model Naomi Campbell sitzt zudem ein internationaler Stargast auf der Couch, der sicher seinen Flieger erreichen muss und die mittlerweile nicht mehr ganz so schrill kreischenden Fans, können die wiedervereinte Boygroup "Take That" anhimmeln, die schon für die vergangene (abgebrochene) Sendung gesetzt war. Doch eigentlich ist nichts wie vorher.
Die "Wetten, dass..?"-Macher werden den bitteren Nachgeschmack des Unfalls zu spüren bekommen; das Publikum in der Halle und vor den Fernsehern dürfte verunsichert sein und muss behutsam auf einen Unterhaltungsabend eingestimmt werden. Dass der Show jedoch schon allzu bald das oft herbei geschworene Ende bevorsteht, ist dennoch unwahrscheinlich. Denn die erste Ausgabe nach dem Unglück ist auch eine Stunde Null für die Unterhaltungsshow.
Die durch Samuels Sturz von ZDF-Unterhaltungschef Manfred Teubner angekündigten Konsequenzen, extrem sportive Wetten künftig nicht mehr zuzulassen, können für die Sendung auch eine Chance bedeuten. Denn in Erinnerung bleiben die kleinen, verrückten Wetten trickreicher Normalos. Was man im Wohnzimmer nachspielen kann begeistert: Fünf Schaumküsse über eine Distanz von 20 Metern mit dem Mund fangen, in einer Minute sechs Zehnpfennigstücke in ein Glas pusten oder Wahlgeräusch von 100 Telefonnummern erkennen – da kann der Enkel zum Opa sagen: "Das kann ich auch".
"Niemals wieder hatte man in späteren Jahren solch ein sicheres Gefühl, zu einem bestimmten Zeitpunkt genau das Richtige zu tun", beschrieb Florian Illies in seinem Bestseller "Generation Golf" nostalgisch die "Wetten, dass..?"-Erlebnisse seiner Jugend. Möglicherweise gelingt es der Unterhaltungsshows ja gerade mit der Rückbesinnung auf die Harmlosigkeit diese Emotionen auch bei der Generation iPhone zu wecken.

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