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Die schlechtesten iPhone-Apps der Welt

MEEDIA hat sich im App Store von Apple mal ausnahmsweise nach besonders schlechten Apps umgeschaut. Und wir sind fündig geworden: Zahllose Apps sind geschmacklos, unsinnig, Abzocke-verdächtig und debil - trotzdem werden sie tausendfach heruntergeladen. Unsere Stichprobe zeigt, dass der App-Store keineswegs so sauber und seriös ist, wie Apple dies gerne behauptet. Folgen Sie uns auf einem Rundgang durch die Hinterhöfe des App-Stores.

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Die Fernbedienung für die Frau
Die App “Fernbedienung für die Frau” kostet 79 Cent und belegt derzeit in den App-Store-Charts einen der vorderen Plätze. In der Kategorie der bezahlten Unterhaltungs-Apps liegt sie aktuell sogar auf Platz eins. Worum geht es? Man kann mit der App diverse Satz-Bausteine zusammensetzen und so Befehle im Stil von “Frau, zieh dich aus!” erzeugen, die von einer aus verschiedenen Alternativen wählbaren Stimme gesprochen werden. Im Wesentlichen geht es ums Kochen, Putzen, Spülen, Bier holen und Ausziehen. Der eher beschränkte Wortschatz und Lustigkeitsfaktor tut dem Erfolg der App keinen Abbruch. Die Kommentare im App-Store sind gespalten – die einen finden das furchtbar, die anderen halten die “Fernbedienung für die Frau” für einen prima Partygag. Wir tendieren dazu, die App für einen furchtbaren Partygag zu halten.
Sprechender Kater Tom
Der sprechende Kater Tom steht mittlerweile schon für eine ganz eigene App-Kategorie. Es gibt den sprechenden Bazillus, den sprechenden Roboter, den sprechenden Vogel, das sprechende Baby, den sprechenden Dinosaurier usw. Das Prinzip ist immer dasselbe. Eine vermeintlich “lustige” Comic-Figur spricht eingetippte Sätze nach, die man auch via E-Mail usw. versenden kann. Außerdem reagiert die virtuelle Figur auf Bauchkraulen mit dem Zeigefinger und ähnliches. Infantil, dümmlich aber für große Teile der iPhone-Nutzerschaft von ungebrochener Faszination. Allein im deutschen App-Store wurden bereits über 17.000 Bewertungen für den Marktführer, den sprechenden Kater Tom, abgegeben.

Doodle Dumps und Konsorten
Eines der erfolgreichsten iPhone Spiele überhaupt ist Doodle Jump – jenes Spiel, bei dem eine vielfüßige Rüsselfigur auf Plattformen möglichst hoch springen soll. Nun haben sich zahllose App-Schlaumeier daran gemacht, den erfolgversprechenden Namen Doodle für allerlei Schabernack zu entleihen. Da gibt es Doodle Wars, Doodle Fall Down, Doodle Kart undsoweiterundsofort. Einer der geschmacklosesten Doodle-Epigonen ist Doodle Dumps. In diesem Spiel muss man allen Ernstes einen Comic-Scheißhaufen über eine Rolle Klopapier lenken. Keine weiteren Fragen.

iGun Pro und Co.
Kaum zu glauben, es gibt ein eigenes Genre: iPhone-Waffen-Apps. Das sind Apps, die mehr oder weniger realistisch den Gebrauch und die Geräusche von Schusswaffen imitieren. Eine der zweifelhaftesten ist iGun Pro mit angeblich über fünf Millionen Downloads. Eine Art Waffen-Porno für die Westentasche, inklusive Waffen-Enzyklopädie, simuliertem Mündungs-Rauch und Geschoss-Zeitlupe. Andere Waffen-Apps sind auch nicht besser, aber gerade die professionelle Machart von iGun Pro macht diese App besonders verwerflich.

