Kein großer Sport: Magath bei Facebook

Tatsächlich: Als erster Bundesliga-Trainer hat auch der mehrfache Meistercoach Felix Magath Facebook entdeckt. Seit gestern ist der Schalker Übungsleiter im weltgrößten Social Network präsent. Allerdings wirkt Magaths Start in den sozialen Medien noch holpriger als der seiner Schalker in die Rückrunde: In seinem ersten Videobeitrag wirkt Magath noch verkrampfter als in seinen knochentrockenen TV-Interviews. Trotzdem bringt es Magath bereits nach einem Tag auf mehr als 10.000 Fans.

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"Fußball! Da kann ja jeder mitreden, da ist ja immer was los, da wird viel diskutiert – auch in den neuen Medien", so lauten die ersten Sätze von Magaths Eröffnungsvideo bei Facebook, das mit Plattheiten nur so gespickt ist.

"Facebook, ein Medium, das ich mir gerne mal ansehen möchte"

Man sieht den 57-Jährigen im Rollkragenpulli am Konferenztisch, den Blick auf einen schwarzen Laptop gerichtet. Eine Qual ist der Umgang mit der Internet-Welt für Magath offenkundig. "Facebook", Magath dreht das Wort im Mund um wie eine reife Pflaume, "ist ein Medium, das ich mir gerne mal ansehen möchte und wo ich auch mal mitmachen möchte", ringt sich Magath ab, um dann zur Tat zu schreiten: "Da meld ich mich doch mal an". Und die Tasten klackern.

Damit nicht genug: "Ja, dann wollen wir doch gleich mal was posten", hebt der frühere Bayern-Trainer an und verfasst seinen ersten Eintrag: "Liebe Schalker, mit der Anmeldung auf facebook (sic!) betrete ich ein neues Spielfeld. Ich freu‘ mich auf zahlreiche Beiträge und einen regen Austausch!"

"Tipp vom PR-Berater oder doch von alleine drauf gekommen?"

Und rege ist die Resonanz tatsächlich: Zwar können Facebook-Fans nicht direkt auf Magaths Pinnwand posten, doch 24 Stunden nach dem ersten Eintrag und dem ersten Video füllen schon jeweils 500 Einträge jeweils das Kommentarfeld. Und da geht es dann auch erwartungsgemäß gleich richtig zur Sache: "Könnten Sie bitte den Grund für ihre Transfers erklären?", möchte der Nutzer Richard Bochmann noch halbwegs höflich wissen.

"Tipp vom PR-Berater oder doch von alleine drauf gekommen?", fragt Sascha Mit kritisch nach. Doch es gibt auch noch eine härtere Gangart: "So langsam haben viele meiner Freunde und ich den Eindruck, dass Sie den Verein mit Absicht zerstören wollen", zieht Dennis Andrejewski vom Leder. Auch so kann’s zugehen bei Facebook – erst recht als aktuell Tabellenelfter. Doch davon wird sich Magath sicher ebenso wenig beirren lassen wie von der aktuellen Bundesliga-Misere.

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