Googles sanftes Statement zum Linkkauf

Schlussakt im Schleichwerbesumpf-Skandal? Oder nur der Auftakt zu neuen Debatte um gekaufte und verkaufte Links? Vergangene Woche erklärte Google, Maßnahmen zu prüfen, um Unternehmen abzustrafen. In einem jüngst veröffentlichten Eintrag in eigenen Webmaster-Blog erklärt Google nun, was das Unternehmen von gekauften Links hält und wie man dagegen vorgehen will. Der Blogpost liest sich nicht wie eine Kampfansage, vielmehr wie mahnende Worte von einem Vater, der genau sieht, welchen Unfug seine Kinder treiben.

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Zu der veröffentlichten Keywordliste erklärt ein Google-Sprecher vergangene Woche: "Dort sind viele ‚alte Bekannte‘ dabei, generell auf jeden Fall für weitere Analysen und entsprechende Maßnahmen sehr hilfreich!" Welche der 21 Firmen bereits bei Google wegen unerlaubter Suchmaschinenoptimierung durch gekaufte Verlinkungen aufgefallen waren, verriet der Sprecher nicht. Auch welche "Maßnahmen" der Konzern ergreifen werde, blieb bislang unklar.

So heißt es nun in dem Blogeintrag: “Die Tatsache, dass Links gekauft und verkauft werden, ist nichts Neues, und wir können solche Links inzwischen gut erkennen. Wenn wir den Eindruck haben, dass Websites versuchen, mit solchen Links ihre Position in den Suchergebnissen zu verbessern, ergreifen wir Maßnahmen, um das zu verhindern und Webmaster davon abzuhalten.” Welche Maßnahmen man ergreifen will, darauf wird nicht genauer eingegangen.

“Wir möchten nicht zu sehr ins Detail gehen, aber wenn zum Beispiel klar ist, dass Links auf einigen Seiten keine wirklichen ‘Empfehlungen’ für andere Websites sind, könnten wir diese Seiten davon abhalten, PageRank weiterzugeben. Unser Ziel ist es schließlich, dass unsere User bei allen Suchanfragen die relevantesten Ergebnisse finden.” Das würde für den “Käufer” ordentliche Einbußen beim Pagerank und damit am Ende auch weniger Traffic auf der Seite bedeuten.

Gegenüber MEEDIA beteuerten mehrere der in der Keywordliste genannten Firmen, nichts von den Linkkäufen gewusst zu haben. Sie hätten eine SEO-Agentur mit der Suchmaschinenoptimierung ihrer Webseiten beauftragt und seien nicht im Detail über deren Vorgehen informiert gewesen. Mit dem Hotelzimmer-Vermittler HRS distanzierte sich bereits eines der betroffenen Unternehmen öffentlich von der Blog-Schleichwerbeaffäre und mahnte seine SEO-Agentur ab.

Auch dazu äußert sich Google: “Das ganze Thema zeigt auch, wie wichtig es ist, dass ihr, wenn ihr mit einem Suchmaschinenoptimierer (SEO) arbeitet, sorgfältig die richtige Firma auswählt und dafür sorgt, dass sie sich an die Richtlinien für Webmaster hält.”

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