IVW: Die Januar-Zahlen der News-Branche

Auf den ersten Blick war der Januar ein hervorragender Monat für die großen Nachrichten-Websites. Die Top-25-Angebote legten im Vergleich zum Dezember allesamt zu. Doch auch im Januar gab es Verlierer - Kontrahenten, die sich im Vergleich zur Konkurrenz schwächer entwickelten. So gewann Spiegel Online weniger hinzu als der Branchendurchschnitt, ebenso n-tv.de. Beide verloren deutlich Marktanteile. An der Spitze stellt Bild.de unterdessen immer neue Rekorde auf.

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Bild.de gewann bei den Visits, die innerhalb Deutschlands mit redaktionellen Inhalten erreicht wurden, 8,2% hinzu und liegt inzwischen bei 151,95 Mio. Visits. Der Marktanteil verbesserte sich dabei um 0,16 Zähler auf 25,72%. Mit anderen Worten: Mehr als jeder vierte Vitis auf redaktionelle Inhalte IVW-geprüfter Websites entfiel im Januar auf Bild.de.

Zur Erinnerung: Die exklusiv von MEEDIA errechneten Marktanteile der deutschen Nachrichtenbranche entstehen aus den Visits, die die einzelnen Websites mit redaktionellen Inhalten im Inland erzielen. Diese Zahlen zeigen klarer als die Gesamt-Visits, welche der Angebote mit Nachrichten erfolgreich sind. In die Wertung kommen dabei alle von der IVW ausgewiesenen Websites, die von uns in die Kategorie Nachrichten eingeordnet wurden. Angebote also, die nicht monothematisch, sondern allgemein über Neues aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport berichten – egal, ob international oder regional. Derzeit sind das ca. 200 Websites.

Unsere Marktanteile zeigen zudem in jedem Monat, wer tatsächlich gewonnen und verloren hat. In einem Markt, der weiterhin tendenziell wächst, kann ein absoluter Gewinn bei den Visits tatsächlich eine negative Entwicklung sein, wenn die Konkurrenz stärker wächst. Auf den Dezember-Januar-Vergleich trifft das besonders zu. Denn: Die Feiertage im Dezember sorgen dafür, dass Websites im Januar tendenziell deutlich besser dastehen.

Der Blick auf diese Marktanteile zeigt im Fall Spiegel Online beispielsweise, dass sich die Hamburger deutlich unter den Markt entwickelt haben. Gewannen die knapp 300 Nachrichten-Websites im Durchschnitt 7,6% redaktionelle Visits im Vergleich zum Dezember hinzu, waren es bei Spiegel Online nur 5,5%. Ergebnis: Der Marktanteil fiel von 19,26% auf 18,88%. Der Abstand auf Bild.de beträgt damit inzwischen mehr als 40 Mio. redaktionelle Visits.

Ebenfalls Marktanteile liegen gelassen haben im Januar auf den ersten 25 Plätzen n-tv.de (-0,12), RP Online (-0,07) und FAZ.net (-0,07). Neben Bild.de besonders deutlich zugelegt haben das Hamburger Abendblatt (+0,23) und die Hamburger Morgenpost (+0,11). Abendblatt und Mopo sind auch nach Visits-Gewinnen gerechnet die größten Aufsteiger – mit Zuwächsen von 29,9% und 29,3%. Ebenfalls bemerkenswert: In der Top Ten gewannen neben Bild.de einzig Focus Online (+0,09) stern.de (+0,02) hinzu. Beide verbesserten sich bei den Visits mit 10,2% bzw. 8,3% sogar noch ein bisschen mehr als Bild.de.

Auf den Rängen 26 bis 50 gibt es sogar fünf Websites, die im Vergleich zum Dezember nicht nur Marktanteile, sondern sogar redaktionelle Visits verloren haben: die Berliner Morgenpost, die Badische Zeitung, News.de, der General-Anzeiger und die Neue OZ online. Größter Marktanteilsverlierer ist dabei die Berliner Morgenpost, die sich um 0,05 Punkte auf 0,44% verschlechterte und damit von Platz 23 auf 27 rutschte.

Größter Gewinner ist diesmal die Rhein-Zeitung, die sich durch einen Visits-Sprung von 38,8% bei den Marktanteilen um 0,06 Zähler auf 0,27% verbesserte. Auch die Leipziger Volkszeitung (+0,04) wuchs deutlich.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels wurde für Focus Online noch eine deutlich geringere Zahl von redaktionellen Visits genannt. Die IVW hatte falsche Focus-Online-Zahlen veröffentlicht. Inzwischen sind diese korrigiert – und damit auch in dieser MEEDIA-Analyse.

Hinweis: Eine ausführliche Analyse des IVW-Geschehens abseits der News-Branche lesen Sie an dieser Stelle.

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