Samuel Koch: „Ich will wieder gehen können“

Drei Tage vor der ersten "Wetten, dass..?"-Sendung nach dem tragischen Unglück im Dezember widmet der Stern dem Thema eine Titelgeschichte. "Papa, ich will wieder gehen können" lautet die Headline des Reports, der sich mit "dem alten und neuen Leben" des Kandidaten Samuel Koch beschäftigt. Ein Reporter hielt engen Kontakt zur Familie. Ein Besuch des Patienten scheiterte, weil der 23-Jährige starke Schmerzen hatte. Das Fazit: Alle hoffen auf Genesung, aber die Chancen sind gering.

Anzeige

Laut Aussage der Ärzte, heißt es im Stern, gebe es "wieder ein wenig Hoffnung" für den jungen Mann, der momentan noch in einer schweizerischen Spezialklinik behandelt wird. Dort lerne er, seine Oberarmmuskeln wieder zu steuern. Mit kleinen Erfolgen. Doch das Bild, das die Illustrierte vom Gesundheitszustand des Verunglückten zeichnet, ist niederschmetternd. Zeitweise habe dieser nicht einmal mehr selbstständig atmen können. Die Lähmungen betreffen Arme und Beine – und dies schon seit zehn Wochen. Der Stern berichtet auch von den Reha-Versuchen und der Verzweiflung, die den jungen Mann befällt, wenn ein Pfleger ihm seine eigene Hand an die Wange legt: die Wange spüre die Hand, aber nicht umgekehrt. 
Nach wie vor ist Samuel Koch vom Hals ab gelähmt. Bislang sei Samuels Alltag von langen Reha-Sitzungen geprägt, wie der Stern berichtet. Doch es gehe ihm nach zwischenzeitlichen Komplikationen nun langsam besser. Am liebsten wolle er „rund um die Uhr“ therapiert werden, um seine Muskeln wieder ansprechen zu können. Der Stern schreibt aber auch, dass viele der Familie raten würden, das Schicksal jetzt so zu akzeptieren wie es ist.
Das Magazin zeigt eindrücklich, welch großen Stellenwert der Glaube im Leben der Familie Koch einnimmt. Im Stück wird der Vater zitiert: “Wir hatten noch einmal ein wunderschönes Wochenende, er hat mich an die Hand genommen. Er hat das Frühstück bereitet und als Hausherr das Gebet gesprochen. Ich bin ihm gefolgt.”

Seinen Gesundheitszustand beschreibt das Magazin als nicht mehr kritisch. Die Reha sei zwar enorm anstrengend, den kleinen Finger habe Samuel schon einmal wieder bewegt. Ob Samuel jemals wieder laufen könne, sei ungewiss. Die Reportage beleuchtet außerdem, wie sich das ZDF um seinen verunglückten Wettkandidat gekümmert hat. So hätte der Sender der Familie für die Wochen nach dem Unfall einen Mitarbeiter zur Seite gestellt, der ihnen viel Arbeit abgenommen hätte.

Nach dem Unfall hätten Vater und Sohn lange darüber diskutiert, woran der Versuch gescheitert sei. Wen die Schuld träfe. Vater Christoph Koch erzählt, er habe seinem Sohn gesagt: "Wir haben es zusammen verbockt. Entweder bist du zu flach abgesprungen oder ich zu schnell gefahren. Oder beides." Samuel sei froh gewesen, als er das gehört habe. Er hätte sich sogar bei seinen Geschwistern entschuldigt, dass er ihnen gerade die Mutter vorenthalte.
Dass Samuel Koch aber auch in seiner schweren Situation ein Ausnahmemensch ist, zeige die Äußerung eines ZDF-Mitarbeiters, der den 23-Jährigen im Reha-Klinikum im schweizerischen Nottwil besucht hat und danach an Vater Christoph Koch schrieb: "Ich glaube, Samuel hat mir mehr Kraft geben können als ich ihm."

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige