Premium-Offensive: Chip startet iPad-App

Es soll der Start einer kleinen App-Offensive werden und leitet zudem einen Paradigmen-Wechsel ein. Im Internet wurde Chip.de zu einer der größten deutschen Webseiten, weil man konsequent auf Reichweite setzte. "Unsere App-Strategie dagegen setzt klar auf Premium und Paid Content", erklärt Chefredakteur Thomas Pyczak. "Das Apple-Tablet ist für uns aber nur ein Startpunkt. Schon bald kommt eine Android-Version und Ausgaben für jedes weitere interessante Betriebssystem, das noch folgt."

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Die iPad-Version der Computer-Zeitschrift wird jeweils parallel zum Heft erscheinen und erst einmal 1,49 Euro pro Ausgabe kosten. "Der Preis ist ein Einführungspreis. Für uns ist das ein völlig neues Geschäftsfeld, deshalb wollen wir erst einmal abwarten, experimentieren und, wenn möglich, dann den Preis erhöhen", erklärt der Chefredakteur die Strategie.
Betriebswirtschaft könnten sich die Münchner wohl tatsächlich einen günstigeren Preis, als beim Print-Heft leisten. Schließlich fallen die Druck- und Vertriebskosten weg. Zudem wurde für die Applikation keine Extra-Redaktion aufgebaut. "Wir stemmen das neue iPad-Angebot mit den vorhanden Kräften aus der Redaktion. Wir haben nur die Grafik um eine Mitarbeiterin aufgestockt und einen Freien Art Director in der Entwicklungsphase eingebunden", erklärt Pyczak. "Obwohl die Applikation auf die meisten Storys aus dem Heft zurückgreift, haben wir doch festgestellt, dass wir die Aufmachung und das Storytelling erheblich verändern mussten. Für Blattmacher bietet das iPad ganz neue, faszinierende Möglichkeiten."
Von diesen neuen Optionen hat die Redaktion auch gleich kräftig gebrauch gemacht. Die erste Ausgabe kommt mit zehn Video-Clips, drei Video-Aufmachern (inkl. Cover), 14 interaktive Grafiken, 20 Diashows und 42 Bildergalerien daher. Der Preis für das multimediale Großaufgebot: Die App ist auch 500 Megabyte schwer.
Lediglich drei Extra-Beiträge liegen der Tablet-Ausgabe bei: 10 iPad-Tipps, 13 Apps im Test und ein Technik-Stück über Multicore. Beim Layout haben die Münchner sich eine kleine Überraschung einfallen lassen. "Wir nutzen konsequent die beiden Möglichkeiten ein iPad zu halten, um unsere Inhalte unterschiedlich zu präsentieren. In der Porträt-Position, ist der Text ähnlich wie im Heft zu lesen. Dreht man das Tablet in die Landscape-Position, werden die ganzen Multimedia-Specials eingespielt. Wir nennen das Show- und Lesemodus", sagt Pyczahk.

Bei der Konzeption und den ersten Tests der neuen App machte die Chip-Entwickler eine interessante Entdeckung: "Wir stellten fest, dass durch das brilliante Apple-Display die Papierunterschiede zu den andern Magazinen wegfallen. Die Chip konkurriert optisch auf einmal mit Magazinen, auch mit vielen Lifestyle-Titeln, die auf viel teurerem Papier gedruckt sind".

Auch in diesem Bereich können Tablets eine Chance sein. Statt Recycling-Papier, gibt es die Chip jetzt in Hochglanz und das auch noch um die Hälfte günstiger als die geruckte Version ohne CD – zumindest zum Einführungspreis.
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