Sex Strip 18+
No Sex on the iPhone? Von wegen! Der App-Store ist voll mit Sex- und Porno-Apps. Freilich sieht man niemals explizite Nacktheit oder pornographische Inhalte. Meistens sind es belanglose und schlampig programmierte Sex-Spielchen, die in erster Linie drauf aus zu sein scheinen, Nutzerdaten abzugreifen und Nutzer mit Werbe-Spam zu behelligen. Doch offenbar gibt es genügend Smartphone-Nutzer, die alleine auf die Schlüsselworte Sex und Porno anspringen und runterladen, was das Zeug hält. Eine besonders billige Form der Sex-Abzocke ist das erfolgreiche Sex Strip 18+. Der Zusatz “18+” suggeriert nicht jugendfreie “Erwachsenen-Inhalte”. Was man geboten bekommt ist aber billige Werbung und sonst nüscht. Nutzer überbieten sich in erzürnten Negativ-Kommentaren, trotzdem wurde die App fast 20.000 mal bewertet und steht noch immer in den Top 50. Ähnliche Apps finden sich zig-fach im App-Store.

Bier Rülpser
Ein Comic-Bayer hebt auf “Saufn”-Knopfdruck die Maß an und lässt einen herzhaften Rülpser los. Das war’s. Mehr ist nicht mit dieser App. Interessanterweise wird der primitive Rülps-Spaß sogar als Hybrid-App für iPhone und iPad angeboten. Ein sicheres Zeichen dafür, dass die vermeintliche Info-Elite, die Tag und Nacht mit iPad herumrennt, für derbe Scherze auch nicht ganz unempfänglich ist.

Mädchen Furz

A propos Körpergeräusche. Apple-Boss Steve Jobs hatte ja vor einiger Zeit kundgetan, dass er keine Furz-Apps mehr im App-Store sehen will. Ganz geklappt hat das freilich nicht – die Furz-Apps sind sogar teilweise noch verstörender geworden. Bestes Beispiel ist die App “Mädchen Furz”. Dabei werden Comic-Mädchen, die im japanischen Manga-Stil gezeichnet sind, derbe Furz-Geräusche auf Knopfdruck zugewiesen. Das ganze gibt es auch, noch viel schlechter gezeichnet und dilettantischer programmiert, mit Mädchen-Rülpsern (http://itunes.apple.com/de/app/girls-burps/id354138837?mt=8#).

Deine Mutter Sprüche
Na toll! Über 830 der so genannten “Deine Mutter”-Witze als iPhone-App. Wer Kinder im schulpflichtigen Alter hat, dürfte die erschreckend unwitzigen “Deine Mutter”-Sprüche kennen und fürchten. Für alle anderen hier eine kleine Kostprobe: “Deine Mutter furzt in der U-Bahn und sagt Du warst es!” oder “Deine Mutter macht schlechten Salat!” Ja, doch. Ungefähr auf diesem Niveau geht das endlos. Auch hier gibt es eine große Auswahl an Apps. Schlimm: Diese Apps kosten meistens auch noch Geld. Mutmaßlich werden sie von Schülern mit iPhones runtergeladen. Taschengeld, adieu …

iSchiedsrichter

Nicht geschmacklos aber unglaublich sinnfrei ist der iSchiedsrichter. Man kann auf dem iPhone ‘ne rote und ‘ne gelbe Karte anzeigen lassen. Der Bildschirm wird dann jeweils, sie erraten es, rot oder gelb. Man kann den Münzwurf zu Beginn eines Spiels simulieren, die Trillerpfeife trillern lassen sowie Ergebnisse eintragen. Natürlich würde niemals ein Schiedsrichter auf die Idee kommen, so eine App zu benutzen. Geht ja auch gar nicht. Und Kinder, die sich für sowas begeistern könnten, sind hoffentlich wirklich noch zu klein für ein iPhone.

i-Horn

Und laut, aber sinnlos geht es weiter. Das Thema Hupen und Tröten auf dem iPhone ist spätestens seit der Fußball-WM in Südafrika ein großes Ding. Da enterten diverse Simulationen der südafrikanischen Vuvuzela-Tröte den App-Store. Eine schlechter als die andere. Aber es gibt auch ohne WM eine ganze Batterie an nervigen Hup-Simulatoren fürs iPhone. Eine der beliebtesten – aber darum noch lange nicht guten – ist i-Horn. Die App simuliert diverse Tröten und gefährdet so das Nervenkostüm ihrer Mitbürger und die Lautsprecher ihres iPhones. Via In-App-Kauf kann man sich da sogar diverse Tröten-Pakete nachträglich dazukaufen. Angeblich wurde i-Horn knapp drei Millionen mal als App im App-Store runtergeladen, trotz größtenteils vernichtender Kritiken.

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