„Tatort“-Streit: Klägerin geht leer aus

Der Streit um den "Tatort"-Vorspann ist entschieden. Die Klage der Grafikerin Kristina Böttrich-Merdjanowa gegen den WDR und BR um eine Nachvergütung sowie um eine Nennung als Urheberin im Intro der Krimi-Reihe wies das Oberlandesgericht München ab. "Das Publikum schaut sich den Kriminalfilm nicht an, weil es den Vorspann sehen will", stellte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsverkündung klar. Der Vorspann habe innerhalb des Gesamtwerkes lediglich kennzeichnende Funktion.

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Böttrich-Merdjanowa erhielt für die Kreation des Vorspanns vor 40 Jahren einmalig 2.500 D-Mark. Mit Blick auf den großen, auch kommerziellen Erfolg der Serie forderte sie einen "Nachschlag" auf ihre Vergütung. Der langjährige Erfolg der Serie stehe jedoch "nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Vorspann", erklärte der Richter. Auch die Forderung, als Urheberin im Abspann genannt zu werden, erteilte das Gericht eine Absage. Dies sei in der Fernsehbranche nicht üblich. Die Grafikerin habe dies außerdem 40 Jahre lang nicht beanstandet und damit sei ihr Anspruch verwirkt.

Nur in einem Punkt bekam Böttrich-Merdjanowa Recht. Dem BR und WDR ist es verboten, zu behaupten, dass der "Tatort"-Vorspann von jemand anderem kreiert wurde. Eine Revision gegen das Urteil ist nicht zugelassen. Die Graphikerin geht also komplett leer aus.

Der Streitwert des Verfahrens war von ihrem Anwalt Nikolaus Reber auf 150.000 Euro beziffert worden. Das komplizierte und verschachtelte Verfahren begründet der Jurist damit, dass etwa der ebenfalls am Intro beteiligte Komponist Klaus Doldinger über die GEMA laufend Einnahmen aus dem Senden des "Tatort"-Vorspanns habe.

Der BR und der WDR fühlen sich mit dem Gerichtsurteil bestätigt in ihrer Rechtsauffassung. „Ich freue mich, dass das Gericht unsere Praxis beim beliebten Tatort-Vorspann bestätigt hat. Dies ist auch im Sinne der Zuschauerinnen und Zuschauer", so Gebhard Henke, "Tatort"-Koordinator der ARD.

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