Der erstaunliche Erfolg von Zeit Online

Zeit Online hat allen Grund zu feiern: Mit 20,19 Millionen Visits vermeldete die IVW am heutigen Dienstag gerade einen neuen Rekord für das Nachrichten-Portal. Stolz fasst Geschäftsführer Christian Röpke gegenüber MEEDIA den Erfolg der Plattform zusammen: "Wir freuen uns und sehen uns bestätigt, dass wir diesen Rekord mit Qualitätsjournalismus erreicht haben - ganz ohne Dschungelcamp." Innerhalb von zwei Jahren stiegen die Besuche von acht auf über 20 Millionen Visits pro Monat.

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Zeit Online hat allen Grund zu feiern: Mit 20,19 Millionen Visits vermeldete die IVW am heutigen Dienstag gerade einen neuen Rekord für das Nachrichten-Portal. Stolz fasst Geschäftsführer Christian Röpke gegenüber MEEDIA den Erfolg der Plattform zusammen: "Wir freuen uns und sehen uns bestätigt, dass wir diesen Rekord mit Qualitätsjournalismus erreicht haben – ganz ohne Dschungelcamp." Innerhalb von zwei Jahren stiegen die Besuche von acht auf über 20 Millionen Visits pro Monat.

Für das Team um Chefredakteur Wolfgang Blau ist der Verzicht auf bunte Gossip-Geschichten ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal: "Wir haben uns dazu entschieden, konsequent auf Qualitätsjournalismus zu setzen und auf Boulevard-Themen zu verzichten. Damit grenzen wir uns eindeutig von vielen unserer Konkurrenten ab", erklärt Röpke.

Tatsächlich setzt das Portal bei seinen Aufmacher-Stücken massiv auf Politik und passende, starke Meinungsthemen. So gehörte Zeit-Online zu den ersten Medien, die mit viel Elan über Stuttgart21 berichteten. Passend dazu verfolgt Blau das klare Ziel, das größte Debatten-Portal im Web zu werden. Mittlerweile wird auf kaum einem Nachrichten-Angebot so angeregt und kontrovers diskutiert wie bei Zeit Online.

Allerdings sind die Kosten für ein effektives und anständiges Community-Management nicht zu unterschätzen. Stern.de beispielsweise lagerte vor wenigen Monaten erst seine gesamten Leser-Kommentare zu Facebook aus.

Der Mix aus Diskussionsplattform, meinungsstarken Artikeln und dem konsequenten Verzicht auf Klatsch und Tratsch haben in Verbindung mit einem der wohl gelungensten Seiten-Relaunches der letzten Jahre für einen wahren Traffic-Boom bei Zeit Online gesorgt.

Innerhalb von zwei Jahren steigerte die Berliner Web-Redaktion die Visits von 8,61 Millionen auf nun 20,19 Millionen. Das Interessante dabei ist, dass Google nicht größter Wachstumstreiber ist. Denn innerhalb der vergangenen 24 Monate "haben wir die Zugriffe auf unsere Startseite um ein Vielfaches gesteigert", wie Röpke erklärt.

Um die hohe Wachstumsgeschwindigkeit halten zu können, will der Web-Manager nun verstärkt einzelne spitze Nutzergruppen ansprechen. "Studenten sind für uns als Zielgruppe sehr wichtig, genau wie bei der Zeit", sagt der Geschäftsführer. "Sie gehören zu den Gruppen, in denen wir noch stärker wachsen wollen und für die wir neben unserem redaktionellen Angebot sehr relevante Datenbanken anbieten, vor allem das CHE-Ranking und die Studiengangsuche. Zielgruppenübergreifend stellen wir fest, dass der Wunsch nach Qualität und hochwertigen Angeboten zunimmt."

Trotz aller Erfolge arbeitet das Projekt Zeit Online noch nicht profitabel – das ist allerdings auch noch nicht vorgesehen. "Wir erfüllen alle unsere Milestones. Unser Business Plan sieht vor, dass wir 2013 schwarze Zahlen schreiben", sagt Röpke. Alleine im Vergleich zum Vorjahresquartal wuchs der Traffic um 50 Prozent, "genauso wie die klassischen Vermarktungserlöse".

Ein Ende des Höhenfluges sieht der Manager noch nicht: "Auf unserer Agenda für die kommenden zwölf Monate stehen viele Erfolg versprechende Themen." So sollen die redaktionellen Schwerpunkte der nächsten Monate neben der aktuellen starken Nachrichtenlage vor allem auf den sieben anstehenden Landtagswahlen liegen. "Außerdem stehen – um nur zwei zu nennen – der Ausbau unserer mobilen Angebote, genauso wie der des Stellenmarktes, auf der Agenda."

Machen die Hamburger so weiter, dann werden sowohl die Redaktion wie auch die Verlagsführung ihre verabredeten Ziele erreichen. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich nämlich, dass der Erfolg von Zeit Online auch ein planwirtschaftlicher Sieg ist. Im Vergleich zu vielen Konkurrenten scheint das Erfolgsgeheimnis des Teams um Blau und Röpke auch darin zu liegen, ein einmal aufgestelltes Konzept nicht gleich beim ersten Gegenwind über den Haufen zu schmeißen. Das funktioniert natürlich nur, wenn der Plan auch mit dem nötigen Verständnis für die Funktionsweisen und Eigenheiten des Internets konzipiert wurde.

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