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ARD gibt junge Zuschauer auf

Die ARD-Intendanten haben zugegeben, dass es Probleme bei der Ansprache junger Zuschauer gibt. Aber anstatt das Hauptprogramm für Das Erste zu ändern, wollen sie stärker auf öffentlich-rechtliche Radios wie 1Live oder N-Joy setzen, um die 14- bis 29-Jährigen zu erreichen. "Mit Insellösungen ist es nicht getan", zitiert Dwdl.de die ARD-Vorsitzende Monika Piel. "Wenn Doktor Sommer künftig einmal pro Woche in der SZ zu Wort kommen würde, würde das auch keine jungen Abonnenten bringen."

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Die Idee des ehemaligen ARD-Vorsitzenden Peter Boudgoust (SWR), einen eigenen Jugendkanal für die 14- bis 29-Jährigen zu gründen, ist damit offenbar vom Tisch. "Wir sehen keinen Erfolg in einem eigenen linearen Programm", erklärte die WDR-Intendantin und ARD-Vorsitzende Piel. Auch einzelne Sendungen im Hauptprogramm könnten das Problem nicht lösen. Die Zielgruppe erreiche man am besten im Internet. Dazu sollten den jungen Hörfunkwellen der ARD "stärkere Auftritte" verordnet werden. Unter Marken wie N-Joy oder 1Live könne sie sich vorstellen, mehr Bewegtbildinhalte zu veröffentlichen. Im Fernsehen will die ARD sich am SWR orientieren. Der habe einen Innovationstopf für junges Publikum geschaffen – diese Rolle spricht die WDR-Intendantin dem Digitalsender EinsFestival zu. Bislang verfüge man aber "nicht gerade über viele Programminhalte, die eine solche Zielgruppe ansprechen könnten".

Außerdem gebe es in der ARD "zu wenig zu lachen", sagte der Programmdirektor Volker Herres. Er erklärte es so, dass der Sender einen recht hohen Informations-Anteil habe, durch den er vor allem ein seriöses Image bekomme. Aber das Fernsehen sei eben nicht nur ein journalistisches, sondern auch ein Unterhaltungsmedium. An dieser Stelle müsse man arbeiten und zulegen, vor allem im non-fiktionalen Bereich, berichtet Dwdl.de.

Glücklich zeigten sich die ARD-Intendanten deshalb über den Eurovision Song Contest und die Sängerin Lena Meyer-Landrut. Auch wenn die Lena-Shows auf ProSieben ("Unser Song für Deutschland") keine besonders guten Quoten einfuhren, stellten sie das Konzept, keine neue Interpretin, sondern nur das Lied vom Publikum auswählen zu lassen, nicht in Frage. "Entscheidend ist am Ende, dass wir einen guten Song haben", zitiert der Tagesspiegel den NDR-Chef Lutz Marmor. Dass Stefan Raab als Produzent, Komponist und Moderator eine so dominante Rolle spielt, hält Marmor nicht für ein Problem. Die zwölf Millionen Euro, die die ARD als Mit-Gastgeber des Finales am 14. Mai in Düsseldorf aufbringen muss, will sie an anderen Stellen im Programm-Etat für das Erste einsparen.

Zudem gab die ARD bekannt, dass der neue Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, alle Ämter von seinem Vorgänger Thomas Gruber übernimmt. Der 49-Jährige wird unter anderem Sportintendant der ARD. Damit hat er die Federführung in allen wichtigen Sportfragen. Zugleich wird er Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der "Sport A", der Sportrechteagentur von ARD und ZDF, und deren stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender.

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